Magdeburg l Seit der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) am Mittwochabend seine Staffeleinteilung veröffentlicht hat, ist auch bekannt, wie die Landesklasse 2 in der neuen Spielzeit 2020/21 aussehen wird. Große Überraschungen hat es bei der Einteilung nicht gegeben – dafür aber vier Neuzugänge in der Staffel.

Mit MSC Preussen II, TSG Grün-Weiß Möser und FSV Borussia Genthin sind nämlich nicht nur drei Aufsteiger, sondern mit der SG Blau-Weiß Niegripp auch ein freiwilliger Landesliga-Absteiger neu dabei. Der Quotienten-Aufsteiger Burger BC und der aus dem Spielbetrieb zurückgezogene HSV Medizin verlassen im Gegenzug die Landesklasse-Bühne, so dass in der Staffel 2 künftig mit 16 statt wie zuletzt mit 14 Teams gespielt wird.

Vorbereitung im Schnelldurchlauf

Für die Aktiven bedeutet dies, dass die Vorbereitung für den anvisierten Saisonstart am 15. August nun im Eiltempo angegangen werden muss. „Das wird von der Belastung eine ganz andere Kiste als in den Jahren zuvor“, meint BSV-Coach Stephan Behrens. „Über den frühen Start waren wir schon schockiert. Dass wir erst so lange gar nicht richtig trainieren durften und jetzt schon in einem Monat spielen müssen, finde ich für die Gesundheit der Jungs kritisch. Für uns bedeutet das notgedrungen eine Vorbereitung im Schnelldurchlauf“, äußert Behrens seine Bedenken.

Bei der Reserve des MSC Preussen steigt hingegen schon die Vorfreude auf die neue Herausforderung. „Man merkt den Jungs an, dass sie richtig Bock darauf haben. Sie sind sehr gewillt und die Disziplin stimmt“, erklärt MSC-Coach Bernd Bendler. Für ihn gab es in der Zusammenstellung der neuen Liga keinerlei Überraschungen. Was die Qualität in der Landesklasse 2 angeht, fehlt Bendler allerdings der Vergleich: „Über die anderen Mannschaften kann ich gar nicht viel sagen, weil es mit den meisten bisher kaum Berührungspunkte gegeben hat“, so Bendler, aber „für uns wird es sehr spannend, häufiger mal aus der Stadt herauszukommen und jedes Landesklasse-Spiel ein kleines Highlight zu genießen“.

FCM II freut sich auf Rasen

Während die Preussen-Reserve einen soliden Platz im Mittelfeld anstrebt, wird ihr mancherorts eine gute Chance als Überraschungsteam eingeräumt. So auch am Schöppensteg. „Es hat in den vergangenen Jahren immer Aufsteiger gegeben, die sofort gut eingeschlagen haben. Preussen traue ich diese Rolle in jedem Fall zu“, meint Denis Einecke, Trainer des SV Fortuna II. Auf die Auswärtsfahrt nach Genthin freuen sich die Fortunen weniger, haben sie dort in den vergangenen Jahren doch keine positiven Erinnerungen gesammelt. Die große Unbekannte sieht Einecke derweil in Grün-Weiß Möser: „Mit den Jungs hatten wir noch gar keinen Kontakt, die kann ich überhaupt nicht einschätzen.“

Diese Erfahrung hat die Zweitvertretung des 1. FC Magdeburg den Fortunen voraus. „Gegen Möser haben wir schon häufiger in der Vorbereitung gespielt, weil dahin auch ein persönlicher Kontakt herrscht“, erklärt Kapitän Sönke Beckmann, „und Niegripp und Genthin kennen wir schon aus unserer ersten Landesklasse-Saison.“ Während sich die Freude über die neuen Gegner beim Post SV aufgrund der auserkorenen „Rasen-Schwäche“ in Grenzen halten dürfte, sieht das bei der FCM-Zweiten anders aus: „Wir freuen uns auf tolle neue Anlagen, auf Rasen spielen wir doch immer gerne.“

Wiedersehen mit alten Freunden

Im Jerichower Land freut man sich derweil speziell auf den dreifachen Zuwachs aus dem eigenen Kreis. „Ganz besonders sehen wir den neuen Derbys gegen die Aufsteiger Möser und Genthin und den Landesliga-Absteiger aus Niegripp entgegen“, erklärt Michael Kessler, der in sein drittes Jahr bei Blau-Weiß Gerwisch geht. Der langjährige Spieler der Roten Sterne kann auch dem vierten Neuzugang etwas abgewinnen: „Persönlich freue ich mich aber auf das Wiedersehen mit dem MSC Preussen II, da dort alte Freunde von mir spielen.“

Nur die Qualität der neuen Landesklasse 2 möchte derzeit niemand so recht beurteilen. „Die Liga wird sicherlich sehr ausgeglichen sein. Wir müssen aber ohnehin erst einmal sehen, wie alle aus der Corona-Pause rauskommen“, spricht Germania Olvenstedts sportlicher Leiter Markus Goldmann vielen aus der Seele. Zumindest leichte Favoriten zeichnen sich mit dem SV Arminia, dem SC Vorfläming Nedlitz und dem neuformierten SV Eintracht Gommern einen Monat vor dem Saisonstart bereits ab.

Wenngleich Arminen-Urgestein Daniel Fritzsche (37) erklärt: „Favorit sind wir nicht. Es ist überhaupt schwer, einen auszumachen.“