Kusey l Er ist mit 35 Jahren zwar nicht mehr der Jüngste, allerdings noch immer eine wichtige Stütze im Herrenteam des TSV 1919 Kusey. Sowohl auf als auch neben dem Platz ist Sven Meyer immer für seine Mitspieler da und kann vom Fußball genau genommen nie genug bekommen.

VfB Klötze lange Treue gehalten

„Ich hätte nie gedacht, dass ich Klötze eines Tages mal verlassen würde“, sagt Sven Meyer selbst. Den Großteil seiner Fußballer-Jahre verbrachte der Mittelfeldspieler beim VfB. Dass der Ur-Klötzer vor knapp sieben Jahren ausgerechnet zum Rivalen aus Kusey wechselte, bereut Meyer rückblickend aber keineswegs. Der Routinier ist beim TSV sehr glücklich und kann sich noch lange kein Karriereende vorstellen.

„Der Fußball war schon immer mein Leben“, verrät „Schmo“. Wer den Mann mit der Nummer zehn genauer kennt, nimmt ihm diese Aussage wohl auch ab, denn der 35-Jährige steht noch heute oft zweimal am Wochenende auf dem Platz – sonnabends bei den Altherren, sonntags bei den Herren. Allerdings dauerte es lange, bis Sven Meyer auch erstmals Punktspiele bestritt. Zwar trainierte er in der D-Jugend des VfB 07 Klötze ein Jahr lang unter der Leitung von Bodo Sokolowski mit, kam aber nicht zum Einsatz.

In Klötze Tennis und Basketball gespielt

Stattdessen spielte Meyer jeweils in Klötze Tennis und Basketball. „Für mich war das aber nur Spaß. Ich bin eigentlich nur durch Kumpels dorthin gekommen. Der Teamsport war damals noch nicht interessant für mich“, blickt der Purnitzstädter, der in der Freizeit trotzdem oft auf dem Bolzplatz anzutreffen war, zurück.

Als Tennis-Crack auf Nachwuchs-Landesebene beim TC Grün-Weiß Klötze freute sich Meyer unter anderem 1999 über den dritten Platz bei den Altmarkmeisterschaften (U18). Genau genommen war ihm jedoch klar, dass sich irgendwann doch der Fußball durchsetzen würde.

Für Eintracht Immekath gespielt

So kam es dann auch. Ab der B-Jugend ging Sven für den SV Eintracht Immekath auf Punkte- und Torejagd. Von Coach André Elsner wurde er entweder im zentralen oder rechten Mittelfeld aufgeboten. Schon damals spielte er gemeinsam mit Freunden wie Danny Schulz oder Florian Bratz, mit denen „Schmo“ noch heute in Kusey auf dem Rasen steht.

Nach anderthalb Jahren war für Sven Meyer allerdings Schluss in Immekath. Zu A-Jugend-Zeiten schloss sich Meyer erstmals dem VfB 07 Klötze an, wo Gerd Rau das Sagen hatte. Auch Rau sah den Westaltmärker im rechten Mittelfeld am besten aufgehoben.

Konkurrenz war groß

„Wir waren damals eine starke Truppe, die Konkurrenz dementsprechend groß“, verrät „Schmo“, der bis 2007 drei Jahre lang als Schiedsrichter die Sportplätze der Region („Ich hatte die nötige Zeit und wollte mir auch etwas Geld dazuverdienen“) bereiste. Als er sein berufsbegleitendes Studium zum Bankfachwirt begann, blieb dafür keine Zeit mehr. Zudem wollte sich der Klötzer ausschließlich auf seine aktive Laufbahn konzentrieren.

Trainer Axel Gebbert holte Sven Meyer seinerzeit in die zweite Klötzer Herrenmannschaft. In dieser war Meyer mit 23 Jahren bereits Kapitän und so etwas wie des Trainers rechte Hand. Apropos Trainer: Ab 2002 coachte der Fußballfanatiker kurzzeitig die VfB-A-Junioren. „Es war kein Trainer da, ich wurde gefragt und habe mir das auch zugetraut“, so der Westaltmärker.

In die Reserve gewechselt

Der riss sich 2006 das Kreuzband, startete aber nach seiner Rückkehr auf den Rasen richtig durch. Ralf Ronneburg holte Sven Meyer in die Klötzer Erstvertretung, die erfolgreich in der Kreisliga unterwegs war. Freiwillig wechselte der Offensivakteur nach einem Jahr allerdings wieder zurück in die Reserve, wo er sich unter der Leitung von André Dörk wohler fühlte und direkt wieder zum Spielführer avancierte.

2011 stellte sich Sven Meyer einer neuen sportlichen Herausforderung und wechselte auf Nachfrage mehrerer Freunde wie Marco Grigat, Danny Schulz, Sven Mosel oder auch Ferdinand Kutschera – mit ihnen verbrachte der Klötzer eine Menge seiner Freizeit – zum TSV 1919 Kusey.

Aufstieg größter Erfolg bislang

Mit dem TSV war „Schmo“ zunächst in der 1. Kreisklasse aktiv. 2014 folgte unter der Regie von Trainer Klaus-Dieter Steckhan der Aufstieg in die Kreisoberliga. Rückblickend betrachtet war es Meyers bislang größter sportlicher Erfolg. Doch nicht nur deshalb fühlt er sich in Kusey pudelwohl.

