Magdeburg l Der Blick auf das Restprogramm lässt eigentlich Schlimmstes befürchten. Auf den VfB Ottersleben warten in der Fußball-Landesliga noch zwei Spiele – gegen die Spitzenteams MSC 1899 Preussen und SV 09 Staßfurt. Und doch gibt es gute Nachrichten: Der Abstieg des derzeit Tabellenzwölften ist praktisch vom Tisch. Denn genau der drohte zwischenzeitlich ja. Und zwar – kurios genug: durch die Konstellation in den Oberligen, also zwei Spielklassen höher.

Abstieg mit Auswirkungen

Dort kämpften der 1. FC Lok Stendal im Norden sowie Blau-Weiß Zorbau, Askania Bernburg und der VfL Halle im Süden gegen den Abstieg. Und vier Absteiger aus Sachsen-Anhalt hätten die Verbandsliga im Land aufgefüllt, was wiederum dort und in den Ligen darunter zu mehr Absteigern geführt hätte.

Nun aber ist die Konstellation besser: Stendal kann es trotz des 2:1-Erfolges zuletzt bei Anker Wismar zwar immer noch erwischen. Aus der Südstaffel ist neben dem feststehenden Absteiger Zorbau aber nur noch der VfL 96 Halle theoretisch gefährdet. Der Grund: Mit dem selbsterklärten Rückzug steht der gegenwärtige Rangzehnte Wismut Gera als erster Absteiger fest.

Schwierige Planungen

Somit würden maximal drei Teams aus Sachsen-Anhalt in die Verbandsliga absteigen. Die Folgen für die beiden Landesliga-Staffeln hielten sich damit in Grenzen. Und vor allem: Der VfB Ottersleben wäre gerettet.

„Klar gehen wir nach dem bekannt gewordenen Rückzug von Gera entspannter in die Restsaison. Wie andere Mannschaften auch, haben wir in den letzten Wochen immer mal auf die Tabellen der höheren Ligen geschaut, ob es da eventuelle Auswirkungen geben könnte. Doch nun ist ja Gott sei Dank alles geklärt”, sagt VfB-Kapitän Matthias Deumelandt.

Der 33-Jährige ist ein gutes Beispiel, dass eine solch unübersichtliche Konstellation in den Ligen auch ganz konkrete Auswirkungen auf die Vereine und deren Planungen haben kann. Denn eines stand für Deumelandt immer fest: „Die Landesklasse wäre nichts für mich.“

Deumelandt vor Wechsel?

Und so gab es zuletzt bereits Interesse von anderen Vereinen. „Mein erster Ansprechpartner ist natürlich der VfB Ottersleben, wenn es um meine sportliche Zukunft geht. In dieser Woche werde ich das Gespräch mit Oliver Malchau (Trainer und Abteilungsleiter des VfB, Anm. d. R.) suchen“, beschreibt Deumelandt seinen Fahrplan.

Er macht aber kein Geheimnis daraus, dass noch zwei weitere Vereine im Rennen sind. Darunter der SV Fortuna Magdeburg. „Ein interessanter Verein. Unter Trainer Dirk Hannemann habe ich noch nie gespielt“, erklärt der frühere FCM-Kicker. Fortuna ist aktuell der einzige Magdeburger Verbandsligist. Der dritte Verein liegt auch nicht so weit weg. „Höchstens 15 Minuten. In der nächsten Woche herrscht Klarheit“, sagt Deumelandt,

Stühlerücken beim VfB

Beim VfB Ottersleben, der so ambitioniert in die Saison gegangen war, dann aber immer weiter abrutschte und sich nach 19 Monaten von Coach Mario Katte trennte, setzt dagegen das Stühlerücken ein. Urgestein Matthias Dieterichs, für den die Saison wegen einer Sprunggelenkverletzung bereits beendet ist, hört endgültig auf, will künftig nur noch Kleinfeld und in der FCM-Traditionsmannschaft spielen.

Es wird eine Verjüngung einsetzen. Ob Oliver Malchau, Multifunktionär sowie Trainer der Männer und A-Junioren, weiterhin den Landesligisten trainieren wird, ist offen. Zwar bekundete er sein Interesse, doch gilt es erst einmal, die Saison noch halbwegs vernünftig zu beenden.