Magdeburg l Es gab tatsächlich auch drei schöne Momente in diesem ansonsten sehr unschönen Spiel des USC Magdeburg in der 2. Regionalliga gegen die BG 2000 Berlin. Das war im zweiten Viertel, als Stefan Ahrens nach einem Ballgewinn in der Defense am schnellsten erkannte, dass der Weg nun nur zum gegnerischen Korb führen konnte. Und er nach einem temporeichen Sololauf gekonnt und per Dunk vollendete. Dann war es jener Moment im dritten Viertel, als der Ball mal flüssig in der Offense lief und Torsten Ramme Nutznießer für einen Zweier wurde. Und es war dieser Moment im letzten Viertel, als Center Ramme einen Rebound gewann und Lachezar Karadzhov letztlich per Dreier vollendete.

Nach all diesen Punkten stand es erst 12:25, dann 18:36 und nur noch 40:50. Plötzlich war die Chance auf den zweiten Saisonsieg da. Knapp vier Minuten vor Ende der Partie. Aber in diesen vier Minuten hatten die Berliner Gäste wieder leichtes Spiel, um letztlich mit 63:47 zu gewinnen. Weshalb Marius Gumpert die Lust auf Analyse vergangen war. Wortlos verließ der 23-Jährige am vergangenen Sonntagabend die Halle. Und war auch an den folgenden Tagen nicht mehr zu erreichen. Und irgendwie kann man den jungen Coach auch verstehen.

Coach Gumpert frustriert und fokussiert

Gumpert ist nicht einfach ein Coach, er ist ein Basketball-Philosoph. Und ein emotionaler noch dazu. Gumpert knallte während der Partie schon mal den Stuhl gegen die Wand. Und Gumpert fiel gestikulierend von einer Ohnmacht in die andere. Aber er versuchte auch, in den Viertelpausen und Timeouts die Mannschaft immer aufs Wesentliche zu fokussieren und die Spielelemente neu zu justieren.

Gumpert wird sogar ein wenig Hoffnung im Herzen getragen haben, nachdem Max Brennecke zum 42:50 verkürzt hatte. Und zumal er mit Karl Potratz jemanden in seinem Team hat, der ein Match mit viel Dynamik und großer Qualität dirigieren kann.

Spiel krankt im Angriff

Der Guard war vor Saisonbeginn davon überzeugt, „dass wir gute Chancen haben, in der Liga mitzuhalten“, erklärte Potratz, der in der Hinrunde der vergangenen Saison von den Baskets Wolmirstedt zum USC gekommen war, der zwölf Jahre lang bei den Artland Dragons ausgebildet wurde. „Ich hoffe, dass wir unsere individuellen Stärken gut ausspielen können und mit hoher Intensität an beiden Enden des Feldes spielen können“, wünschte sich Potratz damals. Am Sonntagabend schmiss er nach dem Abpfiff sein Trikot frustriert über den dreckigen Hallenboden.

Gumpert hatte nach dem ersten Saisonsieg vor zwei Wochen noch erklärt: „Die Mannschaft wird immer besser.“ Vor allem im Angriff. Aber ein Blick in die Statistik zeigt, dass genau dort das Spiel des USC gegen die BG 2000 krankte. Und die Partie vor allem dort entschieden wurde. In Blocks, Steals, Rebounds waren beide Teams ebenbürtig. Aber die Magdeburger verwandelten nur 15 ihrer 29 Zweier (Berlin 22/47), sie trafen nur zwei ihrer 20 Dreier (Berlin 4/19). Und die saisonbeste Mannschaft bei den Freiwürfen vollendete diesmal lediglich elf ihrer 21 Versuche (Berlin 7/15). Macht unterm Strich: zu wenig, um zu gewinnen.

Nächstes Spiel im Januar

Dass dann der beste USC-Werfer der Serie seine individuellen Stärken nicht ausspielen konnte, kam für den USC erschwerend hinzu. Tobias Münch, der in den zehn Partien zuvor 141 Zähler sammelte, hatte einen schlechten Abend erwischt, kam nur zu vier Punkten, lief kopfschüttelnd und laut brummend übers Feld. Sein Vertreter Ramme war ebenfalls nur mit zwei Zählern erfolgreich. Beste Werfer waren Ahrens (12), Lachezar Karadzhov und Brennecke (jeweils 11).

Um ihr Pech von der Hand zu waschen, haben die Magdeburger nun drei Wochen Zeit. Das erste Spiel im neuen Jahr bestreitet der USC am 12. Januar gegen den USV Potsdam – gegen den Tabellenführer.