Magdeburg l „Das war ein sehr schweres Spiel für uns. Olvenstedt hat körperlich sehr robust gespielt und uns somit immer wieder in Zweikämpfe gebracht, die wir so nicht wollten. Damit habe ich mich auch super schwer getan“, so der Torjäger des SSV, der gerade in seine zweite Saison am Gübser Weg gestartet ist.

Liebe auf den ersten Blick

Vor knapp einem Jahr kam der heute 26-Jährige auf Anraten von Kommilitone Rouven Neudeck mit zum Probetraining und war sofort überzeugt. „Es hat mir sofort sehr gut gefallen. Ich habe direkt gemerkt, dass es eine tolle Truppe mit einem sehr guten Trainerteam ist“, erinnert sich der Angreifer an seine Anfänge bei den 03ern zurück. Beim SSV Besiegdas ist der Medizin-Student sofort eingeschlagen. Direkt im ersten Auftritt in Grün-Gelb, im Pokalspiel bei der Ottersleber Reserve, schoss der Stürmer die 03er mit einem Doppelpack zum Sieg.

Als Qualitätsnachweis des Oberliga-erfahrenen Angreifers folgten 18 Treffer in 16 Ligaspielen sowie vier weitere Tore zum Stadtpokalsieg. „Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Ich hab mich sofort als Teil von ihr gefühlt. Und letzten Endes ist ein Stürmer auch nur so gut wie die Vorlagen, die er bekommt“, teilt der Mittelstürmer seine Lorbeeren.

Bewacher Schröter mit Eigentor

Dass der Angreifer gefährlich ist, ist offenbar auch bis nach Olvenstedt durchgedrungen. Im gesamten Spiel ließen die Germanen von Ehrlich-Treuenstätt, der in der Jugend sogar einige Jahre beim FSV Mainz 05 aktiv war, kaum aus den Augen. Allen voran Mirko Schröter war nach David Schäfers früher Gäste-Führung stets mit der Bewachung des Angreifers beschäftigt. Nachdem der Torjäger dieser Bewachung in Halbzeit eins nur zweimal entwischen konnte, dann aber jeweils im Abschluss scheiterte, hatte er in der 55. Minute sein viertes Saisontor schon auf dem Fuß.

„Ich glaube, den Treffer hat mit der Verteidiger nicht gegönnt“, lachte der 26-Jährige nach dem Spiel über die Szene zum 1:1. Schröter versuchte Erik Baumerts Anspiel auf von Ehrlich-Treuenstätt zu unterbinden, tat dies allerdings auf Kosten eines Eigentores. Doch fanden sich die 03er bald wieder im Rückstand. „Besser kann man den nicht schießen“, beschrieb „McGregor“, wie er von Mitspielern und Trainern in Anlehnung an Conor McGregor genannt wird, Tobias Pahlkes Treffer zum 1:2. Der Freistoß des Germanen-Neuzugangs von kurz vor der Mittellinie landete genau im Knick.

Ratzel mit spätem Remis

Was folgte, war die Show des eingewechselten Steve Ratzel. Der Verteidiger, der aufgrund eines arbeitsbedingten Umzugs sein letztes Spiel in Grün-Gelb absolvierte, schoss die 03er in der Nachspielzeit doch noch zum Remis. „Den Treffer hat er sich richtig verdient“, freute sich von Ehrlich-Treuenstätt für seinen Teamkollegen. Wenn es nach dem Nachfahren eines alten deutschen Adelgeschlechts geht, soll es für Grün-Gelb dieses Jahr noch hoch hinaus gehen. „Ich will aufsteigen und 20 Tore dazu beitragen.“