Magdeburg l Nach seiner Einwechslung half der Angreifer am Sonnabend in nur 14 Minuten entscheidend mit, das Gastspiel bei Germania Olvenstedt nach 0:2-Rückstand zu kippen, ehe er dann mit Roter Karte des Feldes verwiesen wurde. Dass Nicolas Neßler zum Auftakt der Fußball-Landesklasse 2 zunächst auf der Bank Platz nahm, kam für ihn nicht überraschend. „Nachdem ich vor einigen Wochen im Trainingsspiel umgeknickt war, bin ich noch nicht wieder fit für 90 Minuten“, erklärt er.

So musste der Offensivspieler am vergangenen Sonnabend zunächst von der Seitenlinie zusehen, wie sein SSV Besiegdas auf den Fehlstart zusteuerte. In der 23. Minute überrumpelte Marcel Stotzky die Gäste mit der Olvenstedter Führung. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte der erst kurz zuvor eingewechselte Jan Förster mit seinem zweiten Ballkontakt auf 2:0. „Dieser Spielstand war zu diesem Zeitpunkt echt nicht verdient. Wir haben bis dahin kein schlechtes Spiel gemacht, sondern einfach nur unsere Chancen nicht genutzt“, beschrieb Neßler das Gesehene von außen.

Einwechslung nach einer Stunde

Zur Stundenmarke durfte Neßler, der an jenem Tag seinen 23. Geburtstag feierte, schließlich ran, wurde von Besiegdas-Trainer Daniel Naumann gemeinsam mit Wlat Ageed Kakil Kakil ins Spiel gebracht. Dass dieser Doppelwechsel schließlich noch den Auftaktsieg bringen sollte, konnte Naumann zu diesem Zeitpunkt zwar nicht ahnen, die Erwartungen an die Einwechsler waren aber hoch. „Ziel war es, unserer Offensive einen neuen Impuls zu verpassen“, erklärte Naumann. Das gelang – und wie! Nur drei Minuten war Neßler auf dem Platz, da besorgte der quirlige Angreifer den Anschlusstreffer.

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Nur zehn Minuten später hatte das Geburtstagskind den Ausgleich auf dem Fuß, konnte in dieser Szene aber von Germania-Verteidiger Martin Freiknecht unerlaubt am Einschieben gehindert werden. So zeigte Schiedsrichter Thomas Görges auf den Elfmeterpunkt. Als der etatmäßige Schütze, Kapitän Vinzent Rasche, den polnischen Neuzugang Piotr Jan Gacioch als Ausführenden bestimmte und dieser zum 2:2 verwandelte, war das Geburtstagskind aber nicht mehr auf dem Platz. Was war passiert?

„Das war eine extrem blöde Szene“, ärgerte sich Neßler. „Nach dem Spiel wurde mir vom Schiedsrichter gesagt, dass er eine Faust gesehen hätte. Die habe ich aber in keinem Fall eingesetzt“, beteuert der Rot-Sünder. „Ich habe meinen Gegenspieler zwar im Fallen, beim Versuch mich festzuhalten, in Judo-Manier zu Boden gezogen und im Nachgang sind wir ein weiteres Mal aneinander geraten. Eine Tätlichkeit war aber nicht dabei“, versichert er, zeigt sich zugleich aber auch einsichtig: „Ich habe mich zu sehr darauf eingelassen, habe zu impulsiv reagiert. Die Rote Karte finde ich dennoch ungerechtfertigt.“

Nur 14 Minuten auf dem Platz

So war Neßlers aktive Einsatzzeit an seinem Geburtstag nach nur 14 Minuten vorbei, und er verfolgte die Partie bis zum Ende wieder von außen. Obwohl die Grün-Gelben nur noch zu zehnt auf dem Feld standen, hatte er in der Nachspielzeit erneuten Grund zur Freude. Der gemeinsam mit ihm eingewechselte Kakil Kakil schoss Besiegdas im letzten Angriff der Partie doch noch zum Auftaktsieg und sorgte damit für grenzlosen Jubel bei Neßler.

„Zugegebenermaßen habe ich mich nach dem Siegtreffer – wie schon nach dem Platzverweis – etwas daneben benommen. Da sind die Emotionen mit mir durchgegangen. Das tut mir im Nachhinein auch leid“, reflektierte er im Nachgang des hitzigen Derbys.

Für das Pokalfinale gesperrt

Obwohl es durch den Last-Minute-Erfolg doch noch ein schöner Ehrentag für Neßler wurde, hatte dieser einen „nachhallenden Wermutstropfen als Geschenk“: Für das Stadtpokal-Endspiel am kommenden Freitag ist der Angreifer aufgrund des Platzverweises nämlich gesperrt.