Magdeburg l Die 0:1-Heimniederlage eine Woche zuvor gegen die zweite Vertretung des 1. FC Union Berlin war schon eine böse Überraschung. Doch die 0:1-Schlappe beim Liga-neuling und Tabellenvorletzten SSV 07 Schlotheim bereitet den FCM-Verantwortlichen auch noch Tage später Kopfschmerzen. Liegen die Blau-Weißen doch drei Punkte hinter dem Halleschen FC und vom Relegationsplatz zwei entfernt.

„Jetzt kommt man natürlich ins Grübeln, ist enttäuscht“, sagt Trainer Sören Osterland, um zu ergänzen: „Von der Leistung kann ich den Jungs nicht mal was vorwerfen. Was fehlte, war in beiden Spielen etwas mehr Kreativität. Ich weiß nicht einmal, ob es auch mangelnde Überzeugung und fehlendes Selbstvertrauen war“.

Seit zwei Spielen torlos

Fakt ist, das Osterland-Team blieb in den beiden letzten Spielen ohne Tor, war auch in Schlotheim 80 Minuten spielbestimmend, konnte aber den 0:1-Rückstand nach einem frühen Foulelfmeter nicht mehr wettmachen. Nun kommt es zum Showdown mit dem HFC, gegen den es zudem voraussichtlich am 11. Mai auch im Landespokalfinale geht.

Der FCM-Gegner vom Sonnabend, der SSV 07 Schlotheim, ist übrigens kein alltäglicher Verein. Hinter dem Aufsteiger steht das Fußball-Leistungszentrum Schlotheim, das ein eigenes Internat betreibt und eng mit der Regelschule und dem Gymnasium der 3600-Seelen-Gemeinde im Unstrut-Hainich-Kreis kooperiert.

„Wir haben derzeit 59 Jungs zwischen elf und 16 Jahren bei uns, sind neben dem Deutschen Fußball-Internat in Bad Aibling das einzige kommerziell geführte Nachwuchsleistungszentrum in Deutschland. Nur, dass die Eltern bei uns halb so viel zahlen wie in Bayern“, sagt Internatsleiter Sascha Reuter.

Auch Butzen war in Schlotheim

Der stieg mit dem SSV in die B-Junioren-Regionalliga auf, gab das Traineramt mittlerweile an Benjamin Graßmann ab. Träger der Fußballschule ist die Freie Jugendhilfe. Die monatlichen Internatskosten betragen fast 800 Euro. Dafür bietet das Leistungszentrum neben dem Internat mehrere Rasenplätze, zwei Fußballhallen, eine Schwimmhalle und ein Fitnessstudio.

Berühmtester Schüler ist laut Reuter Nils Butzen. „Der war zwar nur ein Jahr hier, trug auch nicht das Schlotheimer Trikot, sondern das von Union Mühlhausen, gilt aber als großes Vorbild.“ Der FCM-Spieler kommt noch regelmäßig zu Besuch nach Schlotheim.