Magdeburg l Es war spät geworden am Sonntagabend. Irgendwann um kurz vor 22  Uhr war das Billard-Wochenende für Michael Puse beendet. Nach über 1000 Kilometern Fahrt mit seinem Team des 1.  BC Magdeburg ins Saarland. Nach einer überraschenden 2:6-Niederlage beim Bundesliga-Aufsteiger BC St. Wendel und einem 6:2-Sieg beim früheren Serienmeister BC Elversberg. Vor allem aber nach einem für ihn selbst denkwürdigen Auftritt.

Weltklasse-Leistung von Puse

Puse nämlich war am Sonntag Großes gelungen. Er hatte sein Spiel gegen Elversbergs Altmeister Klaus Bosel mit 40:25 gewonnen, hatte seine 40 Punkte dabei in nur 20 Aufnahmen erzielt. Heißt: 2,0 Punkte im Schnitt. Und in der Dreiband-Szene wird genau diese 2,0-Marke gern als mit dem Attribut „Weltklasse“ versehen.

Puse hatte sich mit seiner Leistung selbst ein wenig überrascht und war zurecht stolz auf sein Ergebnis. „Man muss immer vorsichtig sein mit Superlativen“, resümierte er. „Aber das war schon eine richtig gute Partie. So ein Schnitt ist mir in der Bundesliga noch nicht so wahnsinnig oft gelungen.“

Wie in der Sauna

Dabei waren die Bedingungen alles andere als leicht. „Es waren viele Zuschauer da in Elversberg, im Raum war es brutal heiß, wie in einer Sauna. Aber aus irgendeinem Grund bin ich sehr gut damit klargekommen.“ Was die Zahlen belegten: Eine Höchstserie von sieben Punkten, dazu zwei weitere Fünfer- und zwei weitere vierer Serien brachten ihn zum klaren Erfolg.

Den Team-Sieg sicherte am Ende aber der Türke Ömer Karakurt, der nach 4:22-Rückstand die Partie gegen den Belgier Jef Philipoom noch in ein 40:38 wandelte. „Ömer ist wirklich ein Kämpfer vor dem Herrn“, lobte Teamkollege Puse.

Lob für St. Wendel

Mit dem Erfolg machte der BCM auch die erste Saison-Niederlage tags zuvor wett. Das 2:6 in St. Wendel kam durchaus unerwartet. Aber, so betonte Puse: „St. Wendel hat einfach richtig gut gespielt. Das waren keine Zufallstreffer. Und das muss man dann auch einfach anerkennen.“