Magdeburg l Eine große Stille herrschte nach Abpfiff auf der Bank der Gäste. Mit leerem Blick tröstete der Trainer der Ottersleber, Oliver Malchau, seine Mannschaft. „Das tut erstmal einfach nur weh“, kommentierte er mit knappen Worten das Stadtderby in der Fußball-Landesliga beim MSC Preussen.

Auf der anderen Seite ein komplett anderes Bild. Noch auf dem Platz feierten die Gastgeber gestern ihren deutlichen 7:0 (3:0)-Erfolg. Trainer Torsten Marks fasste zusammen: „Die ersten 25 Minuten hat der Gegner aus Ottersleben gut dagegengehalten. Der berühmte Dosenöffner war dann aber unser Führungstreffer. Wir haben die Lücken gefunden und der hohe Sieg geht aus meiner Sicht dann am Ende auch in Ordnung.“

Kräfteverhältnisse klar verteilt

Aber der Reihe nach. Schon vor dem Beginn des Spiels waren die Kräfteverhältnisse klar verteilt. Auf der einen Seite die Preussen mit fünf Siegen in Serie, einer erfahrenen Anfangself (Durchschnittsalter: 26 Jahre) und Toptorjäger Steve Röhl. Auf der andere Seite Ottersleben mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen, einer jungen Mannschaft (Durchschnittsalter: 21 Jahre) und gerade einmal elf geschossenen Toren. In der ersten Hälfte hielt das Gästeteam gut gegen die hoch anlaufenden Preussen mit. Dennoch stand es schon nach 35 Minuten 3:0 für den Gastgeber. Nach drei gewonnenen zweiten Bällen gelangen Tom Kupke (18.), Steve Röhl (30.) und Lukas Schulze (35.) die ersten drei Treffer.

„Wir haben versucht, die Räume zwischen den Ketten eng zu halten. Aber wir sind kaum in die Zweikämpfe gekommen“, meinte der konsternierte Malchau. Sein Pendant ergänzte: „Vom Warmmachen bis zum Abpfiff haben wir konzentriert gekämpft und dem VfB im Spiel keinen Zentimeter Raum geschenkt. Das war schon eine starke Leistung.“

VfB will aus Niederlage lernen

Nach dem Pausentee war dann schnell klar, dass der VfB Ottersleben keinen Fuß mehr in der „Auswärtssieg-Tür“ lassen konnte. Vier Minuten nach Wiederanpfiff traf Röhl erneut und erhöhte auf 4:0. Danach gingen die Köpfe sichtbar runter bei den Gästen. Ian Streißenberger in der 59. Spielminute, Isaac Bimenyimana in der 83. und Steve Röhl in der 88. komplettierten die bittere Niederlage für die VfBler und gleichzeitig den starken Heimsieg des MSC Preussen, der Spitzenreiter der Landesliga Nord ist. Ottersleben hingegen steht nun mit dem Rücken zur Abstiegswand. Relegationsplatz 13. ist die Folge. Wohin führt der Weg also für beide Mannschaften?

„Wir müssen dem jungen Team noch Zeit geben“, war von den VfB-Fans zu hören: „In jedem Spiel ist eine Entwicklung zu erkennen. Aus so einer Niederlage muss man lernen.“ Die Preussen sind nun mehr denn je im Aufstiegsrennen angekommen. Nun steht im nächsten Spiel die durchaus schwere Aufgabe gegen die Kämpfer aus Warnau an. Und dort, wie in jedem Phrasenschwein zu lesen ist, muss erstmal gewonnen werden.