Magdeburg l Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt der Landesklasse 2 ist der Knoten bei den Magdeburgern geplatzt, sagt Matthias Meinecke. Nun geht es für ihn und die Mannschaft zum Tabellenführer. Die Interview-Anfrage kam etwas spontan für Matthias Meinecke. Als der 29-Jährige vor einigen Monaten über die damalige Ergebnis- und spielerische Misere der Olvenstedter Germanen in der Volksstimme referiert hatte, kostete ihn die Veröffentlichung im Nachgang vier Kisten Bier für die Mannschaft und ziemlich viel Zeit am Telefon. Das wird es womöglich auch diesmal, denn nach dem ersten Sieg in der neuen Serie der Fußball-Landesklasse 2 und nach seinem Siegtreffer per Foulelfmeter in der 85. Minute war ihm die erneute Anfrage nicht mehr zu ersparen.

Deshalb sagen wir an dieser Stelle „Sorry“ für den finanziellen Einschnitt im Sparschwein. Und fragen zugleich: War der jüngste 3:2-Erfolg gegen den SV Fortuna Magdeburg II der Brustlöser für die Germanen? Matthias Meinecke sagt: „Ja, der Knoten ist geplatzt.“

Meinecke: Habe mich gut gefühlt

Dem Ereignis ist in der Woche zuvor ein Gespräch zwischen Trainer Tim Woltersdorf und dem Kapitän vorausgegangen. Dabei ging es um das System, mit dem die Olvenstedter sich auf dem heimischen Platz gegen die Fortunen erwehren wollten. „Wir haben in den ersten beiden Punktspielen in einem 3-5-2 agiert, diesmal war es ein 4-2-3-1. Beide Systeme funktionieren schon gut“, sagt Meinecke, der seine zehnte Saison in der Straße Am Sportplatz 3 bestreitet, am vergangenen Sonnabend sein 202. Punktspiel absolvierte, den 28. Treffer erzielte, davon den siebten per Strafstoß bei zehn Anläufen. Und in jenem zehnten Anlauf gelang ihm der Schuss ins Glück. „Ich hatte mich gut gefühlt und habe deshalb die Verantwortung übernommen“, berichtet er. „Außerdem war mein Vertreter nicht da“, ergänzt er lächelnd. Sein Vertreter ist Patrick Kohrmann.

Meinecke spielt in den Woltersdorf-Systemen eine zentrale Rolle, entweder in der Dreier-Abwehrkette als Organisator oder auf der rechten Seite oder als Innenverteidiger in der Viererkette. Und von dort aus kann er das Spiel natürlich sehr gut beobachten und deshalb einschätzen: „Wir haben in den ersten beiden Spielen zwei unnötige Niederlagen kassiert.“

Zwei unnötige Niederlagen

Vor allem beim 2:3 gegen Besiegdas, als die Germanen schon 2:0 führten. Beim 1:3 beim MSC Preussen „waren wir in bisschen grün hinter den Ohren“, obwohl diese Mannschaft mit dem Alterdurchschnitt von mehr als 28 Jahren jede Menge Erfahrung mitbringt. Und die Mannschaft war keinesfalls schlechter als der jeweilige Gegner, ist Meinecke überzeugt. „Vom Verlauf her“, erklärt er nämlich, „hätten wir meiner Meinung nach beide Spiele gewinnen müssen.“

Seinen Beitrag zum nächsten erfolgreichen Abschneiden könnte am kommenden Sonnabend nun der Neuzugang aus Bosnien leisten. Zu den ersten beiden Spielen fehlte Dzenan Smaka noch die Genehmigung, zum dritten fehlte er arbeitsbedingt. Beim TSV Niederndodeleben könnte er seine Qualitäten beweisen, die er bereits im Training offenbart hat. „Er ist ein Laufwunder wie ich es in Olvenstedt noch nicht gesehen habe“, erzählt Meinecke unter dem Eindruck des Tempos, das der 20-Jährige auf der Außenbahn aufnimmt. „Er wird uns auf jeden Fall weiterbringen“, ist sich der Kapitän sicher.

Kampf kann Germania auch

Und Meinecke denkt auch gar nicht darüber nach, dass die Auswärtsfahrt am Sonnabend (Anpfiff 15 Uhr) ihn und die Germanen zum bislang ungeschlagenen Tabellenführer führt, der bereits 19 Treffer in dieser Saison erzielt hat. „Wir fressen auch gerne Gegentore“, sagt Meinecke zwar lächelnd. „Aber Niederndodeleben hat zuletzt beim FCM II in einem reinen Kampfspiel mit 2:1 gewonnen. Und Kampf können wir, darüber sind wir immer zum Erfolg gekommen.“ Und über den Kampf wollen die Olvenstedter unter dem Saison-strich besser abschneiden, als in der vergangenen und coronabedingt abgebrochenen Serie, als sie Rang elf belegten.

Sollten die Germanen also beim TSV punkten, wäre das wieder eine Interview-Anfrage bei Matthias Meinecke wert. Nur leider hat er bereits erklärt: Das war sein letztes Interview in diesem Jahr. „Ich muss jetzt sparen.“