Magdeburg l Steven Ehebrecht muss sich manchmal schütteln, wenn er sich die Ausbeute seiner Mannschaft vor Augen führt. 24 Treffer haben die Floorball Tigers in der Regionalliga-Saison bislang erzielt, nicht in sechs, nicht in fünf, auch nicht in vier, tatsächlich in nur drei Spielen. „Das ist ja untypisch für uns, dass wir so oft treffen“, sagt der spielende Trainer – und kann sich ein breites Lächeln nicht verkneifen. Besonders oft haben dabei Christian Hoffmann und Jannik Nitsche getroffen, die mit neun und sieben Treffern nicht nur die besten Schützen ihrer Mannschaft sind, sondern zuzüglich mit jeweils fünf Torvorlagen auch die effektivsten Scorer der gesamten Ost-Staffel.

Die Ausbeute hätte ja auch größer sein können, wenn bei den Tigers die Spieler nicht nur in Sachen Torausbeute, sondern auch Vernunft vorangegangen wären. Zwei Spiele hatten sie selbst abgesagt, „weil uns die Gesundheit deutlich wichtiger ist und wir nicht in Gefahr geraten wollten, uns selbst oder den Gegner anzustecken“, berichtet Ehebrecht. Die Rede ist selbstverständlich von Corona, dieses alltagsbestimmende Virus, das den Amateursport im derzeitige Lockdown lahmgelegt hat.

Nächstes Spiel: 30. Januar

Ehebrecht hatte bereits zuvor versucht, „das Training individuell anzupassen“, berichtet er. Für ihn ist vor allem wichtig, „dass wir konditionell nicht zu stark abbauen“, sagt er mit Blick auf den Re-Start in der Saison, der wiederum lange auf sich warten lässt. Denn der Verband Sachsen-Anhalt hat den Spielbetrieb gleich bis zum 31. Dezember ausgesetzt.

Damit fallen allein bis zum Jahresende schon fünf Begegnungen aus. Und der nächste Spieltag der Tigers ist erst auf den 30. Januar in heimischer Halle gegen MFBC Leipzig/Schkeuditz datiert. „Spielerisch“, denkt Ehebrecht, „werden wir kaum Einbußen zu befürchten haben“, erklärt der Trainer. Zumal: „Was uns wahnsinnig auszeichnet, ist die Teamleistung.“

Werden die Play-offs gespielt?

Ob im neuen Jahr tatsächlich nur die Regionalliga-Saison zu Ende gespielt wird, dafür die Play-offs um den Aufstieg in die 2. Bundesliga gestrichen werden, darüber kann Ehebrecht allenfalls spekulieren. Und das klingt dann bei ihm so: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Play-offs gespielt werden, geht gegen Null.“ Das allerdings würde die Magdeburger sowieso kaum tangieren, wenngleich die Play-offs-Teilnahme das favorisierte Ziel in dieser Saison ist. „Aber wir haben bereits vor der Saison angegeben, dass wir nicht aufsteigen wollen“, so der 29-Jährige. Diese Ambition haben die Tigers seit ihrem Abstieg in die Regionalliga vor einigen Jahren nicht mehr. „Dafür fehlt uns die nötige Breite im Kader“, betont der Coach.

An der Qualität liegt es nun nicht: Die Tigers pflegen eine Kooperation mit dem Zweitligisten PSV Dessau. Mit Torwart Tim Reichert, Tigers-Kapitän Benjamin Ehrhardt, Christian Hoffmann und Quoc Anh Phan besitzen gleich vier Akteure das Doppelspielrecht, weshalb Ehebrecht seine Mannschaft gerne „das Beste aus zwei Welten“ nennt. Alle anderen hegen nicht mehr das Ziel, höherklassig zu spielen. Und ehe der Nachwuchs nachrückt, werden wenigstens noch zwei Jahre ins Floorball-Land gehen. „Wir haben eine sehr gute Nachwuchsarbeit“, weiß Ehebrecht zwar, „aber eben keine U 17 und keine U 15, sondern erst wieder eine U 13. Die Lücke ist derzeit zu groß.“ Mit 15 Jahren darf man im Floorball bei den Erwachsenen auflaufen.

So bleibt also das Ziel, die Regionalliga zu halten, sie vielleicht sogar zu gewinnen. Und so viele Treffer wie möglich zu erzielen. Denn Steven Ehebrecht sagt trotz der bisherigen Ausbeute: „Wir haben auch oft genug am leeren Tor vorbeigeschossen, die Chancenverwertung ist deshalb weiterhin ausbaufähig.“