Magdeburg l Nach dem Abpfiff blieben sie alle erst einmal minutenlang regungslos liegen. Sieger und Verlierer. 4:7 (2:4, 4:6) nach Verlängerung hatten die A-Junioren von Fortuna Magdeburg zuvor auf eigenem Platz gegen den 1. FC Neubrandenburg verloren. Nach dem 4:2-Sieg im Hinspiel verpasste Fortuna damit den Aufstieg in die Regionalliga.

Keine Kraft mehr für Emotionen

Nach der 120-minütigen Hitzeschlacht vor über 200 Zuschauern fehlte allen Beteiligten die Kraft für Emotionen. Die brachen erst später aus. „So etwas habe ich schon lange nicht mehr erlebt“, meinte Fortuna-Keeper Emirhan Ulubay nach den zwei dramatischen Stunden. „Die erste Halbzeit war schon hart, wir sind aber zweimal zurückgekommen, haben alles gegeben. Schade, dass es nicht gereicht hat.“ Trotz der sieben Gegentore war Ulubay am Sonnabend bester Fortune.

Hitzig begann es schon vor Anpfiff, hatten doch einige Fortuna-Fans auf dem Hügel zwischen dem Kunstrasenplatz und der neuen Eigenheimsiedlung Pyrofackeln gezündet, so dass der Rasen dort Feuer fing. Die Flammen konnten zwar ziemlich schnell gelöscht werden. Dennoch rückte die Berufsfeuerwehr an, um die verbliebenen Glutnester zu löschen. Später kam dann auch noch die Polizei.

0:4 nach 36 Minuten

Sportlich musste Gastgeber Fortuna erst einmal zwei kalte Duschen hinnehmen, kassierte durch zwei Doppelschläge in der 19. und 21. Minute bzw. 34. und 36. einen frühen 0:4-Rückstand. Bis dahin agierten die Schiller-Schützlinge viel zu passiv, offenbarten trotz der Fünferkette große Abwehrlücken. Doch Domenique Grothe und Marlon Kyek per Foulelfmeter verkürzten noch vor der Halbzeitpause auf 2:4, sorgten für neue Hoffnung bei den Elbestädtern.

Als Einwechsler Robin Jäger kurz nach Wiederbeginn ein Solo zum 3:4 abschloss, lagen die Fortunen in der Gesamtaddition wieder vorn. Doch die Mecklenburger, die mit nur 13  Aktiven angereist waren, gaben nicht auf. Mittelfeldregisseur Lucas Czarnetzki, 2018 vom FC Hansa gekommen, traf per Freistoß zum 5:3 für die Gäste. Mittelstürmer Justin Schultze, in der abgelaufenen Saison auch schon 16 Mal im Verbandsliga-Männerteam des 1. FC eingesetzt und siebenmal erfolgreich, erhöhte gar auf 6:3. Kyek erneut per Elfmeter sorgte mit dem 4:6 zumindest für die Verlängerung.

Ulubay bester Fortune

Wie schon zuvor hielt Fortuna-Keeper Ulubay seine Elf mit mehreren Superparaden im Spiel, war beim Wembley-Tor von Kevin Kühl zum 4:7-Endstand aber auch geschlagen. Beim K.o.-Treffer waren die Fortunen nur zu zehnt auf dem Platz, weil der von Wadenkrämpfen geplagte Robin Jäger rausgegangen war, Karl Michalke erst nach dem Gegentreffer reinkam. Die Gäste brachten die knappe, aber nicht unverdiente Gesamtführung in der äußerst fairen Partie über die Zeit.

Fortuna-Trainer Eicke Schiller brauchte eine Weile, bis seine Tränen getrocknet waren. „Die ersten Gegentore fielen einfach zu schnell, da zeigten die Gäste ihre Stärke“, analysierte der 42-Jährige. „Wir wurden in allen Spielen zuvor defensiv noch nie so gefordert.“