Magdeburg l Wenn sich die Landesklasse-Kicker des SSV Besiegdas 03 dieser Tage einmal wöchentlich zum entspannten Sommertraining treffen, ist jeweils für 90 Minuten Englisch die Sprache der Wahl.

Nach dem griechischen Torwart-Duo Marios Kolila und Christian Moukas, dem Iraner Soheyl Gobeyshavi, dem Syrer Fariz Nakkash und dem Inder Calvin Rupert Emmanuel hat sich die Riege der Internationalen beim SSV nämlich noch einmal erweitert.

Neue und aufregende Situation

Künftig schnüren auch der Italiener Erasmo Purificato (29) sowie die beiden Polen Piotr Gacioch (26) und Adam Gora (31), die allesamt der Arbeit wegen in Magdeburg sind, ihre Töppen für die Grün-Gelben. Für Trainer Daniel Naumann ist diese Situation zwar „neu und aufregend“, aber ganz im positiven Sinne. „Ich finde das herrlich. Die Arbeit mit den vielen Jungs verschiedener Herkunft macht einfach richtig Spaß“, erzählt er.

Dabei ist es mit der Kommunikation nicht immer ganz so einfach. „Wenn man sich über banale Sachen aus dem Alltag unterhalten möchte, merkt man die Sprachbarrieren schon“, verrät Naumann. „Aber das ist das Schöne am Sport: Legst du den Jungs einen Ball vor die Füße und schickst sie auf den Platz, dann spielen sie sofort miteinander. Dann ist es egal, ob Deutscher, Inder oder Syrer. Dann ist der Fußball unser Mittel der Kommunikation“, schwärmt der 36-Jährige.

Dass es beim SSV Besiegdas international zur Sache geht, ist dabei längst keine Neuheit. In seiner noch jungen Geschichte zählte der 2003 gegründete Verein schon Spieler und Spielerinnen zahlreicher verschiedener Nationalitäten, darunter so ausgefallene wie Kolumbier oder Libanesen. Mit den jüngsten Zugängen aus Italien und Polen wird diese Liste nun noch länger und das Team ist so international besetzt, wie noch nie zuvor.

Integration wird bei Besiegdas gelebt

Darin sieht Naumann auch einen der Gründe, warum sich Besiegdas zu Recht als „coolster Verein der Stadt“ titulieren dürfe: „Bei uns wird nicht nur über Integration geredet, hier wird sie gelebt. Ich finde es verdammt cool, wie hier verschiedene Kulturen aufeinandertreffen.“

Neben der Persönlichkeit, die bei Neuzugängen immer stimmen müsse, sieht der Coach die drei neuesten Internationalen auch spielerisch als „absolute Bereicherung“ für den Landesklassisten. Italiener Purificato soll künftig in bester Catenaccio-Manier die Defensive zusammenhalten, nachdem der in den Norden heimgekehrte Student Max Lipka nicht mehr für Besiegdas aufläuft. Die Polen Gacioch und Gora sind derweil offensiver eingeplant und werden, da ist sich der Coach sicher, dem Spiel aus dem Mittelfeld heraus ihren Stempel aufdrücken.

Fraglich ist jedoch noch, wann sie die Chance dazu in Pflichtspielen bekommen. Ein anvisierter Starttermin für die Landesklassen ist schließlich noch ebenso wenig bekannt wie die Staffeleinteilung für die neue Saison. Auch der Magdeburger Stadtpokal, in dem Besiegdas im Halbfinale den SV Fortuna II erwarten soll, wurde bisher nicht neu terminiert. Wie Stadtfachverbands-Präsident Volker Buhtz erklärt, wolle man hier vorerst den Rahmenterminplan des Landesverbands abwarten: „Ehe der nicht fertig ist, lohnt sich eine Planung gar nicht.“

Naumann: „FSA-Auftritt intransparent“

Dass aber beispielsweise der KFV Salzland nachzuholende Kreispokalspiele bereits für Anfang August festgesetzt hat, sorgt am Gübser Weg bei aller Vorfreude auf die neue Saison für Unbehagen. „Alle warten auf den Landesverband, aber manche scheinen es schon besser zu wissen“, ärgert sich Naumann und ergänzt: „Für mich wirkt der ganze Auftritt vom FSA sehr intransparent den Vereinen gegenüber.“

Buhtz stimmt dem insofern zu, dass auch er das „Vorpreschen“ mancher Kreise für „äußerst unglücklich“ befindet, stellt mit der Tagung des FSA-Spielausschusses am kommenden Wochenende aber eine zeitnahe Lösung in Aussicht.

Bis diese vorliegt, können sich die Neuzugänge des SSV Besiegdas vorerst nur in den Trainingsspielchen zeigen, bis dann demnächst vielleicht die internationalste Elf der Besiegdas-Geschichte in einem regulären Spiel auf den Platz geschickt wird.