Magdeburg l Dabei zeigten sich die gastgebenden Hannemann-Schützlinge von der 1:4-Vorwochenpleite in Wernigerode gut erholt, gingen nach sieben Minuten durch Tobias Ginter in Führung, der eine der zahlreichen Unstimmigkeiten in der Germania-Innenverteidigung nutzte. Bereits 120 Sekunden nach Spielbeginn hatte Ginter das 1:0 auf dem Fuß, als er allein vor Gästekeeper Paulus auftauchte, seinen voreiligen Schlenzer aber rechts vorbei setzte.

Von den namhaft Gästen kam lange Zeit nichts. Im Gegenteil, die engagiert spielenden Fortunen setzten immer wieder Nadelstiche, Paulus stoppte Ginter außerhalb des Strafraumes (35.), Kevin May traf aus Abseitsposition zum vermeintlichen 2:0 (44.). Von Germania drohte zumeist nur durch Telmo Teixeiras Freistöße auf den Kopf des langen Christof Labisch Gefahr. Germania-Sportdirektor Stephan Grabinski verließ gefrustet zur Pause den Schöppensteg.

Nach Wiederbeginn gingen die Germanen aggressiver in die Zweikämpfe, drängten auf den Ausgleich. Der schnelle Japaner Taira Tomita stellte Fortunas „Notverteidiger“ Sascha Döring, von Haus aus eigentlich Stürmer, immer wieder vor Probleme. Zehn Minuten nach Wiederbeginn dann das 1:1 durch Labisch, der einen Teixeira-Freistoß ins lange Ecke köpfte (55.). Fortuna-Coach Dirk Hannemann sah das Unheil voraus: „Zweiter Pfosten“. Seine Warnung blieb ungehört.

Es kam noch bitterer für die Hausherren, die in der Folgezeit die Offensive stärkten, während hinten nun Mann gegen Mann gespielt wurde, wie Hannemann Einwechsler Steven Gondeck per Merkzettel mit auf dem Weg gab. Dann der Genickbruch für Fortuna. Während Tobias Schmidt nach einem seiner zahlreichen Duelle mit Germania-Regisseur Telmo Teixeira an der Seitenlinie behandelt wurde, fand der Ex-Profi mit seinem abermaligen Freistoß in den Strafraum den knochenfreien Labisch, der dem guten Salman Ghazbaf keine Abwehrchance ließ – 1:2 (79.).

Fortuna war geschlagen, hatte Glück, dass Max Worbs (84.) und Teixeira (87.) freistehend nicht trafen, während auf der Gegenseite Linus Braun nach einem schönen Angriff über rechts im letzten Moment geblockt wurde.

Fortuna-Coach Dirk Hannemann, der mit zahlreichen Entscheidungen von Referee Michael Müller (Stendal) haderte, meinte: „Wir machen leider nicht das zweite Tor, schlafen bei zwei Standards. In den Schlüsselszenen fehlte uns das nötige Glück und Vermögen.“

 

Fortuna: Ghazbaf - Döring (83. Erdmann), Fischer, Wege, Bimenyimana, Braun, Müller, Splanemann (76. Gondeck), Schmidt, May (52. Wichmann), Ginter