Magdeburg l Dabei sahen die wenigen Besucher eine erste Hälfte mit ganz seltenen Tormöglichkeiten. Dafür entschädigten die zweiten 45 Minuten. Zunächst brachte Patrick Kemter den Gastgeber innerhalb von zehn Minuten (52., 56., 62.) mit einem lupenreinen Hattrick mit 3:0 nach vorn. Tom Unholzer (67.) und Christian Grunert (71.) schossen den Gast zwar wieder heran. Doch Lukas Grewe erlöste die Fortunen mit seinem Tor in der 90. Minute.

Junge Fortuna-Elf

Fortuna-Trainer Dirk Hanemann schickte erneut eine junge Mannschaft aufs Feld, wollte mit seinem Team endlich den ersten Heimsieg einfahren. Einer der zahlreichen jungen Wilden beim Gastgeber war der 18-jährige Karl-Eduard Postrach, den Hannemann auf dessen Lieblingsposition, der sogenannten Nummer sechs, beorderte. „Auf dieser Position fühle ich mich am wohlsten“, bestätigte der junge Mann, der mit sechs Jahren in Genthin mit dem Fußbal begann und seit der C-Jugend-Zeit den Fortuna-Dress trägt. Um zu ergänzen: „Wir haben verdient gewonnen, weil wir die klareren Chancen hatten und diese auch genutzt haben.“

Beide Mannschaften verdichteten in Halbzeit eins ihre Abwehr und Mittelfeldreihen, so dass ein Durchkommen kaum möglich war. Die beiden einzigen Möglichkeiten hatte der Gast, doch der erst 17-jährige Fortuna-Keeper Emirhan Ulubay bewahrte sowohl gegen Unholzer (16.) als auch Erik Bader (34.) die Ruhe und entschärfte deren Schüsse. „Insgesamt hat die Mannschaft die Marschroute gut umgesetzt. Wir wollten aus der Defensive kommen und haben Konter gesetzt“, lobte Hannemann seine Mannen.

Dann trifft Kemter

Mit Beginn der zweiten Hälfte waren beide Mannschaften bissiger, wobei der Gast mit Macht auf ein Tor drängte. Das bot den Fortunen aber endlich Räume im Spiel. Räume, die sie zu kreuzgefährlichen Kontern nutzten. So beim Führungstreffer, als sich Nils Kauffmann das Leder erkämpfte, Kemter mit einem weiten Pass bediente und dieser vor dem Tor die Nerven behielt.

Dieses Tor leitete eine wilde zweite Hälfte ein. Vom Anstoß weg bewahrte Ulubay seine Elf gegen Grunert (53.) vor dem Ausgleich. Im Gegenzug scheiterte Christopher Garz an Rot-Weiß-Keeper Christian Kotzbau. Drei Minuten später war wieder Kemter nach Garz-Vorarbeit mit dem 2:0 erfolgreich. Als erneut drei Minuten später Nick Seguin den Stürmer mit einem weiten Ball in den Konter schickte, dieser erneut eiskalt blieb, waren das 3:0 und der Hattrick perfekt.

Siegtor in letzter Minute

Doch die Gäste, die mit zahlreichen ehemaligen Regional- und Oberligaspielern antraten, gaben nicht klein bei, spielten jetzt alles oder nichts und kamen noch zu zwei Treffern. Der Gastgeber blieb aber cool und antwortete mit dem verdienten vierten Tor in der letzten Spielminute.

„Ein Lob an die Mannschaft. In Hälfte zwei hat unser Vorhaben, auf Konter und lange Bälle zu setzen, endlich mal wieder geklappt“, freute sich Hannemann. Und auch der fußballverrückte Postrach zeigte sich mit seiner Leistung „ganz zufrieden“, schob aber nach: „Doch es geht immer noch besser.“