Der mittlerweile 35-Jährige schwärmt vor allem vom tollen Mannschaftsklima. „Wir unternehmen in der Freizeit viel zusammen und sind einfach mehr als nur elf Freunde“, verrät „Schmo“. In diesem Jahr reist das TSV-Team bereits zum zweiten Mal zum perfekten Abschluss der Saison nach Mallorca. „Der Zusammenhalt macht unseren Verein aus“, beschreibt Sven Meyer das tolle Miteinander. Er selbst ist mit 35 Jahren schon einer der Ältesten in der Steckhan-Elf.

Regelmäßiger Einsatz

Allerdings schützt Alter bekanntlich nicht vor Toren und schon gar nicht vor Ehrgeiz. Da die Nummer zehn Stammgast bei den Trainingseinheiten am Mittwoch und Freitag ist, kommt sie noch immer regelmäßig zum Einsatz und zeigt sich speziell vom Elfmeterpunkt noch immer eiskalt.

Seit Vollendung des 32. Lebensjahres ist der Klötzer parallel auch noch für die Altherren der SG Jahrstedt/Immekath/Kusey („Eine gute und spielstarke Truppe“) aktiv. Mit diesen stand er zuletzt zweimal in Folge im Kreispokalfinale und führt aktuell auch das Kreisliga-Tableau an. Das Doppeltspielen am Wochenende nimmt zwar viel Zeit und Kraft in Anspruch, doch die Geilheit auf Fußball ist bei „Schmo“ groß genug.

Ins zweite Glied verabschieden

In der Kreisoberliga-Herrenmannschaft möchte sich der Purnitzstädter laut eigener Aussage aber doch mehr in Richtung „zweites Glied“ verabschieden. „Wir haben viele gute und junge Spieler dazubekommen, die ihre Spielpraxis bekommen sollen. Ich gebe meine Erfahrung gern an sie weiter“, erklärt der 35-Jährige.

Aufgrund der längeren, gesundheitlich bedingten Auszeit von Trainer Steckhan über den Winter hinweg kümmerte sich Meyer um den Hallenspielbetrieb und hatte dort als „Ersatz-Trainer“ Erfolg. Die Hallenkreismeisterschaft im Futsal schlossen die Kuseyer zu Beginn des Jahres auf Rang zwei ab – besser standen sie zuvor noch nie da.

Es werden die letzten Jahre

Allerdings steht der Routinier trotzdem noch lieber selbst auf dem Platz. „Es werden sicherlich meine letzten Jahre bei den Herren sein, doch momentan fühle ich mich noch fit genug“, verrät „Schmo“. Der könnte sich vorstellen, dauerhaft als Trainer zu arbeiten. „Ich denke, dass ich den nötigen Sachverstand besitze“, so der sympathische Purnitzstädter, der sich Danny Schulz oder auch Marco Grigat („Wir haben uns als Spieler im Mittelfeld fast immer blind verstanden“) als geeignete Assistenten vorstellen könnte.

Erster Ansprechpartner ist und bleibt der TSV 1919 Kusey: „Wir sind zwar ein Dorfverein, doch man merkt, dass hier ein Rad ins andere greift.“ 2019 wird der Verein 100 Jahre alt. „Darauf bereiten wir uns gerade vor, wollen unter anderem den Sportplatz neu gestalten“, verrät der Mittelfeldakteur.

Als einen der wichtigsten Funktionäre im Verein sieht Sven Meyer Urgestein Gerhard Mosel: „Er kümmert sich hier eigentlich um alles.“ Doch auch der TSV-Spielerrat ist alles andere als untätig. „Wir kümmern uns um viele organisatorische Dinge sowie um die Gewinnung von Sponsoren und unterstützen somit auch den Vorstand“, so der 35-Jährige.

Von Verletzungen verschont bleiben

Sven Meyer ist es wichtig, von Verletzungen verschont zu bleiben. Dann nämlich kann sich der Klötzer vorstellen, noch ein paar Jahre dem Ball hinterherzujagen. „Übertreiben möchte ich es nicht“, stellt der Routinier klar. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn könnte sich „Schmo“ – wie bereits erwähnt – vorstellen, eine selbige als Trainer zu starten.

Ob nun im Nachwuchs- oder Herrenbereich, diesbezüglich hat sich der 35-Jährige noch keine großen Gedanken gemacht. Zunächst möchte Meyer allerdings mit den Kuseyer Herren weiterhin im soliden Mittelfeld der Kreisoberliga („Ich denke, dass wir in der Lage sind, dort dauerhaft eine gute Rolle zu spielen“) mitspielen sowie mit den Altherren möglichst einen Titel – beispielsweise die Kreismeisterschaft – holen.

Immer mehr junge Spieler

Mit Freude stellt der Westaltmärker fest, dass die TSV-Männer immer mehr junge Spieler integrieren. „Wir wollen sie natürlich halten, damit sie die Alten irgendwann ablösen und wir nachhaltig in der Kreisoberliga bestehen können. Dauerhaft wäre es toll, wenn wir wieder eine zweite Herrenvertretung bilden könnten“, verrät „Schmo“.

In Kusey hat sich zwar jüngst eine G-Jugendmannschaft gebildet, doch mehr Nachwuchs gibt es aktuell nicht in der beschaulichen Ortschaft. „Ich denke, dass das hier auch schwierig wird“, klingt der Klötzer eher pessimistisch. Doch solange Routiniers wie Sven Meyer noch am Ball bleiben, ist der TSV 1919 Kusey im Erwachsenenbereich erst einmal gut aufgestellt.