Magdeburg l Zumindest im Norden herrscht noch Spannung. Während sich der Burger BC in der Landesklasse-Staffel 2, Stahl Thale in der 3 und der TSV Kleinmühlingen/Zens in der 4 auf ihrem Weg in die Fußball-Landesliga eigentlich nur noch selbst schlagen können, ist in der Staffel 1 in der Altmark ein Mehrkampf entbrannt. In dem Saxonia Tangermünde am vergangenen Sonnabend ein deutliches Zeichen gesetzt hat.

Staffel 1

 

Ein schleppender Start, ein furioser Durchmarsch. Bis jetzt. Saxonia Tangermünde hat sich am vergangenen Wochenende den Weg freigeschossen zum Staffelsieg und zum Aufstieg in die Landesliga. Mit sechs Toren, darunter einem Dreierpack von Alexander Klitzing. Der Gegner? SV Liesten, bis dato der Tabellenführer, gegen den Tangermünde in der Hinrunde mit 2:3 unterlegen war. Diesmal lautete der Endstand also: 6:0 (2:0). Womit selbst Tangermünde nicht gerechnet hatte. Genauso wenig wie die 200 Zuschauer. „Das war ganz bestimmt so nicht zu erwarten“, betonte Steffen Lenz, der Trainer, der zudem über die defensive Einstellung des SVL etwas überrascht war. „Das haben wir aber taktisch und spielerisch sehr gut gelöst.“

Nach schlechtem Start jetzt vorn

Tangermünde hatte in den ersten drei Saisonspielen zwei Niederlagen kassiert: eben gegen Liesten, auch gegen Medizin Uchtspringe (2:3). Und Tangermünde hat sich für beide Niederlagen revanchiert. Gegen Uchtspringe, dem derzeitigen Dritten, gelang dies mit einem 4:0-Erfolg ebenso deutlich wie gegen Liesten. Die Tabellenkonstellation lässt aber auch den aktuellen Spitzenreiter die verbleibenden zehn Saisonspiele nicht entspannter angehen. Saxonia führt mit 42 Punkten vor Liesten (40) und Uchtspringe (36), das allerdings noch eine Partie weniger gespielt hat, die Staffel an.

Und so sieht es auch Coach Lenz: „Wir dürfen uns über das Erreichte freuen“, erklärte der 50-Jährige nach dem Liesten-Erfolg, „aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen.“ Und Lenz ergänzte: „Natürlich wollen wir ganz oben bleiben, aber dafür müssen wir auch konsequent und konstant weiterarbeiten.“

Staffel 2

Burg – 43 Punkte. 14 Siege. Ein Unentschieden. Wer will diese Mannschaft noch stoppen in der Staffel 2? In Anbetracht der zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Arminia Magdeburg – und bei einem Spiel weniger – ist der Aufstiegskampf quasi beendet. Wenngleich Michael Hucke, der BBC-Trainer, zum Start der Vorbereitung auf die Rückrunde durchblicken ließ, dass er noch nicht in allen Details mit seiner Mannschaft zufrieden ist. Damals erklärte der 38-Jährige, er wolle „die Dinge, die gut funktioniert haben, beibehalten“. Und die Dinge verbessern, „die wir uns bislang anders vorgestellt haben“. Sicherlich meinte der Coach dabei nicht die Torjäger-Qualitäten von Christopher Schmidt. Mit 20 Treffern ist er der beste Schütze der Staffel.

Staffel 3

 

Thale – 33 Punkte. Zehn Siege. Drei Unentschieden. Zwei Niederlagen. Noch neun Partien stehen in der Staffel 3 aus, dann hat der SV Stahl nach zwei Jahren der Abstinenz die Rückkehr in die Landesliga geschafft. „Es ist Zeit, die Mannschaft in die Liga zu bringen, über die im Umfeld viel gesprochen wird“, erklärte Coach Michael Tietze bereits nach der Hinrunde. „Aber dafür ist viel Kraft, Arbeit und Euphorie aufzubringen.“ Besonders euphorisch hat Steffen Hägemann in dieser Saison den Weg zum Tor gesucht – und 15-mal erfolgreich gefunden. Auch deshalb führt Stahl mit sieben Punkten Vorsprung auf den Quedlinburger SV die Tabelle an.

Staffel 4

 

Junge Wilde, alte Hasen: Diese Mischung ist zugleich das Erfolgsrezept des TSV Kleinmühlingen/Zens aus dem Salzlandkreis. Zwölf Siege und ein torloses Remis im Spitzenspiel gegen Schwarz-Gelb Bernburg lassen keine Zweifel daran, dass die Mannschaft von Trainer Mario Katte in der nächsten Saison in der Landesliga spielen wird. „Wir haben die Euphorie aus dem Sparkassen-Cup in die Saison mitgenommen“, berichtete Katte in seiner Hinrunden-Bilanz. Im vergangenen Sommer setzte sich seine Elf im Finale gegen den Landesligisten SV 09 Staßfurt durch. Und gewann in den folgenden Monaten weiter vor sich hin – auch mit den Toren ihres besten Schützen Kevin Junge, der in 13 Partien 13-mal traf. In der Staffel ist bislang nur Benjamin Kollmann (Förderstedt) mit 16 Toren besser.

Die Grün-Weißen haben noch zwei Spiele nachzuholen und liegen dennoch mit 37 Zählern bereits fünf Punkte vor dem ersten Verfolger aus Bernburg. Und dass sich sein Team diesen Vorsprung nicht mehr nehmen wird, da ist sich Katte sehr sicher: „Ich habe der Mannschaft mein Vertrauen ausgesprochen. Es läuft für uns gut. Und so werden wir es auch zu Ende bringen.“ Ob mit dem 19-jährigen Maurice Hertel, der in zehn Einsätzen bereits neunmal traf, oder mit dem 32-jährigen Steffen Brandt, der als ältester Akteur in allen 13 Partien (2 Tore) dabei war.