Magdeburg l Drei Punkte liegen Malchaus Schützlinge, die A-Junioren des VfB Ottersleben, aktuell hinter den Fortunen auf Rang zwei. Da käme ein Ausrutscher der Fortunen am Wochenende  bei Germania Halberstadt nicht ungelegen. Doch Aufstiegsambitionen hegt das Malchau-Team nicht: „Verbandsliga ist das, was wir als Verein stemmen können. Ein mögliches Aufstiegsrecht wahrzunehmen, wäre für un- sere A-Jugend keine Option.“

Oliver Malchau und der VfB Ottersleben, das passt seit Jahren. Der mittlerweile 33-Jährige war Spieler, Jugendwart, ist seit langem Trainer und nun auch Chef der 350 Fußballer beim VfB Ottersleben.

Zeit für andere Hobbys bleibt kaum

Früher Nachmittag. Malchau hat gerade Dienstschluss als Lehrer an der IGS Regine Hildebrandt in Nord. Doch der Tag geht für den Ehrenamtler in Sachen Fußball jetzt erst richtig los. Da ist der Schreibkram als Abteilungsleiter zu erledigen, das Training mit den A-Junioren vorzubereiten und abends steht für „Malle“ als Co-Trainer der Landesliga-Männer eine Einheit auf dem Programm.

Eigentlich hatte der gebürtige Magdeburger, der in der City groß wurde und heute noch da wohnt, nichts mit Ottersleben, dem einst „größten Dorf der DDR“, am Hut. Doch das sollte sich ändern.

Nach zehn Jahren FCM zum VfB

Nach über zehn Jahren beim 1. FC Magdeburg – einschließlich Abitur am Sportgymnasium – von der D-Jugend bis zur zweiten Männermannschaft lotsten Trainer Rolf Döbbelin und Fußball-Chef Uwe Runge im Sommer 2006 den damals 20-Jährigen zum Landes- ligisten VfB Ottersleben. Während Döbbelin nach drei Jahren wieder weg war, die Ottersleber Institution Uwe Runge bei der kürzlichen Vorstandswahl nicht wieder antrat, sind Oliver Malchau wie sein fünf Jahre jüngerer Bruder Matthias immer noch da.

„Mir gefällt die familiäre Atmosphäre im Verein. Auch mein Bruder ist hier schnell heimisch geworden. Er betreibt das Vereinsheim. Sein zum Versorgungskiosk umgebautes rotes Feuerwehrauto ist ein Hingucker bei Vereinsfesten“, erzählt Oliver Malchau. Im Gegensatz zu Matthias musste Oliver Malchau die Fußballschuhe aber bald an den Nagel hängen.

Achillessehne setzt Stoppzeichen

„Meine Achillessehne ist chronisch entzündet. Auch zwei Operationen änderten nichts daran“, bedauert er, um aber doch noch manchmal auszuhelfen, wenn mal Not am Mann ist, so zuletzt im Oktober eine Halbzeit lang beim 1:0 der Ottersleber in Niegripp.

Bald nach seinem Wechsel vom Gübser zum Schwarzen Weg übernahm Oliver Malchau, der inzwischen die B-Lizenz Elitesport besitzt, die damalige F-Jugend des Jahrgangs 2001. Die führte er mit wechselnden Co-Trainern bis in die A-Junioren-Verbandsliga, steht jetzt vor dem möglichen Gewinn der Landesmeisterschaft. „Gut ein Dutzend Jungs von damals ist heute noch dabei. Auch Felix Schirge wieder.“

Der begann vor zwölf Jahren unter Malchau mit dem Fußball, ging als E-Jugendlicher erst zum FCM, später zu RB Leipzig, um jetzt wieder am Schwarzen Weg gemeinsam mit seinen früheren Mannschaftskameraden in einem Team aufzudribbeln.

Bewegte Laufbahn

Oliver Malchau hat eine bewegte Funktionärs-Karriere bei den Ottersleber Kickern hinter sich. Neben dem Amt des Nachwuchstrainers war er zeitweilig auch Nachwuchsleiter als Nachfolger von Andreas Ohk, beerbte schließlich Abteilungsleiter Olaf Worschech, als dieser 2012 im Unfrieden den Verein verließ. Als André Hoof im Sommer 2013 vom Verbandsligaabsteiger SV Fortuna kommend das Traineramt beim Landesligisten Ottersleben übernahm, machte der Ex-Spieler Oliver Malchau zum Co-Trainer.

Malchau, der als Kind bei Fortuna begann, schaffte es trotz eines zweijährigen Aufenthalts in Chemnitz und eines halbjährigen Praktikums in Hoffenheim bislang immer, alles unter einen Hut zu bekommen. „Mannschaftsbetreuer und Verein halfen da tatkräftig mit, zudem ist heutzutage vieles online möglich.“

Auch sein Job als Lehrer, den er seit zwei Jahren ausübt und der regelmäßige Weiterbildungen erfordert, sei dabei kein Problem.