Magdeburg l Anpfiff, Schuss, Tor. So in etwa lässt sich der Arbeitsnachweis von Steve Röhl in den ersten drei Minuten der letzten Partie des MSC Preussen beschreiben. 2:1 ging das Spiel im Germer-Stadion gegen die Jungs aus Bismark aus. Damit rückten die Preussen in der Landesliga bis auf einen Zähler an den Spitzenreiter aus Gardelegen und an den Zweitplatzierten SV Staßfurt heran.

Mit sieben Toren hat Röhl maßgeblichen Anteil an der bisherigen Erfolgsserie der Kicker von der Bodestraße. Nun steht das Duell mit Union Schönebeck an. Am Donnerstag um 14 Uhr beginnt die Partie im Stadion an der Barbarastraße in Schönebeck. Es ist das Duell Dritter gegen den Vierten – und das Duell der beiden Torjäger: Steve Röhl gegen Marcus Bolze, der bisher neunmal für Union getroffen hat. Wenn man so wie die Landesliga-Version des Duells Lewandowski gegen Kane. Toptorjäger unter sich.

Mannschaften auf Augenhöhe

Die Preussen wissen, was in Schönebeck auf sie zukommt. „Wir trainieren vor jedem Spiel individuell zugeschnitten auf den bevorstehenden Gegner“, erklärt Steve Röhl.

Schönebeck und der MSC sind punktgleich in der Tabelle. Bloß die Tordifferenz macht den Unterschied. Schönebeck hat bei 19 geschossenen Toren neun Treffer hinnehmen müssen, Preussen dagegen bei 18 Treffern nur sieben Gegentore kassiert. „Wir wissen natürlich um die Stärken der Schönebecker. Fünf Siege in Serie sprechen eine klare Sprache. Trotzdem sind wir gut vorbereitet“, weiß Steve Röhl zu berichten.

Ist ein Torjäger vor einem so besonderen Spiel eigentlich aufgeregt? „Nein, nicht aufgeregter als sonst auch. Natürlich gehört ein bisschen Nervosität aber immer mit dazu.“

Röhl hat ein Ritual

Sicherheit geben da auch feste Rituale vor dem Spiel. So hat der Torjäger schon seit Jahren ein spezielles Prozedere: „Ich ziehe mir immer den rechten Schuh zuerst an. Das mache ich mittlerweile seit vielen Spielzeiten schon.“

Damals hatte Steve Röhl nach einem gewonnenen Spiel bemerkt, dass er den rechten Schuh zuerst über den Fuß streift. „Also habe ich das von Spiel zu Spiel übernommen. Und in dieser Saison scheint mir dieses Ritual auch Glück zu bereiten.“

Röhl lobt Bolze

Scheint so, als stünden die Chancen für einen Auswärtssieg für die Preussen gut. „Die Stärken der Gastgeber kennen wir. Aber wir haben genügend Qualität in unseren Reihen, so dass wir gewinnen werden“, ist sich der Stürmer sicher. „Die kampfstarken Schönebecker mit ihrer Moral sind da schon ein Brocken. Aber wir werden die passenden Mittel schon haben, bin ich der festen Überzeugung!“

Klingt nach einem Torversprechen. „Nein. Am Ende sind mir die drei Punkte wichtiger, als dass ich getroffen habe. Es wäre natürlich auch privat für mich ein besonderer Sieg, denn der Kapitän von den Schönebeckern, Matze Rhode, ist mein bester Freund. Da will man natürlich umso mehr gewinnen und gibt noch ein paar Prozentpunkte mehr Leistung für den Sieg“, zeigt sich Röhl kämpferisch.

Bolze ist Schönebecks Torgarant

Doch neben Steve Röhl gibt es auch auf Seiten der Schönebecker mit Marcus Bolze einen Torgaranten. Das Aufeinandertreffen ist also auch ein Duell der Torjäger unter sich. „Privat haben wir eigentlich keinen Kontakt. Aber wir haben schon zusammen ein Bierchen getrunken. Auch aus seiner Zeit aus Staßfurt kenne ich ihn noch“, erläutert Steve Röhl und ergänzt: „Ein unglaublich torgefährlicher und schneller Stürmer.“

Dennoch will das Magdeburger Team von Trainer Torsten Marks sich nicht von dem Gastgeber beeinflussen lassen. „Klar, auf das schnelle und kampfbetonte Spiel von Union müssen wir spielerische Antworten parat haben. Trotzdem wollen wir unsere Spielweise nicht auf den Gegner anpassen, sondern unser eigenes Spiel aufziehen“, sagt Röhl.

Das Spiel werde nur durch eine besondere Moral und einen starken Willen entschieden. „Das Team, das den Sieg mehr will, gewinnt am Ende auch. Und das werden wir sein. Ich tippe auf einen knappen 2:1-Auswärtserfolg“, orakelt Röhl.