Magdeburg (hma). So sehr sich Magdeburgs Trainer Christian Prokop über den Teilerfolg der SCM-Youngsters in der 2. Handball-Bundesliga der Männer beim so heimstarken Dessau-Roßlauer HV auch freute, so sehr ärgerte es den Köthener an ehemaliger Wirkungsstätte (Anfang des Jahrtausends spielte Prokop für den DHV, ehe er in die Bundesliga nach Wuppertal wechselte), dass es im Landsderby nicht zum ersten Auswärtssieg der Saison reichte.

Auf alle Fälle war das 27:27 in der aufgeheizten Atmosphäre der Dessauer Anhalt-Arena nichts für schwache Nerven. Um so mehr zog Prokop den Hut, wie seine Truppe auch in der hektischen Endphase den Kopf oben behielt. "Mit Hauges Einwechslung haben wir nach der Pause nochmal Druck gemacht, allerdings lässt er auch zwei Konter aus", so Prokop, der diesmal auch auf Balough (4 Tore) bauen konnte.

Am Rande der Partie spielte auch die mögliche künftige Zusammenarbeit zwischen SCM und DRHV eine Rolle, deren Ziel das Parken von SCM- Talenten in der 2. Bundesliga ist. Dessau-Präsident Thomas Zänger erklärte dazu: "Wir können und wollen uns keine Legionäre leisten, möchten gern ein flexibler Kooperationspartner sein." Auch SCM-Handball- "Chef" Marc Schmedt kann sich eine Zusammenarbeit mit den Muldestädtern gut vorstellen: "Ein Partner in der Region wäre wünschenswert, um zum Beispiel Philipp Weber oder Benjamin Meschke in der 2. Bundes-liga weiter zu entwickeln."

Eines stellte indes Youngsters-Trainer Christian Prokop, dessen Vertrag mit dem Zwangsabstieg aus der 2. Liga im Sommer endet, angesichts aufkommender Gerüchte klar: "Trainer in Dessau werde ich nicht. Ich fühle mich in Magdeburg wohl und habe hier meine Referendariatsstelle."