Magdeburg l Natürlich strahlte der Mann des Tages danach. „Besser“, sagte Lukas Brauer am Sonnabend nach Spielschluss, „hätte ich mir mein erstes Spiel gar nicht vorstellen können.“ Kein Wunder, schließlich hatte der Neuzugang mit seiner Arminia nicht nur das Landesklasse-Derby gegen Medizin mit 5:2 gewonnen. Brauer, der als Student nach Magdeburg gezogen war, brauchte gerade einmal 23 Pflichtspiel-Minuten, um sich erstmals im Arminia-Dress unter den Torschützen einzutragen.

Neuzugang trifft mit strammem Schuss

Nach passgenauer Vorarbeit durch Philip Posselt war der Neuzugang perfekt eingelaufen und vollendete stramm zur verdienten Führung. „In der ersten Hälfte waren wir klar spielbestimmend“, urteilte Brauer. „Wir haben aber verpasst, weitere Treffer nachzulegen, und kamen so in die Bredouille.“

Denn während die Arminen beste Gelegenheiten auf der Strecke ließen, bestraften die Mediziner dies eiskalt. Arminia-Coach Thomas Tietz hatte sich nach dem Wiederanpfiff noch nicht einmal wieder an seiner Trainerbank eingefunden, da markierte Steven Schoß den Ausgleich. Und in der 71. Minute drehte Michael Ebermann die Partie sehenswert für die in Hälfte zwei wesentlich besser aufgelegten Gäste.

Arminia dreht Partie in Schlussphase

So sah vieles bereits nach einem Auswärtssieg aus – wenn dem HSV in den Schlussminuten nicht die Puste ausgegangen wäre. „Wir haben gepumpt wie die Maikäfer“, sagte  Gäste-Trainer Florian Mehr. Und so musste er miterleben, wie aus einer Führung noch eine klare Schlappe wurde.

In der 83. Minuten war es erneut Brauer, der die Wende einleitete. Zwar konnte HSV-Keeper René Kowalewski Brauers ersten Versuch noch parieren, doch war er im Nachsetzen dann machtlos. „Ich bin froh, dass ich meine beiden Großchancen nutzen konnte, wenn auch im Nachschuss“, freute sich der spielstarke Angreifer.

Sehr glücklich war dann jedoch die Szene, die die Arminen zurück auf die Siegerstraße brachte. Bei einer Grätsche von Noah Müller entschied Schiedsrichter Jan Schlesier auf Elfmeter, dabei hatte der Abwehrspieler beim Pressschlag zweifelsohne das Spielgerät getroffen. „Er hat auf jeden Fall auch den Ball gespielt“, meinte selbst Arminia-Coach Tietz.

Dustin Lenz war das egal, er verwandelte souverän und drehte das Spiel damit erneut. „Diese Szene war der Knackpunkt. Er ist natürlich hart reingegangen, aber in meinen Augen ist das niemals ein Elfmeter gewesen. So müssen wir nochmal aufmachen und dann wird es hintenraus deutlich“, ärgerte sich Medizin-Coach Mehr.

Arminia nutzt Räume

Denn nach einem Konter-Treffer von Lukas Magnus, der vom unermüdlichen Brauer mit einem Dribbling über das halbe Feld vorbereitet wurde, und Philip Posselts Tor zum 5:2-Endstand nutzten die Arminen die nun gebotenen Räume in der Nachspielzeit noch zweimal aus. „Gegen einen müde werdenden Gegner haben wir gezeigt, dass wir konditionell überlegen waren. Da hat sich die intensive Vorbereitung gelohnt“, freute sich Arminias Trainer Thomas Tietz.

Für ihn war es nicht nur ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, Tietz freute sich zudem über die Erkenntnis, dass die Arminen auch beim Fehlen von David Berlin und Simon Weiß noch einen echten Torjäger in der Spitze haben. „Im Sturm sind wir sehr gut besetzt. Die Qualitäten der beiden Erfahrenen sind bekannt, und mit Lukas Brauer haben wir nochmal unglaublich an Dynamik gewonnen. Er ist verdammt schnell, weiß, wo er stehen muss, und macht die Dinger schnörkellos rein“, lobte Tietz.

So wurde nach Spielende auf Seiten der Arminia nicht nur auf des Trainers Geburtstag, sondern auch auf die Tabellenführung nach dem zweiten Landesklasse-Spieltag angestoßen.