Nach Abschluss der Hinrunde in der 3. Handball-Liga der Männer gehen die SCM-Youngsters als guter Tabellensechster in das neue Jahr. In den 15 Partien galt stets hopp oder top, denn neun Siegen stehen sechs Niederlagen gegenüber.

Stadtfeld l Dabei begann die Saison für die völlig neuformierte SCM-Zweite nach dem reform-bedingten Zwangsabstieg aus der 2. Bundesliga Nord alles andere als optimal. Die ersten beiden Spiele gegen den SV Beckdorf (34:36) und beim SV Henstedt-Ulzburg (29:34) gingen verloren.

Erst langsam gewöhnte sich das mit einem Durchschnittsalter von knapp über 19 Jahren jüngste Team der Liga unter dem neuen Trainerduo Dirk Pauling/Frank Munter an die neue sportliche Umgebung. Die Magdeburger Talente fanden sich schließlich immer besser zurecht, rollten das Feld praktisch von hinten auf. Gelang gegen den ehemaligen Zweitliga-Konkurrenten TSV Altenholz mit 27:24 der erste Saisonsieg, gab es mit dem überzeugenden 40:29 beim SV 63 Brandenburg-West die ersten Auswärtspunkte.

Dem folgten mit den Siegen bei den Füchsen Berlin II (26:24) und zuletzt beim VfL Fredenbeck (31:27) bislang zwei weitere Erfolge in fremden Hallen. Besonders erfolgreich und auch torhungrig sind die Youngsters aber in der heimischen Hermann-Gieseler-Halle gewesen. Nicht nur die klaren Erfolge gegen die SG Achim/Baden (34:24) und Großburgwedel (36:21) sorgten für Aufsehen. Vor allem das 36:32 gegen die HSG Tarp-Wanderup, es war die erste Niederlage für den damaligen Tabellenführer, ließ aufhorchen, aber auch die unglückliche 23:24-Niederlage bei den Handballfreunden Springe, die die Tabelle zum Hinrundenende mit drei Zählern Vorsprung gegenüber Henstedt und Tarp anführen, sorgten für Furore.

Dagegen schlug die klare 29:36-Niederlage beim HSV Hannover den Verantwortlichen deutlich auf den Magen. Coach Pauling musste denn auch eingestehen: "Wir haben heute nicht zu unserem Spiel gefunden." Allerdings fehlten da mit den verletzten Matthias Musche, Marcel Balster, Marius Kastening und Daniel Schmidt auch vier, teilweise tragende Kräfte.

Individuelle Ausbildung im Mittelpunkt

Doch so schön Siege, insbesondere überraschende, sind, im Mittelpunkt der Arbeit der Youngsters-Trainer steht die individuelle Ausbildung und Vervollkommnung der Talente, die taktische Schulung des Kollektivs. Das Hauptaugenmerk legt man an der Elbe traditionell auf eine gute Abwehrarbeit, aggressive Ballgewinne als Grundlage erfolgreicher Schnellangriffe.

"Wir stehen jetzt schon ganz gut in der Abwehr. Es sind nun immer mehr die Kleinigkeiten als die großen Baustellen, an denen es zu arbeiten gilt", konnte Trainer Pauling denn auch eine Entwicklung ausmachen. Sichtbares Ergebnis dessen ist der Einsatz von Kreisspieler Lennart Carstens in der Abwehr der Bundesliga-Sieben in den Spielen gegen Lemgo und zuletzt beim HSV.

Im Angriff dauert es erfahrungsgemäß länger, bis die Automatismen klar sind, alle Abläufe sitzen, aber auch hier sind laut Pauling Fortschritte erkennbar, macht sich die Arbeit in Kleingruppen bezahlt. Dabei konnte bisher auch das zeitweilige Fehlen des Trainers, wenn der mit der SCM-Ersten unterwegs ist, kompensiert werden.

Bleibt abzuwarten, welche Rolle die Youngsters in der Rückrunde der 3. Liga spielen können. Mit der Rückkehr der langzeitverletzten Balster, Kastening und Philipp Weber stehen den Verantwortlichen mehr Alternativen zur Verfügung, so dass die ein oder andere positive Überraschung möglich sein sollte.