Magdeburg l Die Vorfreude war groß in Ottersleben. Denn es war ja auch ein besonderer Tag: das erste Heimspiel auf dem neuen Kunstrasen. Entsprechend hoch war die Erwartungshaltung beim VfB vor dem Kellerduell der Landesliga Nord gegen die SG Blau-Weiß Niegripp. Und entsprechend groß war am Sonnabend dann auch die Ernüchterung: Mit dem 1:1-Unentschieden konnte der VfB Ottersleben nicht zufrieden sein.

„Vom Ergebnis her ist es nicht das, was wir uns erhofft hatten“, stellte VfB-Kapitän Lukas Prenzer klar. Das erste Spiel auf dem neuen mit Kork-Granulat ausgestatteten Geläuf sollte eigentlich zum Start einer Heimserie werden. Doch tatsächlich wurde es für die Akteure problematisch.

Schwer bespielbarer Platz

Nachdem bereits das Vorspiel der VfB-Reserve gegen den Post SV II aufgrund gefrorener Stellen abgesagt worden war, hatten auch Prenzer und seine Kollegen so ihre lieben Mühen. „Der Platz war noch schwer zu bespielen. Das hat man beiden Mannschaften auch deutlich angesehen“, berichtete er.

Trotzdem erwischten seine Ottersleber den besseren Start. „In der ersten Halbzeit waren wir schon besser drin, wenngleich es spielerisch sicherlich noch ein gutes Stück von unserem Anspruch entfernt war“, analysierte der Kapitän, „aber es ist ja auch klar, dass wir in der aktuellen Lage nicht vor Selbstvertrauen strotzen.“

Führungsfreude währt nicht lange

So war es schon symptomatisch, dass das Leder nicht direkt im Netz landete, als Dominic Carl nach einer guten halben Stunde vor SG-Keeper Sascha Krüger auftauchte. Nachdem der erste Versuch des 18-Jährigen an den Pfosten geknallt war, setzte er aber erfolgreich nach und bugsierte die Kugel zum 1:0 ins Netz (33.).

Die Freude über die so wichtige Führung währte im Schwarzen Weg aber nicht lange. Nur sieben Minuten später sorgte der VfB selbst für den Niegripper Ausgleich. Kapitän Lukas Prenzer, genannt „Lucky“, war nach „Vorarbeit“ von Teamkollege Ole-Nils Bergner der Unglücksrabe des 1:1.

An den Rücken geschossen

„Das war ein richtig blödes Gegentor. Ole versucht die Kugel irgendwie zu klären, schießt mir an den Rücken und so geht der Ball dann rein“, skizzierte Prenzer die kuriose Entstehung. „So ein krummes Tor fängst du auch nur, wenn du da unten drinsteckst.“

Als das Spiel im Anschluss so dahinplätscherte, konnte sich der VfB in der Schlussphase sogar glücklich schätzen, dass Keeper Kevin Darius mit einer starken Rettungsaktion den Niegripper Siegtreffer verhinderte. „Natürlich waren wir nach dem Spiel dennoch enttäuscht, weil wir uns so viel mehr erhofft hatten“, sagte Prenzer, „aber was nützt uns alles Lamentieren?“

Prenzers Blick geht in die Zukunft

So geht sein Blick schon gar nicht mehr zurück auf den November, in dem die Ottersleber gleich mehrere Chancen zu Big Points vergaben, sondern in die Zukunft: „Dann müssen wir die Punkte halt in anderen Spielen einfahren, am besten noch vor der Winterpause in Blankenburg und Ilsenburg.“

Denn auch wenn der VfB Ottersleben aktuell tief drinsteckt im Abstiegs-Vierkampf, setzt Prenzer volles Vertrauen in die Mannschaft. „Wir haben eine tolle Truppe, sowohl vom fußballerischen Potenzial als auch vom Charakter. Darum werden wir auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken, sondern alles dafür tun, uns das nötige Quäntchen Glück zu erarbeiten und dann unsere Punkte einzufahren.“