Magdeburg l Eigentlich wollte Patrick Reich gar nicht mehr über das Spiel reden. Denn das Spiel „hat mir den ganzen Nachmittag versaut, und wenn ich an die erste Halbzeit denke, dann stehen mir die Haare immer noch zu Berge“, erklärte der Trainer der Roten Sterne aus Sudenburg. Die wollen wiederum am Ende der Saison in der Fußball-Stadtoberliga im oberen Drittel der Tabelle stehen, was natürlich durchaus den Marsch an die Spitze impliziert. Aber dazu „muss man dann gegen Mannschaften wie den USC gewinnen“, sagt Reich. Seine Mannschaft hat nun verloren am vergangenen Sonntag – mit 1:2 (0:2).

Dass die Sudenburger nicht wie eine Woche zuvor die Ottersleber den USC mit sieben Toren bedienen würden, das war auch Reich klar. Dass die Sudenburger als fußballerisch geprüfte Kunstrasen-Spezialisten auf einem Rasenplatz wie jenem im Stadion der Bauarbeiter einige Probleme haben würden, auch das war Reich klar. Völlig unklar war für den 33-Jährigen indes, dass „wir gar nicht da waren in der ersten Halbzeit, wir sind immer einen Schritt zu spät gekommen“. Was er nicht nur gesehen, sondern auch der Foulstatistik entnommen hat.

USC von Beginn an offensiv

Jonas Robbinheimer war auch einiges klar: Zum Beispiel, dass der USC wie immer einen schwierigen Start in die neue Saison haben würde. Weil die Studenten erst nach und nach aus den Semesterferien zurückkehren ins Vereinsdress. Im Gegensatz zum 0:7 gegen Ottersleben II waren allerdings schon einige Akteure mehr an Bord, und dann sieht der Fußball auch ganz anders aus. „Das Trainerteam hat uns so eingestellt, dass wir von der ersten Sekunde an offensiv spielen sollten“, berichtet Robbinheimer, der selbst ein Nutznießer des Angriffsfußballs wurde. Er markierte nämlich das 1:0 in der 15. Minute. Nur sieben Minuten später traf Ahmed Abdelwahab Dawoud sogar zum 2:0. „Das hat uns natürlich in die Karten gespielt.“

In die Karten würde dem USC auch spielen, wenn der Verein einige Magdeburger Fußballer rekrutieren könnte, auf die er nach der Sommerpause eben nicht warten müsste. Der 31-jährige Robbinheimer will mit der Mannschaft in der Saison und auf dem Rasen Spaß haben, im Hintergrund verfolgt er andere Ziele: „Ich möchte, dass die Strukturen in unserer kleinen Abteilung wachsen.“ Nach der vergangenen und coronabedingt abgebrochenen Saison wechselte die A-/B-Jugend geschlossen zum TuS 1860. Geblieben ist eine E-Jugend. Die will der USC halten, sie soll die Basis für einen weiteren Aufbau sein.

Nur Spilgies trifft

Aufgebaut haben die Gastgeber der Sudenburger in der zweiten Halbzeit dann ein Bollwerk. Mit Mittelfeldpressing sollten die offensiven Vorträge der Sterne unterbrochen werden. Aber das gelang freilich nicht immer. „Wir haben dreimal die Latte und zweimal den Pfosten getroffen“, sagt Reich, der mit der Leistung seiner Mannschaft nach dem Wechsel sehr zufrieden war. Außerdem scheiterten sie an USC-Keeper Julian Boxhorn einige Male. Also gelang nur noch Kevin Spilgies per Strafstoß (74.) der Anschluss- und Ehrentreffer zugleich. „Und wahrscheinlich war es dann auch ein gerechtes Ergebnis“, resümierte Reich.

Der Sudenburger Coach war mit einigen aus der Mannschaft bereits am Vortag auf Entdeckungstour durch die Stadtoberliga gegangen. Sie haben sich Ottersleben II gegen BSV 79 II (2:2) gegeben, und sie haben sich danach FC Zukunft/MSV 90 gegen MSV Börde II (2:3) angeschaut. Also alles Mannschaften, mit denen die Sterne im Kampf um einen Platz im ersten Tabellendrittel womöglich in direkter Konkurrenz stehen. „Börde hat für mich die stärkste Mannschaft“, hat Reich beim Ausflug festgestellt. Aber der BSV 79 II ist der Gastgeber seines Teams am kommenden Sonnabend. Für den USC Magdeburg geht es dann zum FC Zukunft/MSV 90.