Magdeburg l In knapp sechs Wochen findet die lange Vorbereitung der American Footballer der Magdeburg Virgin Guards ein Ende. Am 28. April empfangen sie die Leipzig Hawks zum Saisonauftakt der neu geschaffenen Regionalliga Ost-Süd.

Die erneute Ligenreform wurde erst nötig, weil die Gemeinschaft aller Landesverbände der neuen Bundesländer, der Spielverbund Ost, der bisher die eingleisige Regionalliga organisierte, nach dem Ende der vergangenen Spielzeit auf Drang der Landesverbände Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aufgelöst wurde.

Regionalliga Ost zweigeteilt

So organisieren diese beiden Verbände fortan die Nord-Staffel der Regionalliga Ost, während die Landesverbände Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts künftig den Mitteldeutschen Spielverbund bilden, unter dessen Schirmherrschaft die Süd-Staffel steht. Als Folge der Reform geht es für die Garde in der Spielzeit 2019 in der regulären Saison lediglich gegen vier Gegner in Hin- und Rückspiel.

Die Elbestädter sind kein großer Fan der Neuorganisation: „Als Verein halten wir von der Reform wenig. Zum einen ist durch den Austritt der Berliner und Brandenburger Mannschaften ein erheblicher Qualitätsabfall zu befürchten, zum anderen gibt es deutlich weniger Teams und in der Folge deutlich weniger Spiele“, moniert der Vorsitzende der Virgin Guards, Enrico Müller.

Tatsächlich sind die Sudenburger der einzige Vertreter der Süd-Staffel, der sich im Vorjahr regulär das Startrecht für die drittklassige Regionalliga erspielte. Die Leipzig Lions, die für die Saison 2019 einen US-amerikanischen Trainer angeheuert haben, fuhren abgeschlagen auf dem Abstiegsrang der Regionalliga ein, die Jenaer Hanfrieds, Erfurt Indigos und Auftaktgegner Leipzig Hawks rücken derweil aus der viertklassigen Oberliga nach.

„Man könnte theoretisch vermuten, dass wir qualitativ im Vorteil sind, aber damit würde man es sich zu einfach machen. Generell darf man keinen Gegner unterschätzen“, warnt Müller vor voreiligen Schlüssen. Hinzu kommt, dass die Virgin Guards im Winter einige Abgänge in der Offensive zu verzeichnen hatten, die es für Koordinator Christian Göge adäquat zu ersetzen gilt.

Spielmacher Lüttgau bleibt

Zwar konnte Spielmacher Lennart Lüttgau zu beidseitiger großer Freude aushandeln, bis zum Sommer in Magdeburg zu bleiben und weiterhin für die Garde zu spielen, doch verliert er mit Wide Receiver Florian Knauer seinen liebsten Passempfänger.

Zwei weitere gern gesehene Anspielstationen, Wide Receiver Stefan Ruzicka und Tight End (Freiblocker) Fabian Kramer, stehen dem Regionalligisten vorerst nur noch als Coaches zur Verfügung. Mit Ngoc Anh Nguyen und Marvin Michaelis verliert man zudem zwei weitere talentierte Offensivkräfte, die in den letzten Jahren für einige Big Plays und Touchdowns gut waren.

Defensive bleibt zusammen

Auf der anderen Seite des Balls konnten die Sudenburger aber ihre gute Defensive, um die sich Cheftrainer Harald Völkel weiterhin persönlich kümmert, ohne schmerzhafte Abgänge beisammen halten. Im Gegensatz zum Vorjahr muss sich diese 2019 aller Voraussicht nach auch nicht mehr mit US-amerikanischen Importspielern auseinandersetzen, da diese gemeinsam mit den Berliner Teams und den Cottbus Crayfish in die monetär besser aufgestellte Nord-Staffel wechselten.

Bei der Frage nach der Verpflichtung eines Amerikaners bleibt die Garde derweil auch in 2019 ihrer Linie treu: „Wir haben eine goldene Regel und die heißt Nachhaltigkeit. Wir werden kein Geld für Importe ausgeben und lieber die deutschen Talente fördern“, erklärt Pressewart und Tight End Marcus Hellriegel.

Sollten die Virgin Guards zum Ende ihrer regulären Saison Mitte Juli auf dem ersten Platz der Süd-Staffel stehen, so bedeutet dies noch lange nicht die Rückkehr in die GFL 2. „Erst würde man mit der Nord-Staffel den Sieger der gesamten Regionalliga Ost ausspielen, der sich dann wiederum für die Aufstiegsspiele qualifiziert“, erklärt Müller das komplizierte System, das einen Aufstieg für die Garde deutlich erschwert.

Zunächst gilt es, die Vorbereitung ordentlich zu Ende zu bringen, ehe Ende April der Auftakt ansteht.