Magdeburg l An diesem Freitag um halb elf wird der Puls höher schlagen. Denn um halb elf schlagen Frida Höllger und Charlotte Prestel das erste Mal in Barby auf. Bei ihrer ersten deutschen Meisterschaften in ihrer ersten gemeinsamen Saison im Sand. 32 Teams gehen im Beach- center in den Sand. 32 Duos haben das Ziel, um den Titel in der U 18 mitzukämpfen. Frida Höllger und Charlotte Prestel wollen bei ihrer Premiere ihr Bestes geben“, sagen die jungen Damen, die in der kommenden Hallensaison für den USC Magdeburg in der 3. Liga spielen. „Dann werden wir sehen, was passiert.“ Was sie bereits kennen, sind ihre gemeinsamen Stärken. Die 15-jährige Höllger verrät: „Selbst wenn wir in ein extremes Tief geraten, können wir uns wieder gut rausziehen. Und wir können uns sehr gut über Punkte freuen.“

Bislang haben sie ihre Freude mit einem akustischen „Blubb“ artikuliert. Aber vielleicht kommt in Barby noch ein Ständchen hinzu. Die 16-jährige Prestel aus Möckern spielt ja nicht nur Volleyball, sie spielt auch Klavier und könnte zumindest gedanklich eine kleine Hymne im Falle des Erfolges komponieren. Unterstützung kann sie dabei von ihrer Partnerin wohl nicht erwarten, wenngleich Höllger einst eine Freundin des Keyboard-Spiels gewesen ist. So halbwegs: „Mir war das irgendwann zu langweilig“, sagt sie lächelnd.

Beste Freundinnen

Sie hat sich dann lieber komplett auf den Sport konzentriert: erst aufs Schwimmen beim SCM, „bis ich aussortiert wurde“. Dann auf Volleyball, zu dem sie mit zwölf Jahren kam und wo sie eben die ehemalige Kampfsportlerin Charlotte Prestel kennenlernte. „Inzwischen sind wir beste Freundinnen“, sagt diese. Prestel hatte in der vergangenen Woche sogar bei ihrer Partnerin gewohnt, um für die Einheiten in Magdeburg nicht pendeln zu müssen.

Zudem sehen sich die beiden Mädels künftig und täglich auch am Sportgymnasium: „Ich wechsle zum neuen Schuljahr vom Siemens-Gymnasium dorthin“, berichtet Charlotte Prestel. Weil sie vier-, fünfmal pro Woche trainiert. Weil sie deshalb nicht ausreichend Zeit für die naturwissenschaftliche Ausrichtung am „Siemens“ hat. Die Zeit vor den deutschen Meisterschaften haben sie indes vor allem für die Arbeit im Block und in der Feldabwehr genutzt. „Dort müssen wir noch stabiler werden“, erklärt Prestel.

Hebel und Winkel

Den Startplatz hat sich das Team nicht über den zweiten Platz bei den Landesmeisterschaften – ebenfalls in Barby – gesichert, sondern über die Ranglistenpunkte des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Landesmeister wurden Pauline Meyer und Nele Schmidt (beide USV Halle), die ebenfalls in Barby antreten werden. Dennoch: „Wir haben uns auch über den zweiten Platz gefreut“, sagen beide USC-Mädels. „Aber mehr noch über den dritten Platz in der U 17“, die an jenem Wochenende im Juli parallel zur U 18 ihren Meisterkampf ausgetragen hatte. Prestel begründet: „Es ist einfach ein schöneres Gefühl, mit einem Sieg aus dem Turnier zu gehen.“ In ihrem Falle: mit einem Sieg im kleinen Finale.

Und mit einem Sieg wollen sie beim nationalen Vergleich starten. Beide können die Stärke ihrer Partnerin gut einschätzen. „,Fridi‘ hat den Vorteil, dass sie schön groß ist, dadurch kann sie ihre Hebel nutzen und und die Bälle einschlagen“, sagt die 1,71 Meter große Prestel, die beim USC die Zuspiel-Position besetzt. Die neun Zentimeter größere Mittelblockerin Höllger erklärt: „,Schlotti‘ kann sehr gut Winkel schlagen, hat dafür ein gutes Handgelenk. Und sie kann sich sehr gut zum Ball platzieren.“

Wenn es nicht reichen sollte für eine Medaille in Barby, sie keine eigene Hymne trällern dürfen, dann spielen sie sogleich wieder Zukunftsmusik – und die ist ab dem 13. September mit Saisonauftakt in der 3. Liga in der heimischen Campus-Halle gegen Prenzlauer Berg zu hören. „Ich will so viel wie möglich spielen“, sagen die Youngsters in der Damen-Riege von Trainerin Anja Bechmann unisono – zumal sie tatsächlich das Parkett dem Kampf im Sand bevorzugen. „Wir wollen den Klassenerhalt schaffen und Erfahrung sammeln“, blickt Prestel voraus. Erfahrung sammeln sie auch in Barby. Und womöglich „blubbt“ es dort häufiger als gedacht.