Magdeburg l Am Freitag wird es wieder eine Sternfahrt der besonderen Art geben. In Halberstadt wollen sich dann Frank Eder, Hans-Jürgen Plack, Michael Puse und Markus Schönhoff treffen, um gemeinsam auf Reisen zu gehen. Der Teammanger der Magdeburger Karambol-Billardmannschaft, sein Stellvertreter und die beiden Spieler machen sich dann auf die längste Auswärtstour der Saison ins Saarland. Gegner sind dort am Sonnabend der Bundesliga-Aufsteiger BC  St.  Wendel, tags darauf der Meisterschafts-Kandidat BC  Elversberg.

Zwei Spiele pro Auswärtsfahrt

In der Bundesliga ist es Usus, dass Auswärtsfahrten für die anreisenden Teams so gelegt werden, dass zwei Duelle am Wochenende mit möglichst geringem Fahrtaufwand bestritten werden können. St.  Wendel und Elversberg liegen Luftlinie nur knapp 20  Kilometer auseinander. Und doch: Der organisatorische Aufwand ist enorm. „Wir fahren zuerst nach Frankfurt, dort kommt am Sonnabend unser dritter Spieler Ömer Karakurt am Flughafen an. Danach fahren wir gemeinsam weiter“, berichtet Teamchef Eder.

Im Saarland selbst wird dann der Däne Dion Nelin zum Team stoßen. „Er bestreiten gerade in Frankreich ein Turnier“, erklärt Eder.

BCM klarer Favorit in St. Wendel

Hin- und Rückfahrt zusammengenommen kommen am Wochenende also weit mehr als 1000 Kilometer auf die Magdeburger Billard-Truppe zu. Und auch wenn der BCM als amtierender deutscher Meister immer als Favorit anreist – eine Reise mit Sieggarantie wird die Fahrt in den Südwesten der Republik nicht. „St.  Wendel ist Aufsteiger, aber dennoch ein sehr ernstzunehmender Gegner. Trotzdem ist es unser Ziel, dort zu gewinnen“, sagt Eder. „Elversberg spielt immer um den Titel mit. Das ist ein richtig starkes Team. Wenn wir da am Ende ein Unentschieden holen, wäre ich absolut zufrieden.“

Was ein bisschen nach Tiefstapelei klingt, erklärt sich bei genauem Hinsehen. St.  Wendel ist aktuell Schlusslicht der Liga, der BCM verlustpunktfreier Tabellenführer, die Favoritenrolle ist klar. Die Magdeburger erwarten die Gastgeber in der Aufstellung mit dem Franzosen Jerome Barbeillon, dem Tschechen Radovan Hajek sowie Lutz Schwab und Daniel Schwerdtfeger. Elversberg hingegen dürfte eine deutlich härtere Nuss werden.

Das Team ist Dritter, hat zwar nur zwei seiner vier Partien gewonnen. Aber: „Elversberg ist bekannt durch den Einsatz von Weltklassespielern an den beiden Führungspositionen“, erklärt Markus Schönhöff.

Elversberg mit internationalen Stars

Der BCM rechnet mit dem spanischen Spitzenmann Ruben Legazpi, als zweiter Ausländer könnten Jef Philipoom oder Peter Ceulemans zum Einsatz kommen. Letzterer ist der Enkel von Billard-Legende Raymond Ceulemans.

Klar ist: Die Magdeburger selbst werden nicht in absoluter Top-Besetzung antreten können. Erstmals in der Saison fehlt Weltmeister Dick Jaspers. An der Top-Position spielt deshalb Nelin, der Türke Karakurt spielt an Platz zwei. Das Duo dahinter bilden Puse und Schönhoff.

Neben der sportlichen Herausforderung erwartet Frank Eder zumindest am Sonntag auch eine ungewohnte Atmosphäre. „In Elversberg zu gewinnen ist immer schwer“, sagt er. „Elversberg hat einen kleinen Club, der immer bis zum letzten Meter mit Fans gefüllt ist. Unser Team kennt diese Situation aber und wird sich hoffentlich davon nicht beeindrucken lassen.“

Dann zumindest hätte sich die größte Sternfahrt der Saison für 1. BC Magdeburg mehr als gelohnt.