Magdeburg l In der Staffel 1 stand der MSC Preussen II längst als Meister fest und in der Staffel 2 setzte man keine Prioritäten auf den Gruppensieg, da es sich dabei doch ohnehin um einen „Titel ohne echten Wert“ handelt. Ein spannendes Fernduell hatte der 18. Spieltag aber dennoch zu bieten. Nämlich den Zweikampf um den letzten verbliebenen Meisterrunden-Startplatz der Staffel I. Für den SV Arminia II stand vor dem Gastspiel bei Aufbau/ Empor Ost fest, dass man das Lösen des anvisiertes Meisterrunden-Tickets nicht mehr in eigener Hand hatte.

Stattdessen war die Arminen-Reserve auf Schützenhilfe des Staffelsiegers angewiesen. „Weil das aber nicht in unserer Hand liegt, müssen wir uns voll auf uns konzentrieren und unsere Hausaufgaben machen“, gab Trainer Mathias Kühne seinen Arminen zu Gast am Gübser Weg mit auf den Weg.

Traumtor zum Erfolg

Doch schien es dort zunächst gegen seine Jungs zu laufen. Schon in der 21. Minute brachte Steven Rödel die Hausherren in Führung, die sie bis in die Schlussphase hinein auch hielten. „Wichtig war, dass wir uns trotz des langen Rückstandes zu keinem Zeitpunkt aufgegeben haben“, lobte Kühne. Ebenfalls vom Elfmeterpunkt sorgte Nuvar Ibrahim so in der 70. Spielminute für den Ausgleich. Doch wussten die Gäste, dass das noch nicht genug war und starteten eine Schlussoffensive. Diese belohnte Robin Habermann schließlich zwei Minuten vor dem Ende mit einem Treffer der Kategorie Traumtor zum 2:1-Auswärtssieg.

Somit hatten die Arminen ihre Hausaufgaben gemacht, ein Ergebnis vom Parallelspiel stand aber noch aus. „In der Kabine haben wir auf eine Meldung gewartet“, erzählt Kühne, der schließlich den Anruf von MSC-Trainer Bernd Bendler erhielt.

Gratulation an die Arminia-Zweite

Dieser berichtete, dass die Preussen-Reserve das Duell gegen Konkurrent Besiegdas II in den Schlussminuten noch gedreht hatte und gratulierte der Arminia-Zweiten zum Einzug in die Meisterrunde. „Als ich das der Mannschaft erzählt habe, konnte ich kaum ausreden, da begannen schon die Jubelstürme“, berichtet der Coach vom emotionalen Moment.

Anders war die Stimmung beim SSV Besiegdas II gelagert. Nachdem es zu Gast in der Bodestraße lange Zeit torlos blieb, brachte Julius Förster die Grün-Gelben zehn Minuten vor dem Ende sogar in Front.

Mit diesem Resultat wäre der Mannschaft von Karsten Goldmann die Meisterrunde nicht mehr zu nehmen gewesen. Doch anstatt die Führung über die verbliebenen Minuten zu bringen, drehte der MSC II die Partie durch Virginijus Dapkus (87.) und Hossein Rezai (90.) noch.

Erinnerungen an das Hinspiel

Sofort sah sich Jan Förster, Spieler der Reserve und Abteilungsleiter des SSV, an das Hinspiel erinnert, in dem die Besiegdas-Zweite schon einmal in den Schlussminuten den Dreier verspielte. „Es ist aber nicht explizit daran gescheitert. Es war irgendwie ein verkorkstes Jahr“, resümiert Förster. „Wir hatten das klare Ziel, als Vorjahresfünfter der Stadtoberliga auch die Meisterrunde zu erreichen. Dass wir das nicht geschafft haben, ist sehr enttäuschend“, meint er.

Insgesamt waren sieben Niederlagen – so viele wie in der gesamten letzten Saison – einfach zu viel. „Vielleicht waren wir uns auch zu sicher, dass es mit der Meisterrunde schon irgendwie klappen wird“, spekuliert der Angreifer. So geht es nun in der ungeliebten Platzierungsrunde weiter.

„Wenn man so knapp an der Meisterrunde scheitert, soll jetzt da natürlich der erste Platz herausspringen.“ Mit zunehmenden Kader-Engpässen und den Erfahrungen der bisherigen Saison weiß Förster aber: „Das wird schwer genug.“