Magdeburg l Eigentlich hat Fußball-Verbandsligist Fortuna Magdeburg mit Mohammad Salman Ghazbaf, Emirhan Ulubay, Kevin Stauch und Tom Kohlhagen vier Keeper im aktuellen Aufgebot. Dennoch hat Trainer Dirk Hannemann so seine Sorgen, wenn er auf die Torwartposition schaut.

Drei Fortuna-Keeper fallen praktisch aus

Mit dem endgültigen Ausscheiden von Routinier Andreas Heinrich (39) im Sommer ging ein großes Stück Erfahrung verloren. Ghazbaf (26) fällt mit einem Kreuzbandriss bis zum Ende der Hinrunde aus. Kohlhagen (19) spielte im vorigen Jahr noch A-Jugend, fehlt derzeit wegen Hüftproblemen.

Ulubay (17), der am Wochenende gegen den VfB IMO Merseburg fünf, teilweise sehr unglückliche Gegentore eingeschenkt bekam, ist noch A-Junior. Stauch ist nur Stand-by-Keeper und eigentlich Torwarttrainer auch der A-Junioren, fehlt unter der Woche aber zumeist berufsbedingt.

Kreuzbandriss bei eigentlicher Nummer eins

Mit Ghazbaf glaubte Hannemann im Vorjahr den Heinrich-Nachfolger gefunden zu haben. Der inzwischen eingebürgerte Deutsch-Iraner wohnte im nahen Asylbewerberheim Windmühlenstraße und stellte sich bei Fortuna vor.

Der langjährige Geschäftsstellenleiter der Fortunen, Manfred Bloch, erinnert sich: „Eines Tages war er da und sagte, er hätte früher im Iran 2. Liga gespielt. Er ist ein prima Typ. Inzwischen ist er verheiratet, hat eine Wohnung und arbeitet bei der Stadtverwaltung. Mit seiner Verletzung hat Salman sich zum Ende der vergangenen Saison lange herumgeschleppt, ehe eine Untersuchung für Klarheit sorgte: Kreuzbandriss. Ab und an lässt er sich trotz seiner Verletzung hier sehen.“

Ulubay hat weiter das Vertrauen

Aktuell hütet der junge Ulubay das Fortuna-Tor, erlebte am Sonnabend einen rabenschwarzen Tag. „Er ist 17 und muss eben noch lernen“, meinte Hannemann nach dem 1:5 gegen den VfB IMO.

Der gebürtige Magdeburger Ulubay, der nach dem Stadtpokalfinale der C-Junioren 2015 gegen Fortuna vom Post SV an den Schöppensteg wechselte, will sich bei den Fortunen durchbeißen. „Das Pokalspiel damals hatten wir gegen Fortuna verloren. Es stand aber schon vorher fest, dass ich zu Fortuna kommen möchte, weil ich höher spielen wollte“, sagt der Schwarzschopf. Die Familie unterstützt ihn dabei. Sein Bruder ist oftmals kritischer Beobachter der Auftritte von Emirhan.

Das 1:5 vom Sonnabend will er schnell abhaken. „Das passiert halt. Man hat gute Tage, man hat schlechte Tage. Wenn es denn am Anfang nicht so gut läuft, dann ist man als Torwart der Letzte in der Kette“, beschreibt Ulubay seine Gefühlswelt, darauf hoffend, künftig weitere Einsatzchancen in der Verbandsliga zu erhalten.

Die wird er bestimmt schon im nächsten Spiel bekommen, denn Kohlhagen und Ghazbaf fallen verletzt aus, der reaktivierte Stauch steht nur im Notfall zur Verfügung. So wird Trainer Hannemann den 17-jährigen Ulubay unter der Woche aufbauen und auch am Sonnabend im Spiel beim Haldensleber SC einsetzen.

„Natürlich werden wir noch einmal ein Gespräch führen. Emirhan ist ein feiner Kerl, setzt sich vielleicht auch selbst zu sehr unter Druck. Er wird die nötige Zeit bekommen, soll sich in aller Ruhe entwickeln“, so sein Coach.