Magdeburg l Zu sehen bekamen sie ein packendes und rassiges Derby, in dem sich die Hausherren überraschend deutlich mit 4:1 (2:0) durchsetzten. Überraschend, weil die Personalsituation der Neustädter ihrem Trainer Tino Beyer im Vorfeld großes Kopfzerbrechen bereitete. Während die Fortunen mit Dominik Hausmann, Magdy Abdelfatah und Patrick Kemter dreifach Verstärkung von der spielfreien Verbandsliga-Truppe bekamen, mussten die Schwarz-Gelben gleich auf neun Spieler verzichten.

Abwehrspieler Pascal Kirschner ließ sich das Derby gegen seinen Ex-Verein jedoch nicht entgehen und überzeugte gegen den gefährlichen Angriff der Fortunen vollauf.

Kirschner kennt seine Gegenspieler

„Es war sicherlich vom Vorteil, dass ich in den letzten Jahren bei Fortuna gespielt habe. Daher kannte ich meine Gegenspieler sehr gut, wusste in etwa wie sie spielen und konnte sie deswegen einigermaßen kalt stellen“, resümierte der 23-jährige Defensivmann sein Spiel gegen den Ex-Verein.

Zwar gehörte Kirschner nach seinem Wechsel von der Zielitzer Straße an den Schöppensteg 2015 überwiegend der ersten Mannschaft an, realisierte mit denen im ersten Jahr bereits den Verbandsliga-Aufstieg. Doch lief er bei seinem dreijährigen Aufenthalt bei den Fortunen, ehe er diesen Sommer zum TuS zurückkehrte, auch einige Male für die Landesklasse-Reserve auf und wusste, was ihn erwartete.

Vor allem sorgte der Abwehrmann dafür, dass bei Fortunas wohl gefährlichstem Angreifer, Denis Huth, keine Spielfreude aufkam. Bei jeder Ballannahme des besten Torschützen der Fortunen-Zweiten stand Kirschner ihm bereits auf dem Fuß oder spitzelte die Kugel weg.

„Kirsche hat das sehr gut gemacht. Vergangene Woche stand er gegen Arminia noch das ein oder andere Mal etwas zu weit weg. Darum haben wir zur zweiten Hälfte klar die Anweisung gegeben, näher am Gegner zu stehen. Das hat er vergangene Woche schon sehr gut gemacht und diesmal wieder“, freute sich Beyer darüber, dass die taktische Veränderung der Vorwoche gegen Fortunas Zweite erneut Früchte trug.

Eigengewächse setzen Achtungszeichen

In der Offensive waren es ausgerechnet die Eigengewächse der Neustädter, die sie zum Derbysieg schossen. Bereits in der 7. Minute brachte Jonas Kliche Schwarz-Gelb mit einer schönen Direktabnahme in Front. Maximilian Tewes stellte den Pausenstand nach einem missglückten Einwurf mit einem perfekt platzierten Flachschuss auf 2:0.

In Durchgang zwei war es dann der eingewechselte Reserve-Spieler Felix Christoph, der mit einem Doppelpack die Treffer drei und vier besorgte. Zwar bäumten sich die Fortunen nach dem direkt verwandelten Freistoß von Kai Knochenmuß (58.) noch einmal kurz auf. Doch war im Endeffekt nichts zu holen.

Faire Fortunen gratulieren

„Wir sind nie wirklich ins Spiel gekommen, können TuS nur gratulieren. Sie waren über 90 Minuten die galligere Mannschaft und haben sich den Sieg verdient“, gestand Fortunen-Coach Christian Krüger nach Spielende ein.

„Die Jungs, die wir heute auf die Platte geschickt haben, haben das sensationell gemacht. Ich kann der Truppe nur ein großes Lob aussprechen“, so ein absolut zufriedener Beyer zum Derbysieg.