Magdeburg l Mitten in der Jubeltraube rief dann ein Fortune: „Wir holen uns die drei Punkte.“ Derart emotionalisiert hatte der Treffer von Hussein Nayef die Mannschaft, die sich in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile erarbeitet hatte. Die „mutiger und agiler spielen wollte“, wie Philipp Glage nach dem Schlusspfiff berichtete. Die also das ins Spiel brachte, was sie beim Heimauftritt zuvor gegen Ammendorf doch hatten vermissen lassen. Dass es für Fortuna am Sonnabend gegen die Eintracht aus Elster nicht zum Dreier, sondern zum 1:1 (0:0) reichte, fand der Trainer des Magdeburger Fußball-Verbandsligisten „schade“. Dirk Hannemann hatte dennoch ein „klasse Spiel“ seiner Elf gesehen. Und er hatte außerdem den erhofften Willen gesehen. „Der war heute eben wichtig“, sagte der 50-Jährige.

Dieser Wille zeigte sich vor 83 Zuschauern am Schöppensteg vor allem in der Disziplin gegen einen Kontrahenten, der nicht nur stark in die neue Saison gestartet war, sondern der über beim FCM ausgebildete Kicker verfügt – und auch deshalb über spielerische Qualität. Allerdings ließen die Gastgeber die großen spielerischen Momente der Eintracht gar nicht zu. In der ersten Halbzeit nicht, in der die Fortunen selbst durch Justin Bedau die größte Chance aus Nahdistanz hatten, der 19-Jährige aber an Keeper Kevin Ziebell scheiterte.

Schultz trifft für Elster

Auch in der zweiten Halbzeit nicht, als die Gäste lediglich zu zwei gefährlichen Aktionen kamen. Erst in der 55. Minute: Karl Ferigo scheiterte mit einem Schlenzer zunächst am Pfosten, aber Pitt Schultz nahm den Ball auf und vollendete zum 0:1. Dann Sekunden vor dem Abpfiff: Nach einer Ecke köpfte der eingewechselte Patrick Behrend freistehend neben das Tor. Und Nils Lange fragte seinen Trainer Hannemann danach: „Wofür hätten sie sich den zweiten Treffer verdient?“

Den hatte sich Elster an diesem Tag auch nicht verdient. „Das Unentschieden geht in Ordnung“, sagte der 31-jährige Glage, der „Häuptling“ in der Mannschaft, wie Hannemann ihn nennt. Aber Glage hätte selbst beinahe den zweiten Treffer für die Platzherren markiert in einer Phase, in der sich das Spiel in die Eintracht-Hälfte verlagert hatte. Erst scheiterte der Angreifer an Keeper Ziebell, beim Nachschuss von Charlie Schüler rettete Abwehrchef Pawel Wojciekowski für den geschlagenen Schlussmann auf der Linie (70.). Doch eine Minute später reichten ein langer Diagonalball, um Elsters Abwehr auszuhebeln, und ein guter Laufweg des 20-jährigen Nayef, der überlegt zum verdienten Ausgleich einschob und bereits seinen dritten Saisontreffer markierte.

Dass gerade in dieser Druckphase nicht mehr Chancen kreiert wurden, war letztlich das einzige Manko der Fortunen an diesem Tag: „Die vorletzte oder letzte Aktion hat nicht gepasst“, resümierte Coach Hannemann. „Da waren wir nicht zielstrebig genug.“ Ziel der Fortunen ist es nun, in den verbleibenden beiden Partien vor der Pokalpause am 3. Oktober „die volle Punktzahl zu erreichen“, sagte Hannemann. Am kommenden Sonnabend geht es für das Team zum SSC Weißenfels, einen Sonnabend später reist der 1. FC Bitterfeld-Wolfen an.