Magdeburg (dhe). "Hier regiert der MSV!" schallte es am Ende eines umkämpften 8. Spieltages durch die Elsterwerdaer Kegelhalle. Bis zwei Wurf vor Ultimo hatten die Gastgeber das Geschehen bestimmt und mehrfach eine Vorlage zur Spielentscheidung ausgelassen. Dann war es jedoch dem Magdeburger Spielführer Gerhard Piekacz vorbehalten, die entscheidenden letzten zwei Kegel zum knappen 5 421:5 419-Erfolg des Magdeburger SV gegen den ESV Lok Elsterwerda umzuwerfen.

Am Ende hatte sich die weiteste Anreise der Saison für die Magdeburger gelohnt. Elsterwerda hatte mehrfach die Möglichkeit, das Match vorzeitig in trockene Tücher zu bringen und darf berechtigt sauer über zwei verschenkte Punkte sein.

Die Gastgeber aus dem Elbe-Elster-Kreis wollten sich keinen Ausrutscher leisten und taten dies auch nicht. Doch auch die Sachsen-Anhalter zeigten nur wenige Schwächen und entführten letztlich verdient die Zähler aus Südbrandenburg.

Die ersten Akzente setzten allerdings die Gastgeber mit dem erwartungsgemäß starken Robert Groschopp (942). Dem Besten aus den Reihen des ESV hatte Magdeburg nur wenig entgegenzusetzen. Wunderlich (882) und Ostermann (891) leisteten sich im Abräumerspiel zu viele individuelle Fehler und verpassten dadurch beide ein besseres Resultat. Jens Horn traf für Elsterwerda 879 Kegel und der ESV führte mit 48 Holz.

Auch das MSV-Mittelpaar fand nur schwer ins Spiel. Ehe sich der MSV mit Dirk Hecht und Maik Siegemund versah, hatten die Lausitzer Exner (900) und Kube (893) den Vorsprung auf knappe 100 Holz erhöht. Hecht (894) erwachte dann endlich auf seinen zweiten 100 Wurf und auch Siegemund (909) nahm die Aufforderung zum Kampf an. Elsterwerda verpasste hier, den Sack vorzeitig zuzumachen und ließ die Lemsdorfer zurück ins Spiel kommen. Zehn Punkte holte der MSV zurück und mit 38 Punkten minus begann der spannende letzte Durchgang.

Auch die Schlussspieler beider Mannschaften schenkten sich nichts. Mehrfach schienen die Gastgeber schon auf der sicheren Seite zu sein. Magdeburg wackelte, fiel aber nicht. So kam es zum Herzschlagfinale auf der letzten Bahn. Schritt für Schritt kam der MSV näher und tatsächlich gelang es Steffen Blumtritt (930) und Gerhard Piekacz (915) noch, die Elsterwerdaer Lok zum Entgleisen zu bringen. Die Gastgeber Scheibe (898) und Werner (907) spielten zwar gut, hatten aber letztlich drei Kegel zu wenig erzielt, um den Heimsieg zu sichern.

Magdeburg war an diesem Tage die glücklichere Mannschaft und freut sich über einen vorderen Tabellenplatz. Elsterwerda muss nach der zweiten Heimniederlage der Saison auf eine bessere Rückrunde hoffen.

Das letzte Spiel der Hinrunde und des Jahres 2010 bestreitet der MSV 90 in zwei Wochen daheim gegen Aufsteiger Brehna.