Magdeburg l Wenn Enrico Kuplich heute mit den Fußballern des Post SV auf Germania Olvenstedt trifft, kann es gut sein, dass er sich das eine oder andere direkte Duell mit seinem langjährigen Medizin-Teamkollegen Jan Förster liefert. Während Förster seit diesem Sommer die Olvenstedter Offensive in der Landesklasse 2 aufmischt und mit drei Saisontreffern aktuell bester Schütze ist, hütet Kuplich nämlich den Kasten der Stadtfelder. Auch Germania-Coach Tim Woltersdorf ist dem Keeper noch bestens aus gemeinsamen Tagen beim HSV Medizin II bekannt. Folglich meint Kuplich: „Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Freunden.“

Eine Zusammenkunft in dieser Konstellation hätte der Keeper wohl kaum für möglich gehalten, als sich die Wege der drei im Sommer 2017 trennten. Woltersdorf ging als Co-Trainer nach Olvenstedt, Förster zu seinem Stammverein Besiegdas und Kuplich in der folgenden Winterpause zum damaligen Stadtoberligisten an der Spielhagenstraße. „Die Perspektive, bei Post um den Aufstieg zu spielen, hat mich gereizt“, wie der Schlussmann seinen Wechsel begründet, „sie haben sich um mich bemüht, ich habe es mir angeschaut, und es hat mit sofort gefallen.“

Umgehend wurde Kuplich am Westring zum Stammtorhüter und zum wohl letzten Puzzleteil für den Landesklasse-Aufstieg 2019. Denn nicht umsonst erklärte Trainer Jörg Grau nach geglückter Stadtmeisterschaft im fünften Anlauf: „Im Vergleich zu den Vorjahren war der Unterschied, dass wir jetzt einen sehr starken Rückhalt, eine richtige Nummer eins haben.“

"Eine richtige Nummer eins"

Eine solche brauchen die Postler auch, schließlich ist bei ihrer für den Landesklasse-Maßstab ungewöhnlich offensiven Ausrichtung „das eine oder andere Gegentor mehr das kalkulierte Risiko“, wie es Trainer Grau gerne beschreibt. Doch haben die Stadtfelder mit Kuplich einen sehr guten Schlussmann, der die Bälle nur zu gerne reaktionsschnell von der Linie kratzt.

Diese Erfahrung musste in der Vorwoche auch der 1. FC Magdeburg II machen, der trotz zahlreicher guter Gelegenheiten nur zu einem Treffer kam, immer wieder im Post-Keeper seinen Meister fand. So bedeutete der 4:1-Erfolg den fünften Sieg im fünften Saisonspiel – und ganz nebenbei die Übernahme der Tabellenführung. „Dafür interessieren wir uns aber nicht“, versichert der 35-Jährige, „uns geht es nur darum, unseren eigenen Stiefel runterzuspielen.“

Ein unangenehmer Gegner

Mit dieser Maßgabe gehen Kuplich und Co. heute auch in das Duell gegen die Germania – und mit dem Wissen: „Olvenstedt ist ein ganz unangenehmer Gegner.“

Diese Erfahrung machten die Stadtfelder im Vorjahr, als neben Staffel-Primus Burg nur die Germanen in der Spielhagenstraße punkteten. „Über 80 Minuten sind wir da angerannt, haben aber kein Durchkommen gefunden“, erinnert sich Kuplich, der mit einem entschärften Elfmeter immerhin das 0:0 bewahrte. Ein ähnlicher Auftritt könnte Post auch heute erwarten, das Ziel ist dennoch klar: „Gerade zu Hause wollen wir jedes Spiel gewinnen.“

Die Unterstützung von außen ist den Postlern dabei gewiss, zählen sie doch zu den Zuschauermagneten der Landesklasse 2. Privaten Support erhält Kuplich zudem von seiner kleinen Tochter, die ihn bei fast jedem Spiel begleitet. „Allein, weil es ihr so gut auf dem Sportplatz gefällt, würde ich mich gar nicht trauen, aufzuhören. Da bekäme ich Ärger“, scherzt Kuplich.

Über einen neuen Torhüterkollegen nach dem Abgang von Kevin Hummelt zum Verbandsligisten Barleben würde sich der Familienvater dennoch freuen, denn „ehrlich gesagt, habe ich mich schon auf Entlastung gefreut. Kevin ist ein großartiger Keeper, ich hätte mit ihm sogar als Nummer eins gerechnet.“ So aber bringt Kuplich die Gegner weiter zur Verzweiflung, vielleicht auch heute seine alten Weggefährten vom HSV Medizin.