Magdeburg l Ian Streißenberger ist erst 20 Jahre alt. Im Senioren-Fußball hat er also noch nicht so viele Jahre auf dem Buckel. Trotzdem darf man vermuten, dass er das, was er am Sonnabend geschafft hat, so oft in seiner Karriere nicht wieder haben wird. „So etwas“, sagte er nur, „habe ich noch nicht erlebt.“

16 Tore bis zur Pause

Streißenberger und seine Teamkollegen der zweiten Mannschaft des MSC Preussen haben in der Stadtoberliga, Staffel 1, Rekordverdächtiges geschafft. Sie haben am Wochenende ihr Gastspiel zum Saisonstart bei der Zweitvertretung von Roter Stern mit 28:1 gewonnen. Zur Pause stand es 16:1.

Zweiklassengesellschaft

„Uns wurde schon im Vorfeld gesagt, dass es sicherlich nicht das schwierigste Saisonspiel wird, aber über diesen Ausgang waren wir dann doch selbst überrascht“, berichtete Streißenberger, der das Schützenfest selbst eröffnet hatte. Nachdem die Sterne den Anstoß ausgeführt hatten, dauerte es nur 20 Sekunden, bis der Angreifer seinen ersten von insgesamt neun Treffern erzielte. Schon zur Pause musste Sterne-Keeper Mohsen Loboda das Leder 15 weitere Male aus dem Netz holen.

Immerhin ein Ehrentreffer

Immerhin: Amadou Thiem Sow erzielte für die junge Mannschaft der Sudenburger den Ehrentreffer zum zwischenzeitlichen 1:14. „Natürlich war das Spiel zur Halbzeit lange entschieden, aber wir wollten, wie wir es uns vor dem Spiel vorgenommen haben, unseren Stiefel von Anfang bis Ende runterspielen“, erklärte Streißenberger das klare Ergebnis und resümierte zufrieden: „Das haben wir geschafft.“

Auch aufgrund eines treffsicheren Auftritts Streißenbergers. „Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so viele Tore in einem Spiel erzielt zu haben. Wenn überhaupt, vielleicht in der F- oder E-Jugend.“

Ausgebildet beim FCM

Der einst beim FCM ausgebildete und aus seiner Zeit beim SV Braunsbedra landesliga-erfahrene Linksfuß macht sich aktuell bei der MSC-Reserve fit und möchte sich, ebenso wie sein am Sonnabend sieben Mal erfolgreicher Teamkollege Lukas Schulze, für die Erste empfehlen. Deren Trainer Torsten Marks hat das Ergebnis und die Torschützenfolge jedenfalls erfreut zur Kenntnis genommen.

Bald stärkere Gegner

Doch bis es so weit ist, macht sich Streißenberger noch auf weitere deutliche Angelegenheiten gefasst. Aus gutem Grund: „Durch die Zusammenlegung der Stadtoberliga und Stadtliga wäre es viel überraschender, wenn solche Ergebnisse ausblieben“, meint er. Schließlich genügt ein Blick auf die Partien des ersten Spieltags, um die von vielen befürchtete Zweiklassengesellschaft bereits zu erahnen. Neben dem 28:1 gab es noch ein 6:1, 7:1 und 10:1.

„Dennoch werden wir keinen Gegner unterschätzen“, versichert Streißenberger. Vor allem nicht SG Handwerk, die in der Staffel 1 der Stadtoberliga am kommenden Wochenende wartet: „Handwerk ist eine richtige Stadtoberliga-Mannschaft“, sagt er. „Das wird, ohne respektlos gegenüber den Sternen klingen zu wollen, eine ganz andere Hausnummer werden.“