Magdeburg l Es bleibt dabei: Der MSV Börde kann in der Landesliga gegen den FSV Grün-Weiß Ilsenburg einfach nicht gewinnen. Nach je zwei Remis und Niederlagen büßten die Stadtfelder am Sonnabend durch eine 2:3 (0:0)-Niederlage am 5. Spieltag ihre bis dato weiße Weste ein.

Während Nico Rackwitz (48., 85.) beide Treffer für die Gastgeber erzielte, schnürte Neuzugang Joao Victor Gomes Paranagua für die Harzer einen Dreierpack (68., 71., 75.). Davon traf er zweimal vom Strafstoßpunkt.

MSV verliert durch Wechsel Struktur

Bördes Trainer Marcus Mähnert hatte die Ursachen dafür schnell gefunden: „Nach einer sehr guten ersten Halbzeit mit der besseren Spielanlage unsererseits und Chancen auf beiden Seiten, waren wir früh in der zweiten Halbzeit gezwungen, Wechsel vorzunehmen. Die haben uns aus unserer Struktur und Statik herausgebracht.“

Dabei gab es bereits vor Anpfiff ein erstes Raunen beim Gastgeber. Die Gäste, die vor der Begegnung medienwirksam noch verbreitet hatten, personell arg gehandicapt antreten zu müssen, dribbelten nun mit den drei kurzfristig spielberechtigten Brasilianern De Souza, Souza (beide aus Warnau) und Paranagua (Lipprechterode) im GutsMuths-Stadion auf.

MSV geht in Führung

Ilsenburgs Vereins-Vorsitzender Christian Eggert erklärte, dass man bei den beiden Warnauern nachträglich die Ausbildungsvergütung bezahlt habe. „Bei Paranagua haben wir uns schon eher geeinigt.“

Die Gäste begannen recht forsch, hatten durch die Ex-Warnauer auch erste Chancen (4., 11.). Erst nach gut einer Viertelstunde kam der Gastgeber besser ins Spiel und zu Möglichkeiten durch Falko Maß (16.) und Maik Leonhardt (17.). So entwickelte sich ein munteres Match, in dessen weiterem Verlauf sich der Gastgeber optische Vorteile erarbeitete.

Der Start in die zweite Hälfte verlief für den Gastgeber dann nach Maß. Nach tollem Pass von Kapitän Maik Leonhardt drang Rackwitz in den Strafraum der Gäste ein und verwandelte eiskalt zum 1:0 (48.).

Hattrick von Paranagua

Nach gut einer Stunde kam der Gast aber immer besser in das Spiel. Ausdruck dessen waren unter anderem ein Pfostentreffer von Souza (60.), ein Freistoß von Lozinski (62.) und eine Möglichkeit für Paranagua (67.), die Torhüter Leonhardt jeweils parierte.

„Da standen wir vorn nicht mehr so stabil, haben weniger Bälle festgemacht. So haben die Abstände nicht mehr gepasst und die Bälle kamen zu schnell wieder zurück. Zudem konnten wir den sehr starken Paranagua nicht mehr doppeln und aus dem Spiel nehmen wie noch in Durchgang eins. So hat er uns allein in weniger als zehn Minuten mit drei Treffern erledigt“, sah Mähnert die entscheidenden Szenen.

Zwei Elfmeter gegen MSV

Zwei Minuten später folgte aber erst einmal der Auftritt, der den ersten Strafstoß brachte. Paranagua setzte sich durch und wurde zu Fall gebracht. „Meiner Auffassung aber deutlich vor der Box“, war sich Börde-Spieler Benjamin Lohse sicher. Paranagua schnappte sich das Leder und setzte es platziert in die Maschen (68.). Nur drei Minuten später zeigte der Hallenser Schiedsrichter Marcel Theuermer berechtigterweise erneut auf den Punkt. Wieder war es Paranagua, der verwandelte (71.).

Die Vorentscheidung fiel dann vier Minuten darauf, als erneut Paranagua seinen Torinstinkt unter Beweis stellte und das Leder mit einem tollen Schlenzer zum 1:3 in die Maschen setzte (75.).

Erst geschockt, dann beflügelt

Der MSV zeigte sich kurzzeitig geschockt, nahm dann aber wieder an dem munteren Spiel teil. Nach erneuter Vorarbeit von Maik Leonhardt blieb es Rackwitz schließlich vorbehalten, für den zweiten MSV-Treffer zu sorgen. Da Bennet Flöter seinen Kopfball auf statt in das Ilsenburger Tor setzte (90. + 3), blieb es beim 3:2-Erfolg der Gäste. „Wir haben das Spiel unnötig aus der Hand gegeben“, machte Mähnert nach der Begegnung seinem Ärger Luft.

MSV Börde: R. Leonhardt – Schüßler (53. Flöter), Heinemann (69. Heise), Dittwe (53. Wesemeier), Lohse, Stellmacher, M. Leonhardt, Conrad, Maß, Lange, Rackwitz