Magdeburg l Die Gäste starteten an der Harsdorfer Straße auch ohne Leistungsträger wie Steven Schoß, Christian Timmerevers und Kapitän Tino Schönberg gut in das Spiel. Die ersten beiden Abschlüsse gehörten Marten Schmeide und Holger Franke jeweils nach Angriffen über den spielstarken linken HSV-Flügel.

Auf der anderen Seite brauchten die Gastgeber allerdings nur eine Chance zur Führung. Nach einem kontroversen und heiß diskutierten Zweikampf im Mittelfeld drang Bennet Flöter von links in den Sechzehner ein und traf vom Fünfereck unbedrängt zur Führung aus dem Nichts in der 12. Minute.

Stadtfelder steigern sich

Statt eines Aufbäumens des Primus bekamen die Zuschauer in der folgenden Phase sich weiter steigernde Stadtfelder zu sehen. Andres Miguel Villaroel Uriona und David Nordt hatten jeweils ihre Chancen, die Führung auszubauen. Die Mediziner taten sich indes mit der kämpferischen Abwehrarbeit des MSV schwer und fanden spielerisch keine Lösungen mehr. Einzig ein Robert Kowal-Freistoß, den MSV-Keeper Behrens zur Ecke abwehrte, brachte vor der Pause noch Gefahr.

Der zweite Durchgang startete dafür so, wie es sich HSV-Trainer René Angerer wohl gewünscht hatte. Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff traf Marten Schmeide mit einem sehenswerten Schuss aus 20 Metern unter die Latte zum Ausgleich für die Mediziner.

Als wäre der Gegentreffer nicht schon schlimm genug gewesen, verletzte sich in der Szene auch noch Torhüter Nico Behrens so schwer, dass er nach einer langen Behandlungspause ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Mittelfeld-Spieler Wisam Darman übernahm seine Rolle im Kasten des MSV.

HSV drängt auf Führungstreffer

Angetrieben vom Ausgleichstreffer drängten die Gäste nach der Führung, allerdings ohne sich glasklare Chancen zu erarbeiten. Dennoch war die Überlegenheit der Mediziner drückend, die Gastgeber kamen kaum noch aus der Abwehr heraus und konnten nur selten für Entlastung sorgen.

Bei einem dieser entlastenden Angriffe war aber wieder auf Flügelspieler Bennet Flöter Verlass. In der 84. Minute sprang der Ball an der Strafraumkante zum 25-Jährigen, der eiskalt flach links zur erneuten überraschenden Führung der MSV-Reserve traf.

Fortan rollte wieder ein Angriff nach dem anderen auf die Abwehr der Stadtfelder zu. Nach einer Ecke in der 90. Minute rettete noch die Latte bei einem Schmeide-Kopfball. In der dritten Minute der Nachspielzeit war es dann aber doch soweit. Nach einem weiten Ball legte Aushilfs-Keeper Darman HSV-Angreifer Franke. Den fälligen Elfmeter versenkte Sebastian Jaffke zum erneuten Ausgleich, doch der Liga-Primus wollte mehr.

Konter entscheidet das Spiel

So lief der HSV in der achten Minute der Nachspielzeit in einen Konter, an dessen Ende Schiedsrichter Andreas Zepter auf Elfmeter für den MSV entschied. David Nordt ließ sich auch von der fünfminütigen Diskussion ob des Elfmeterpfiffes nicht verunsichern und traf so in der 103. Minute bzw. der 13. Minute der Nachspielzeit zur erneuten Führung, die der MSV anschließend mit Mann und Maus über die verbliebenen fünf Minuten brachte.

MSV Börde: Behrens (47. Pawletta) – Hahne, Tost, Neumärker, Schüßler, Nordt, Held, Uriona (90.+15 Kalninsch), Flöter, Dörfler (70. Taschkuhn), Darman

HSV Medizin: Kowalewski – Ruhland (66. Blaszczyk), Wiebe, Stein, Franke, Jaffke, Botturi, Müller (80. Banga), Kowal, Schmeide, Heise

Tore: 1:0 Flöter (12.), 1:1 Schmeide (47.), 2:1 Flöter (83.), 2:2 Jaffke (90.+3/Foulelfmeter), 3:2 Nordt (90.+13/Foulelfmeter)