Magdeburg l Dem „Corona-Jahr“ 2020 etwas Positives abzugewinnen, fällt den meisten Sportlern wohl sehr schwer. Für die A-Junioren des SV Fortuna gilt dies nicht. „Für uns hätte es sportlich gesehen kaum besser laufen können“, meint Fortuna-Nachwuchsleiter Max Schönijahn und erhält dabei Zustimmung von U-19-Coach Eicke Schiller: „Sportlich gesehen war 2020 top.“

Positive Bilanz in nur 13 Spielen

Dabei bestritten die Nachwuchsfußballer vom Schöppensteg nur 13 Pflichtspiele: drei Verbandsliga-Partien der Vorsaison, das Landespokal-Duell gegen den Halleschen FC sowie neun Begegnungen als Aufsteiger in der derzeit unterbrochenen Regionalliga-Spielzeit. „Wir durften zwar nicht oft spielen, aber wenn, dann haben wir überzeugen können“, ist Schiller mit den Auftritten des zurückliegenden Jahres zufrieden.

So überwintern die Fortunen als Aufsteiger mit starken 14 Punkten aus neun Auftritten als Tabellensiebter in der zweithöchsten deutschen Spielklasse der A-Junioren. „Unserem Saisonziel, dem Klassenerhalt, sind wir damit schon ziemlich nah“, empfindet Schönijahn.

Saison wird halbiert

Die ursprünglich mit 34 Spieltagen geplante Saison wurde aufgrund der neuerlichen Corona-Unterbrechung nämlich seitens des NOFV halbiert. „Das ist die logische Konsequenz der aktuellen Entwicklungen“, sieht Schiller die Einkürzung positiv und weiß: „Jetzt ist es umso bedeutsamer, dass wir am Anfang so viele Punkte einfahren konnten.“

Die bisherigen Zähler wurden nämlich nicht etwa nur gegen Kellerkinder geholt, sondern gegen Kontrahenten aus dem Tabellenmittelfeld. „Darum können wir, wenn es wieder losgeht, ohne großen Druck an die Arbeit gehen. Das sähe ganz anders aus, wenn wir unten stünden und dringend Punkte bräuchten“, erklärt Schiller. Unter den verbliebenen Gegnern finden sich mit Wacker Nordhausen, Oberlausitz Neugersdorf, BFC Dynamo und dem RSV Eintracht aus Stahnsdorf die vier aktuellen Schlusslichter der Staffel.

Bisherige Ausbeute ist mehr als halbe Miete

„Ich würde mir nicht anmaßen, zu sagen, dass die zweite Saisonhälfte leichter wird, nur weil wir gegen die Teams aus dem Tabellenkeller ran müssen“, sagt Schiller, „aber das sind dann eben solche Spiele, in denen wir für einen Regionalliga-Verbleib punkten müssen.“

Dass dies gelingt, da ist sich Nachwuchsleiter Schönijahn sicher. „Beim aktuellen Vorsprung braucht es wohl noch drei Siege, um die Klasse zu halten“, rechnet der 32-Jährige vor und ergänzt umgehend: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft das schafft.“

Erst Klassenerhalt, dann Saisonplanung

Bestenfalls so schnell wie möglich, damit die Planungen für die neue Spielzeit anlaufen können. „In diesem Jahr war es recht kurzfristig, weil die Nachricht über den Aufstieg erst Ende Juni kam“, erzählt Schönijahn. „Sollten wir aber im Frühjahr bereits den Klassenerhalt sichern, würde uns das ganz neue Möglichkeiten in der Saisonplanung bieten.“

Beispielsweise in der Absprache mit Kooperationspartner 1. FC Magdeburg. „Da ist es ohnehin unser Ziel, zeitnah ins Gespräch zu kommen und organisatorische Angelegenheiten zu klären“, erzählt Schönijahn. So interessiert die Fortunen unter anderem die Frage, wie der FCM mit dem verliehenen Hannes Ehrhardt plant.

Ehrhardt-Verbleib ist fraglich

Über einen Verbleib des 17-Jährigen über die Saison hinaus würde man sich am Schöppensteg freuen. „Er hat mit seinen Leistungen sehr überzeugen können“, lobt Trainer Schiller, „und ist auf jeden Fall jemand, dem ich die Rückkehr in die Bundesliga-Mannschaft des FCM zutraue.“

Auch Schönijahn stellt dem Sommer-Neuzugang über die Kooperation ein positives Zeugnis aus: „Unsere Bewertung ergibt, dass er das Zeug für die Bundesliga hat.“ Nächster Ordnungspunkt sei es nun, zu klären, ob der FCM ihn genauso bewertet. „Und natürlich werden wir mit Hannes selbst sprechen und ihn fragen, wo er sich sieht“, ergänzt Schiller.

Klarer ist die Situation beim diesjährigen Stammtorhüter Felix Gräf. „Mit ihm haben wir einen Leihvertrag geschlossen. Der FCM plant fest mit ihm“, erzählt Schönijahn. Andere Personalien wie potenzielle Neuzugänge aus dem älteren Jahrgang der FCM-U-17 gilt es indes noch abzuklären.

Fokus auf Regionalliga-Aufgaben

„Zunächst gilt es, dass wir unsere Hausaufgaben machen“, lenkt Schiller den Hauptaugenmerk zurück auf das Sportliche. Auf einen Punkt legt der 43-Jährige dabei besonderen Fokus: „Die Fitness, die in der Regionalliga ohnehin sehr wichtig ist, wird nach dem Re-Start umso mehr den Unterschied machen. Darum müssen die Jungs für sich selbst aktiv bleiben.“ Denn wenngleich der SV Fortuna zur Winterpause sicher dasteht, „wir wollen“, so Schiller, „die Saison auch erfolgreich zu Ende bringen.“