Magdeburg l Der Neuling spürte am Sonnabend von Beginn an, welch rauer Wind im Nachwuchs-Oberhaus weht. FCM-Coach Thomas Hoßmang warnte bereits im Vorfeld, dass die wenigen Chancen, die man in der Bundesliga erhält, möglichst konsequent zu nutzen sind. Doch der immer wieder mit langen Bällen gesuchte Marc Plewa zögerte beim Abschluss (5. Minute).

Elfmeter löst Empörung aus

Dann der frühe Rückstand, als Luca Menke HSV-Wirbelwind Ogechica Heil zu stoppen versuchte, Schiedsrichter Maurice Milczewski zum Entsetzen der Gastgeber auf Elfmeter entschied und Erolind Krasniqi zum 0:1 traf (8. Minute).

Erinnerungen an das DFB-Pokalviertelfinalspiel gegen den SC Freiburg im Frühjahr wurden wach, als der 23-jährige Milczewski, Polizeikommissaranwärter aus Duderstadt, in der Schlussminute auf Strafstoß entschied, den der spätere Pokalsieger aus dem Breisgau zum 2:1-Sieg nutzte.

„Ich weiß nicht, ob das Elfmeter war“, erklärte Hoßmang nach Spielschluss, echauffierte sich während der Partie gemeinsam mit seinen Assistenten Matthias Mincu und Mario Winkler mehrfach lautstark an der Seitenlinie über Entscheidungen der Referees gegen seine Elf.

Partie zur Pause entschieden

Die cleveren und spielstarken Gäste entschieden noch vor der Pause die Partie. Erzielte der aufgerückte Pascal Schmedemann das vermeintliche 1:1, was aber zurückgepfiffen wurde (17.), und verletzte sich dabei am Sprunggelenk, erspielten sich die Hanseaten zumeist über Heil noch zahlreiche Hochkaräter, wovon sie zwei nutzten.

Zunächst hatte Schmedemann bei seiner Grätsche gegen den Hamburger Lenny Borges Glück, dass Milczewski nicht erneut auf den Punkt zeigte (28.). Dann tanzte Krasniqi die FCM-Abwehr aus, als letzten Marvin Hommel, und ließ FCM-Keeper Tim Kips beim 0:2 erneut keine Abwehrchance (36.). Valentin Brandis traf in der 43. Minute mit einem abgefälschten Schuss zum 0:3, wobei der Rettungsversuch von Marc Andre Jürgen auf der Torlinie misslang.

FCM fehlt Passgenauigkeit

Nach dem Seitenwechsel war die Begegnung ausgeglicher, weil die Gastgeber endlich mutiger auftraten, die Hanseaten aber auch angesichts der Führung einen Gang zurückschalteten. Draußen blieben der angeschlagene Schmedemann, der vorsorglich zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren wurde sowie Temps (Pferdekuss). Doch nach wie vor mangelte es dem Hoßmang-Team an der nötigen Passqualität, kam der letzte Ball zu selten an.

Bei Schmedemann wurde eine Überdehnung der Bänder festgestellt. Heute Vormittag wird sich der Jungprofi, der bereits bei den Männern mittrainiert, den Ärzten vorstellen.

Der eingewechselte Bruno Schiemann (57.) sowie Maximilian Farwig per Kopf (88.) konnten ihre Gelegenheiten zur Resultatsverbesserung nicht nutzen. So blieb es beim ernüchternden 0:3 gegen spielstarke Hamburger, die in den entscheidenden Situationen den berühmen Tick reifer schienen.

Zweite Halbzeit gibt Hoffnung

„In der zweiten Halbzeit haben die Jungs schon gezeigt, was in ihnen steckt, doch müssen sie noch konsequenter agieren. Über weite Strecken haben wir sehr ordentlichen Fußball gespielt. Klar, war der HSV individuell besser. Wir können das nur über die Gemeinschaft, das Team deckeln“, sah Coach Hoßmang durchaus positive Ansätze.

FCM: Kips - Menke, Lehmann, Schmedemann (46. Schweda), Jürgen, Hommel (73. Ogbidi), Kanther, Salihoglu, Farwig, Temp (46. Schiemann), Plewa