Magdeburg l Nachdem der HSV unter der Woche erhebliche Probleme mit der Grippewelle hatte, war Trainer René Angerer froh, dass einige Spieler sich auch angeschlagen zum Top-Spiel meldeten. Dieses war über weite Phasen von Taktik geprägt. Während die Mediziner immer wieder versuchten, nach Ballgewinn schnell in die Spitze zu spielen, waren die Gäste darauf bedacht, wenig Platz zu lassen und selbst aus der Distanz abzuschließen.

Dennoch hatten die Mediziner in der fünften Minute bereits die Riesenchance zur Führung, als Steven Schoß alleine auf den Keeper zulief. Sascha Krüger blieb aber Sieger und klärte zur Ecke. Die ersten gefährlichen Abschlüsse auf Seiten der Niegripper gehörten Benjamin Schäfer und Andre Wittpahl jeweils aus der Distanz. Bei denen war HSV-Keeper René Kowalewski aber zur Stelle.

Gäste drehen das Spiel

Die Partie nahm ab der 30. Minute Fahrt auf. Nachdem HSV-Angreifer Christian Timmerevers steil geschickt wurde und Steven Zeuch nicht hinterherkam, musste er sich der Notbremse bedienen. Elfmeter und die Rote Karte für den Defensivmann der Gäste waren die logische Folge. Die Kugel schnappte sich Maximilian Stein, der den Keeper der SG in die falsche Ecke schickte und vom Punkt aus auf 1:0 stellte.

Der Gast hatte aber umgehend eine Antwort parat. Diesmal versuchte Steven Plünnecke sein Glück aus der halblinken Distanz und traf den Ball satt, so dass Kowalewski nicht mehr herankam und die Kugel im Netz zappelte. Für die Mediziner kam es noch schlimmer. In den Schlussminuten des ersten Durchgangs sah der HSV nahezu aus, als würde er in Unterzahl spielen, so drückend überlegen waren die Gäste. Mit dem Pausenpfiff belohnte Andre Wittpahl die SG und staubte nach einem Freistoß zum 1:2 ab.

In Hälfte zwei plätscherte die Partie lange Zeit dahin. Die Gäste standen nun tiefer. Getreu dem Motto: „Der eine kann nicht, der andere will nicht“ waren Chancen Mangelware. Erst in der Schlussphase taute das Spielgeschehen wieder auf.

Timmerevers rettet das Unentschieden

In der 75. Minute bestraften die Mediziner die zunehmende Passivität der Gäste und stellten auf 2:2. Nach schönem Steilpass von Marten Schmeide hatte Sturm-Juwel Christian Timmerevers freie Bahn und schob ein.

Kurz darauf hatte der HSV Glück, dass die Gäste nicht sofort wieder in Führung gingen. „Schlitzohr“ Till Räcke sah Kowalewski zu weit vor dem Kasten und versuchte es von der Mittellinie, sein Schuss ging nur knapp drüber.

Nachdem HSV-Aushilfsverteidiger Mathieu Debonnaire in der letzten Szene knapp drüberköpfte, war das Spiel beim Stand von 2:2 vorbei.

„Wenn du 60 Minuten in Überzahl spielst, möchtest du das Spiel natürlich gewinnen. Wenn wir aber die ganzen Umstände des Spiels ansehen, können wir mit dem Punkt gut leben“, so Angerer nach dem Schlusspfiff.

HSV Medizin: Kowalewski – Ruhland (70. Wiebe), Debonnaire, Schönberg, Stein, Schmeide, Timmer-evers, Mai (60. Mußel), Platte, Schoß, Heise Tore: 1:0 Stein (32./FE), 1:1 Plünnecke (37.), 1:2 Wittpahl (45.+2), 2:2 Timmerevers (75.)