Magdeburg l BFC Dynamo, Carl-Zeiss Jena, FSV Zwickau, Erzgebirge Aue, Hansa Rostock – das sind nur einige der klangvollen Namen, die in der kommenden Spielzeit am Schöppensteg gastieren werden. Seit Freitag ist es offiziell: Die A-Junioren des SV Fortuna gehen in der neuen Saison in der Regionalliga Nordost an den Start.

Nachdem die Mannschaft von Eicke Schiller im Vorjahr noch haarscharf in der Relegation scheiterte, kommt sie infolge der Corona-Pandemie nun also um diese herum und steigt als Vertreter des Fußballverbands Sachsen-Anhalt direkt in die zweithöchste Liga ihrer Altersklasse auf. „Als wir diese Bestätigung hatten, war das eine riesige Erleichterung“, beschreibt Fortuna-Jugendleiter Max Schönijahn.

Ziel bei Fortuna war der Aufstieg

Dabei standen die Vorzeichen ohnehin schon gut: „Ich habe mich vor einigen Wochen beim NOFV erkundigt, ob mit unseren eingereichten Unterlagen alles passt. Da hieß es schon, dass wir uns freuen dürfen, wenn es keine weiteren Rückfragen vom Verband gibt.“ Diese blieben aus, so dass die Bestätigung durch den NOFV am Freitag im Grunde nur eine Formalität blieb. „Das zeigt auch, wie akribisch der Verein und allen voran Thomas Knobbe an der Lizenz gearbeitet haben“, freut sich Schönijahn.

Groß ist die Freude auch bei Trainer Schiller. „Mit dem klaren Ziel, in die Regionalliga aufzusteigen, bin ich vor zwei Jahren zu Fortuna gekommen. Wenn man das dann erreicht, ist man natürlich glücklich und stolz“, erklärt er, „wenngleich wir den Aufstieg lieber sportlich geschafft hätten.“

Kooperation mit dem FCM

Ein wichtiger Baustein für die jüngsten Erfolge ist die 2017 gestartete Kooperation mit dem 1. FC Magdeburg. Diese sieht unter anderem vor, dass die A-Jugendlichen des FCM aus dem jüngeren Jahrgang Spielpraxis bei Fortuna sammeln können, bevor sie bei der Bundesliga-U-19 ins kalte Wasser geworfen werden. „Mit dem Aufstieg in die Regionalliga bieten wir dem FCM jetzt noch mal eine ganz neue Möglichkeit“, freut sich Schönijahn auch im Sinne der Kooperation.

Dass diese Zusammenarbeit von anderen Vereinen der Stadt kritisch betrachtet wird, kann man am Schöppensteg nicht nachvollziehen. „Es geht dabei doch nicht darum, dass wir uns persönlich profilieren. Wir wollen den Jungs auch abseits vom FCM den bestmöglichen Fußball bieten und das ist mit der Kleinstaaterei, wie sie in Magdeburg gelebt wird, nicht möglich“, erklärt Schiller. Jugendleiter Schönijahn pflichtet dem bei: „Wir haben damals einfach eine tolle Gelegenheit beim Schopf gepackt und arbeiten inzwischen sehr intensiv und effektiv zusammen.“

Drei Abgänge zu den Herren

So soll die Kooperation auch in der Regionalliga fortgeführt werden. Mit Felix Gräf, Hannes Ehrhardt, Justin Koderisch, Leo Riemann und Jan-Niklas Klötzing stehen bereits fünf Akteure fest, die über diesen Weg im Sommer zum Schöppensteg wechseln. „Dazu kommen viele talentierte Jungs aus unserer eigenen B-Jugend“, sieht Schiller sein Team in der Kaderplanung auf dem richtigen Weg. „Was weitere externe Neuzugänge angeht, sehen wir keine Not, sind aber gespannt, was noch kommt. In den vergangenen Jahren haben sich immer wieder Jungs von alleine vorgestellt, auch das ist gerne gesehen“, ergänzt Schönijahn.

Abgänge, die nicht dem Alter geschuldet sind, gibt es mit Mardon Gehrke (Heimat) und Ajani Quaas (Holstein Kiel) im Gegenzug nur zwei. Die 19-jährigen Justin Bedau, Domenik Grothe und Kapitän Charlie Schüler gehören derweil künftig den Verbandsliga-Herren um Dirk Hannemann an. „Genau diese Übernahme ist unser Ziel und ein Zeichen der guten Arbeit“, freut sich Schiller.

Budget-Planung im Fokus

Neben dem Kader steht in dieser Phase der Planung auch das Budget im Fokus. „In der Regionalliga müssen wir uns finanziell neu aufstellen, schließlich sind die Kosten für Schiedsrichter und Anreisen, eventuell sogar Übernachtungen, wesentlich höher. Diese Gelder wollen wir mit Sponsoren abdecken, damit das Projekt den Gesamtverein nicht belastet“, erklärt Schönijahn und ergänzt: „Das sind zwar viele Wege für alle Beteiligten, aber wir machen das aus Überzeugung.“

Das langfristige Ziel ist nämlich klar: „Regionalliga am Schöppensteg soll keine Eintagsfliege sein, sondern ein Projekt von Dauer.“