Magdeburg l Eine Portion Ungewissheit schwingt in den Worten von Marcus Mähnert mit, wenn er über den bevorstehenden Saisonstart in der Fußball-Landesliga Nord spricht. Es ist die Ungewissheit, die er mit allen Trainern teilt. Die Ungewissheit über den Leistungsstand der eigenen Mannschaft und des Gegners. „Ich habe mich mit dem MSC Preussen nicht beschäftigt, ich habe auch kein Testspiel gesehen“, sagt Mähnert, der Coach des MSV Börde. Zugleich erklärt er: „Ich wäre lieber auf die Preussen getroffen, wenn beide Mannschaften im Vollbesitz ihrer Kräfte sind.“ Was impliziert: Seine Mannschaft ist es noch nicht. Was er auch mit dem frühen Saisonstart, früher als erwartet zumindest, und einer deshalb kurzen Vorbereitung begründen kann.

Trotzdem beginnt am Sonntag „die Ernsthaftigkeit unseres Sports“ gleich mit dem Stadtderby zwischen dem MSV und dem MSC (15 Uhr, GutsMuths-Stadion). „Taktisch haben wir gar nicht so viel gearbeitet“, sagt Mähnert über die Vorbereitung, in der sein Team drei Testspiele verloren und eines gewonnen hat. Zumal zuletzt „immer ein zentraler Spieler fehlte“, berichtet der 39-Jährige. „Wir mussten zunächst im konditionellen Bereich einiges aufarbeiten.“ Dennoch will Mähnert, der auf Philipp Müller und Maik Leonhardt (beide Urlaub) verzichten muss, „wieder auf ein Level kommen, auf dem wir absolut konkurrenzfähig sind“. Konkurrenzfähig mit dem MSC, Mähnerts Topfavoriten auf den Aufstieg in der neuen Saison. Wenngleich: „Wir haben uns mit einem Platz unter den ersten drei unser Ziel natürlich auch hochgesteckt.“

Das ist es bei den Preussen immer. Und Torsten Marks hat längst vergessen, dass das Ziel in der vergangenen und abgebrochenen Saison nicht erreicht wurde. In seinen Worten schwingt viel Vorfreude auf den Saisonstart mit, zumal sein MSC noch eine ziemlich hohe Rechnung offen hat mit Börde. „Wir sind auf Wiedergutmachung aus“, sagt Coach Marks mit Rückblick auf die beiden Niederlagen (0:3 und 1:2) in der jüngsten Serie. Und der 46-Jährige ist sich sicher: „Für beide wird dieses Spiel bereits ein echter Gradmesser.“

Aber Marks weiß natürlich auch: „Es braucht immer vier, fünf Spiele, ehe man seinen Rhythmus gefunden hat.“ Sein Team hat diesen schon gut gefunden in den Vorbereitungsspielen, von denen sie vier siegreich gestaltete und gegen die Verbandsligisten Westerhausen und Haldensleben unterlag. „Trotz der Niederlagen haben wir auch in diesen Partien sehr gute Ansätze gezeigt“, wähnt Marks seine die Preussen bereits in spielerisch guter Form.

Mitspielen oder zerstören?

Bei einem MSC in Bestform und „wenn man selbst einen schlechten Tag erwischt, kann man schnell unter die Räder kommen“, sagt Marcus Mähnert. Oder man versucht es mit permanentem Zerstören. Beim 1:0-Sieg der Preussen in Calbe (Landesklasse) hat sich gezeigt, „dass wir uns noch schwer tun, wenn der Gegner nicht mitspielt“, berichtet Marks. „Und Calbe hat das sehr gut gemacht.“ Chancen hatten seine Schützlinge dennoch. Viele sogar. „Unsere Chancenverwertung muss besser werden“, erklärt Marks deshalb.

Vor allem, wenn ein Gastgeber wie Börde eher weniger Möglichkeiten zulässt. Aber aus einer starken Defensive mit Patrick Appel, Hannes Schock und dem oberligaerfahrenen Tim Schaarschmidt heraus ist zumindest Gefahr für den Gegner garantiert. Der 25-jährige Schaarschmidt ist ein absoluter Gewinn für die Preussen. „Das würde ich genau so unterschreiben. Er hat sofort die Initiative auf dem Platz übernommen“, sagt Marks, der auf den verletzten Lukas Schulze (Außenbandriss) und Dennis Ritter (Urlaub) verzichten muss. In seiner Mannschaft ist jeder so gut ausgebildet, „dass wir im Spiel jederzeit taktisch flexibel auf den Gegner reagieren können“, betont Marks. Obschon „auch bei uns noch die Automatismen wachsen müssen“.

Das müssen sie ebenso beim MSV Börde. Mähnert blickt auf das Stadtderby voraus: „Wir wollen mit aller Kraft gegenhalten und eigene Aktionen erarbeiten.“ Und vielleicht für ein bisschen Spektakel sorgen. Wie im vergangenen Jahr.