Magdeburg l Matthias Dieterichs hatte die Gäste im Duell der einstigen „Traktor“-Mannschaften (Traktor Olvenstedt und Traktor Südwest zu DDR-Zeiten) in der Nachspielzeit der ersten Hälfte in Führung gebracht, als er eine Linksflanke von Ilias Gkotzias über die Linie bugsierte.

In der ereignisarmen ersten Halbzeit wurde ansonsten über weite Strecken Sommerfußball geboten. Dieterichs forderte seine Mitspieler nach einer halben Stunde auf: „Männer, wir müssen mehr machen, das läuft so dahin.“ Die einen (VfB) wollten nicht mehr, die anderen (der eigentlich geforderte SV Germania) konnte zunächst nicht mehr. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit deutete Germania-Torjäger Andreas Bode zweimal seine Gefährlichkeit an, doch fiel das erste Tor auf der Gegenseite.

Germania nach der Pause druckvoller

Nach der Pause machten die Olvenstedter mehr Druck. Winterneuzugang Brian Schuller und Daniel Dinter wechselten die Seiten. Vor allem über den quirligen Dinter kam Germania über links gefährlich vor das VfB-Tor. So scheiterte Stefan Kauczor an VfB-Keeper Christoph Breitmeier (47.). Auf der Gegenseite verstolperte Dieterichs das mögliche 0:2 (55.). Dem VfB gelangen nur noch selten Entlastungsangriffe, Germania übernahm zusehens die Initiative.

Kurios das 1:1. Der Ball blieb nach einer Kohrmann-Flanke förmlich in der Luft „stehen“, Breitmeier griff daneben, und Bode köpfte zum Ausgleich ein (75.). VfB-Coach Mario Katte wollte eigentlich den völlig platten Griechen Ilias Gkotzias rausnehmen, musste dann aber Toni Haberland für den nach einem Scherenschlag von Dinter am Mann angeschlagenen Kevin Junge bringen. Mehr Linie kam auch nicht mehr ins kaum noch vorhandene VfB-Offensivspiel.

Bode mit seinem zweiten Streich

Als alles schon auf ein Remis hindeutete, schlug Schlitzohr Bode in der Nachspielzeit ein zweites Mal zu, erzielte trotz eines blauen Zehs mit der letzten Aktion des Spiels den 2:1-Siegtreffer. Neben den drei Punkten konnten sich die Germanen noch auf dem Platz über einen spontan spendierten Kasten Bier freuen.

„Meine Mannschaft hat eine ganz große Moral gezeigt. Alle haben super mitgezogen. Bode war wieder super. Das ganze Spiel nicht zu sehen, macht er zwei die Buden. Überragend. Wir haben noch acht Spiele vor uns, die wollen wir genauso angehen“, freute sich Germania-Coach Markus Goldmann. Sein Gegenüber Mario Katte war angefressen: „Das war heute nichts. So kann man sich nicht präsentieren.“

Germania Olvenstedt: Meinecke – Frank, Loth, Puchowka, Dinter, Hallbauer, Kohrmann (67. Schäfer), Schuller (60. R. Müller), Kauczor (89. Zabel), Bode VfB Ottersleben: Breitmeier – Schmeil, Prenzer, Meier, Braunert, Junge (80. Haberland), M. Malchau, Stockhaus, Gkotzias, Jahns (72. Slawinsky)