Magdeburg l Daniel Naumann war im Moment der Pleite alles andere als aufgewühlt. Als der Trainer des SSV Besiegdas 03 am Freitagabend zur Analyse schritt, wirkte er aufgeräumt und versuchte, die 90 Minuten zuvor in Vergleichen einzuordnen. „Sie kommen mit vier Teambussen angefahren, wir sind mit Moped und Fahrrad unterwegs. Sie kommen mit einer Riesentruppe, mit einigen richtig guten Jungs – und wir bekommen gerade so eine spielfähige Mannschaft zusammen. Sie kommen mit einem Stab mit zehn Leuten, bei uns machen Lalle (Lars-Peter Hagen, Anm. d. Red.) und ich heute alles alleine. Das ist einfach nicht zu vergleichen.“

So klingt eine Analyse, wenn es über mehr zu erzählen gibt als über Tore und Torschützen, wenn eine 0:9-Niederlage im Grunde ganz einfach zu erklären ist. Genau so hoch fiel nämlich am Freitagabend die Besiegdas-Klatsche gegen den Landesliga-Absteiger Burger BC aus. Trotzdem sagte Naumann: „Ich bin nicht enttäuscht über das Ergebnis. Man muss ganz klar sagen, dass wir nicht nur mit elf sehr tapferen Spielern ganz deutlich verloren haben, vielmehr sind hier zwei ganz verschiedene Welten aufeinandergetroffen.“ Und: „Der Burger BC hat ganz andere Möglichkeiten.“

FCM-Organisator Kahl springt ein

Zum Heimspiel gegen den Staffel-Favoriten und Absteiger Burger BC hatte der Vorjahresmeister Besiegdas schon im Vorfeld den Kader-Notstand ausgerufen. Mit lediglich neun Spielern aus der Herrenmannschaft und zwei reaktivierten Altherrenspielern in der Aufstellung. Und das machte sich auch schnell auf dem Feld bemerkbar mit einem sehr überlegenen Burger Auftritt.

Vier Treffer in vier Minuten sorgten schon schnell für ein klares Ergebnis und ließen nach nur neun Minuten Böses befürchten. Mit zwei weiteren Treffern bis zum 6:0-Pausenstand und drei Gegentreffern in Durchgang zwei zog sich Besiegdas dafür aber noch achtbar aus der Affäre. Auch, weil die Gäste merklich zurücksteckten.

Während bei Besiegdas mit dem 40-jährigen Matthias Kahl und dem 36-jährigen Stephan Oeynhausen zwei Reaktivierte in der Abwehrreihe standen, war auf der Gegenseite mit Marcel Probst ein ehemaliger Regionalliga-Kicker des FCM mit drei Toren der beste Torschütze – sinnbildlich für die Partie. Hier Kahl, heute Leiter Spielbetrieb und Organisation beim FCM, dort Probst, einst Profi.

Den beiden eingesprungenen Routiniers sprach Naumann, der sich selbst im Trikot auf die Bank setzte, im Nachgang seinen Dank aus: „Den beiden ist überhaupt kein Vorwurf zu machen. Wir sind einfach nur dankbar, dass wir dank ihrer Hilfe elf Mann auf den Platz bekommen haben.“

Taktische Vorgaben nicht erfüllt

Trotz der limitierten Möglichkeiten hätte sich Naumann ein ansehnlicheres Ergebnis gewünscht. „Das Spiel heute nicht zu verlieren, war in der Konstellation gegen diesen Gegner undenkbar. Aber wir haben unsere taktischen Vorgaben nicht so erfüllt, wie wir wollten und darum wurde es letzten Endes auch so deutlich.“

Der in der Abwehr eingesprungene Oeynhausen hofft einfach nur, so bald nicht wieder in der Ersten mitspielen zu müssen. „Wenn ich gebraucht werde, bin ich sofort dabei. Ich bin bei den Alten Herren aber sehr glücklich und würde mich freuen, wenn die Erste bald wieder ohne mich voll wird“, urteilte er über seinen Einsatz.