Magdeburg l Zuschauerrekord zum Saisonstart im GutsMuths-Stadion: 280 Anhänger beider Teams wollten bei hochsommerlichen Temperaturen das Stadtderby zwischen dem Vorjahreszweiten MSC Preussen und dem Dritten, MSV Börde, sehen. Am Ende hieß es nach schweißtreibenden 90 Minuten vor 280 Zuschauern 1:1 unentschieden.

Die Spannung, vor allem aber der gegenseitige Respekt, waren zu jeder Minute spürbar. Gleich im ersten harten Zweikampf knallte es zwischen Patrick Appel und Philipp Nakoinz, der Preussen-Kapitän sah die erste Gelbe Karte der Partie (2. Minute). Allerdings war es der alles andere als souveräne Schiedsrichter David Kawitzke, der mit strittigen Entscheidungen unnötige Brisanz heraufbeschwor.

Rückkehrer Nakoinz trifft

Belauerten sich beide Teams zunächst, nutzte Börde-Rückkehrer Nakoinz nach einer Viertelstunde den ersten Gästepatzer, ließ nach einem zu kurzen Rückpass von Marcus Preuss Preussen-Keeper Salman Ghazbaf mit einem Heber keine Abwehrchance – 1:0 (15.). „Ich habe schon gesehen, dass der Ball durchgeht, habe dann gedacht, gehe mal auf ,Schürze’ (Spiel des Balls durch die Beine von Gästespieler Tim Schaarschmidt) und hatte dann einen guten Antritt“, beschrieb der im Sommer vom Osterweddinger SV zurückgekehrte Nakoinz den Führungstreffer.

Kurz danach schon der erste (taktische) Wechsel: der gelb-rot-gefährdete Julian Stellmacher machte Platz für Bennet Flöter. „Junte (Stellmacher) hat sich da relativ schnell in ein Foul-Trouble gebracht. Ich wollte nicht, dass er noch Rot sieht und habe ihn unüblich früh ausgewechselt. Ich habe heute viele unübliche Sachen gemacht, auch ein- und wieder ausgewechselt”, erklärte Bördes Coach Marcus Mähnert später.

Kreutzer vergibt Chance zur 2:0-Führung

Gegenüber Torsten Marks konnte mit dem Auftritt seiner Elf bis dahin gar nicht zufrieden sein. Ein Schuss des jungen Lukas Koch war das erste Lebenszeichen der Preussen (30.).

Kurz nach Wiederbeginn holte Tom Saager Bördes Mittelfeldakteur Philipp Müller im Strafraum von den Beinen, doch Ghazbaf parierte den Elfmeter von Patrick Kreutzer (48.). „Ich denke, wenn wir hier das 2:0 gemacht hätten, wäre der Stecker bei den Preussen komplett draußen. Andererseits hatten wir auch ein-, zweimal etwas Glück oder mussten uns reinschmeißen. Wenn wir das Spiel verloren hätten, wäre das auch nicht ganz unverdient gewesen. So hatten wir beim Remis das Glück des Tüchtigen”, beschrieb Mähnert seine Sicht auf das Spiel.

Preussen kommen auf

Die Preussen wurden im zweiten Abschnitt immer stärker. Zwar mussten sie ab der 51. Minute ohne Trainer Torsten Marks, den der kleinliche Referee Kawitzke Rot wegen vermeintlicher Schiedsrichterbeleidigung zeigte, auskommen. Doch spätestens diese Szene wirkte für die Gäste wie eine Initialzündung.

Daniel Stridde traf im Zusammenspiel mit Steve Röhl zum 1:1-Ausgleich (55.). Dann hatten die Preussen gar die große Chance zur Führung, doch der Ex-Stendaler Tim Schaarschmidt scheiterte mit einem Handelfmeter an Robert Leonhardt (67.). Da hatte sich Preussen-Coach Marks schon längst einen der wenigen Schattenplätze unter einem Baum gesucht.

Remis geht in Ordnung

Nach zahlreichen weiteren Wechseln hatten Nakoinz auf der einen und Röhl auf der anderen Seite noch den Siegtreffer auf dem Fuß, befanden sich aber jeweils im Abseits. So blieb es beim letztlich leistungsgerechten Unentschieden. „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen, da waren wir zu lethargisch. In der zweiten Hälfte hatten wir zunächst Glück, dann die klareren Chancen. Am Ende geht das Ergebnis absolut in Ordnung”, befand Marks.