Neustadt l Strammer Schritt, Tunnelblick, Schweigen: So äußerte sich die Enttäuschung des Dirk Hannemann nach der Niederlage am Sonnabend. So klang der Trainer der Fortunen am Tag danach auch noch am Telefon. Und die Enttäuschung rührte nicht allein von dieser 0:3 (0:0)-Pleite gegen den 1.FC Bitterfeld-Wolfen, die seine Mannschaft innerhalb von elf Minuten durch einen Kopfball von Daniel Trettner (63.) und nach Kontern durch Viacheslav Potapenko (67.) und Jan Riediger (73.) kassierte. „Wir haben acht Punkte aus acht Spielen geholt“, sagte Hannemann. „Das ist zu wenig. Wir hätten vier oder fünf Zähler mehr auf dem Konto haben müssen.“

So deutlich sich nun das jüngste Ergebnis vor 52 Zuschauern am Schöppensteg auch liest, so war der Spielverlauf doch ein völlig anderer. „Wir haben 55, 60 Minuten ein sehr gutes Spiel gezeigt“, erklärte Hannemann. In der Defensive sicher gestanden, im Angriff die Initiative ergriffen, Chancen erarbeitet, die größte vor der Pause durch Patrick Kemter in der 25. Minute. Aber die Chancenverwertung, sagte Hannemann, ist derzeit das wohl größte Manko der Fortunen, an das der Coach mit seiner Mannschaft in den nächsten drei spielfreien Wochen arbeiten wird. So wie die jungen Akteure nicht nur Kraft tanken, sondern auch Mut sammeln sollen. Denn grundsätzlich „darf man jetzt nicht alles schlechtreden, wir haben auch sehr gute Spiele gemacht“, betonte Hannemann. Nur ist die Unbekümmertheit nach acht Spielen in sechs Wochen irgendwann auf der Strecke geblieben. Und das hat man auch gegen Bitterfeld gesehen, als es nach der Pause bitter kam für die Fortunen.

Kemter vergibt Chance zum Ausgleich

Nach dem Rückstand hatte der Gastgeber praktisch im Gegenzug die riesige Ausgleichschance, als Kemter aus drei Metern völlig frei zum Kopfball kam, aber diesen neben das Tor setzte. Den Gastgebern fehlte es bei allem Tatdrang an Geduld, sie öffneten zu sehr ihre Defensive, verloren die zweiten Bälle. Und nach dem zweiten Gegentor „waren wir tot im Kopf“, erklärte Hannemann.

Es gibt nun also an einigen „Stellschrauben zu schrauben“, blickte der 50-Jährige voraus. Sowohl im köperlichen als auch taktischen Bereich. Und im Kopf. Für Fortuna geht am 18. Oktober die Saison quasi von Neuem los mit dem Auswärtsspiel beim Haldensleber SC. Das erste von 28 Punktspielen.