Magdeburg l Martin Liebold steht vor einem heißen Wochenende. Im Rahmen des 8. Spieltages der Fußball-Landesklasse müssen das 34-jährige Stürmer-Ass des Fußball-Landesliga-Spitzenreiters MSC Preussen und seine Teamgefährten am Sonnabend ab 15 Uhr beim TuS Schwarz-Weiß Bismark ihre Tabellenführung verteidigen. Anschließend geht es für ihn ins gut 470 Kilometer entfernte Mainz zum aktuellen Sportstudio, wo der Kicker unter dem Motto „drei unten, drei oben“ an der legendären Torwand gegen einen prominenten Sportgast antritt.

Wie kam es dazu? Am 6. Oktober des Jahres spielten die Preussen um Landesliga-Punkte in Heyrothsberge. In der 50. Minute gelang „Poldi“, wie Liebold von seinen Freunden genannt wird, mit einem herrlichen Fallrückzieher nach Vorarbeit von Marvin Windelband der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer zum 2:2.

„Unser Social Media Experte Sven Sonnenberg stellte danach das Video auf die Seite ,hartplatzhelden.de´, auf der man bis zum Dienstag über den Sieger abstimmen konnte. Dabei wurde mein Tor gewählt“, erzählt der Kicker der Volksstimme. Dann ging alles sehr schnell, das ZDF rief an, Liebold sagte zu.

Fallrückzieher nicht explizit geübt

Um ein solches Tor zu erzielen, muss vieles passen. „Sicher üben wir vor oder nach dem Training solche Finessen. Aber explizit Fallrückzieher sind nicht dabei. Zumal dazu einiges passen muss, wie eine gefühlvolle Flanke.“

Nach der Einladung versuchten die Preussen, das Spiel in Bismark von 15 auf 14 Uhr vorzuziehen. „Das ging jedoch nicht, da Bismark auf Grund von beruflichen Verpflichtungen einiger Spieler da noch keine Mannschaft zusammenbekommen hätte.“

Nach Spielschluss ist Eile angesagt

Also muss es nach dem Schlusspfiff gegen 16.45 Uhr sehr schnell gehen, will Liebold pünktlich in Mainz sein, wo Sven Voss ab 23 Uhr seine Gäste begrüßt. Neben Sonnenberg wird auch Keeper Rico Willner den Torjäger begleiten. „Mit Sonni als Fahrer sollte das aber gelingen. Obwohl es eine ziemliche Hetzerei wird“, ist sich der Angestellte im öffentlichen Dienst sicher.

Liebold begann einst bei Askania Bernburg mit dem Kicken, empfindet „die Preussen“, trotz kurzer zwischenzeitlicher Abstecher nach Haldensleben, zum Schönebecker SC und zum SV Fortuna, aber als „meinen Heimatverein“.

Was hat er sich an der legendären Torwand vorgenommen? „Natürlich den Rekord einstellen“, kommt es schellmisch von seinen Lippen. Den Rekord? Den halten aktuell Günter Netzer, Rudi Völler, Günter Hermann, Reinhard Saftig, Matthias Becker, Rolf Fringer, Frank Pagelsdorf und Frank Rost mit je fünf Treffern bei sechs Versuchen.

„Nein, nein“, beschwichtigt der Amateur-Kicker dann. „Ich wäre schon froh, einmal zu treffen.“

Wenigstens ein Treffer an der Torwand soll es

Extra üben konnte Liebold nicht. Obwohl er im Freundeskreis herum fragte, eine Torwand hatte niemand im Keller. Spaßenshalber wollte er daheim „Küchenschränke aufklappen, um zu üben“.

Seinen Gegner kennt er auch noch nicht. Prominenter Sportgast im Studio wird der aktuelle Triathlon-Weltmeister Patrick Lange sein. Ob auch noch ein bekannter Kicker dabei sein wird, ist noch nicht bekannt.