Magdeburg l Falko Willenberger hatte in sich und seinem Gegner die besten Motivatoren. Der Mann vom 1. Billardclub Magdeburg behielt die gesamte Partie über die Ruhe, die Konzentration und den großartigen Blick für seinen nächsten Versuch. Nach einem 4:9 in seinem zweiten Saisonspiel in der Dreiband-Bundesliga am Sonntag stieß er sich mit der gelben Spielkugel allmählich an Murat Gökmen vom BBC Witten heran, am Gegner vorbei – bis hin zum einzigen Sieg der Magdeburger in dieser Partie.

Denn was auch Willenberger nicht verhindern konnte: Der 1. BCM ist mit zwei Niederlagen in die neue Bundesliga-Saison gestartet – jeweils 2:6 endeten die Duelle mit dem BSV Velbert und eben Witten am Wochenende an den heimischen Tischen.

Sieg für Willenberger

Was zuweilen so leicht aussieht, ist eine fantastische Mischung aus Logik und Präzision. Beim Dreiband muss jeder Akteur mit seiner Spielkugel die erste Kugel anstoßen, dann muss die Spielkugel drei Banden nehmen, ehe sie auch die rote Kugel trifft – und erst dann gibt es einen Punkt. Und pro Aufnahme versucht jeder, so viele Versuche wie möglich erfolgreich zu vollenden. Wer als Erster dann 50 Zähler gesammelt hat, hat gewonnen. Falko Willenberger gewann also gegen Gökmen, der den gelungenen Aktionen des Magdeburgers seine Anerkennung zollte, mit 50:44 nach 52 Aufnahmen.

„Wir hatten die Mannschaft so aufgestellt, dass wir zumindest ein Unentschieden erreichen konnten“, sagte Frank Eder, der Mannschaftsleiter der Magdeburger. „Aber wenn nicht mehrere Trümpfe gleichzeitig stechen, reicht es eben auch nicht zum Remis.“ Zwei Trümpfe hatten den Gastgebern ja auch gefehlt: Ömer Karakurt, der coronabedingt in der Türkei bleiben musste, und Dion Nelin, der an der dänischen Meisterschaft teilnahm. Diese Ausfälle konnte der 1. BCM nicht kompensieren. Wenngleich das Team erst im Finale die Partie gegen Velbert verlor. Und insbesondere Radek Novak.

Mit 49:50 nach 47 Aufnahmen musste sich der Tscheche Barry van Beers geschlagen geben und verpasste damit den zweiten Sieg in dieser Begegnung. Den ersten hatte Uwe Werner, der Neuzugang aus Staßfurt, erkämpft. Bei seinem Comeback auf höchster Ebene.

Werner gelingt die Überraschung

Werner hatte zuletzt vor mehr als zehn Jahren die TSG Heilbronn in die zweite Bundesliga geführt. Nach der Wende spielte er wie Eder und später Markus Schönhoff (am Wochenende die Nummer eins beim BCM) für Askania Bernburg in der 2. Bundesliga. Zuletzt war er beim SV Lok Staßfurt in der Mehrkampf-Oberliga Sachsen-Anhalts unterwegs. Aber nach einem Gespräch mit Eder erlag er dem Reiz des hohen Niveaus und kehrte auf Bundesebene zurück. Und sein Sieg gegen Velbert „war eine echte Überraschung, die er auch gegen Witten gerne wiederholt hätte“, ist sich Eder sicher. Aber einen Tag nach seinem deutlichen 50:35 gegen Volker Simanowski verlor er knapp mit 47:50 gegen Volker Baten – wobei Werner nach einer 6:0-Führung in den folgenden zehn Aufnahmen lediglich zwei Zähler sammelte.

Nachdem sich alle Hoffnungen auf ein gutes Mannschaftsergebnis für die Magdeburger zum Saisonauftakt also nicht erfüllt haben, hoffen sie wiederum auf den Einsatz des Dänen Dion Nelin am 3. Oktober beim BC International in Berlin. „Er hat mir bereits mitgeteilt, dass er dann dabei sein will“, berichtete Eder. Das wäre schon deshalb gut, weil Radek Novak laut Regelwerk als gemeldeter Ersatzmann ja nur vier Einsätze an den zehn Spielwochenenden absolvieren darf. Und weil Nelin als Nummer eins natürlich der größte Trumpf der Magdeburger ist.

1. BCM gegen Velbert: Markus Schönhoff (31:50), Radek Novak (49:50), Falko Willenberger (46:50), Uwe Werner (50:35) – 1. BCM gegen Witten: Schönhoff (38:50), Novak 47:50), Willenberger (50:44), Werner (47:50)