Burg/Magdeburg. Beim 4:1 (3:0)-Heimsieg über den Post SV Magdeburg schaltete und waltete der Spitzenreiter eine Halbzeit lang nach Belieben, drosselte nach dem Seitenwechsel aber merklich die Drehzahl.

Am Ende dieses Nachmittages konnte der Burger Tim Lattki in der Kabine die kleinen Scherze auf seine Kosten schon wieder mit einem Lächeln ertragen. Eine knappe Dreiviertelstunde zuvor war jedoch niemand im BBC-Parkstadion zu Späßen aufgelegt, nachdem der 18-jährige Flügelstürmer einen Befreiungsschlag vom Magdeburger Bastian Raschig aus nächster Nähe ins Gesicht bekommen hatte und minutenlang behandelt werden musste. Das Nasenbein des Burger Youngsters blieb glücklicherweise unversehrt, Symptome für eine Gehirnerschütterung gab es auch nicht, und so ist die Benommenheit schnell der Freude über den 4:1 (3:0)-Heimsieg zum Rückrundenauftakt gewichen.

Bruch im Spiel der Burger

Unübersehbar war der Bruch im Spiel, der mit der Behandlungspause einherging. „Mit der Führung ist der Schlendrian eingekehrt. Die Jungs waren nicht mehr zu 100 Prozent bei der Sache. Was einerseits nachvollziehbar, andererseits natürlich nicht gewünscht ist“, bemängelte BBC-Trainer Michael Hucke.

Schon zu Beginn der zweiten Hälfte mahnte etwa Carsten Madaus mehrfach lautstark das schwerfällige Umschalten des Teams nach einem Ballverlust an. Nach eben einer solchen Situation missglückte dem Burger Kapitän der erste Klärungsversuch im Strafraum, der zweite traf den Gegenspieler am Fuß – Elfmeter (62.). „Das war natürlich der Punkt, der mir nicht so gefallen hat. Insgesamt war die zweite Halbzeit ausbaufähig“, so der Burger Trainer.

Beruhigender 3:0-Vorsprung

Die Kritik überdeckte allerdings nicht die Tatsache, dass die Gastgeber bis dahin mit der größtmöglichen Souveränität für einen beruhigenden 3:0-Vorsprung gesorgt hatten. Da war zunächst der Blitzstart durch einen Treffer von Erik Teege (2. Minute), der sich kurz darauf mit einer klugen Ablage bei Franz Zimmer bedankte, der für das 2:0 sorgte (5.). Und beim vorentscheidenden dritten Treffer, einer Eckballvariante, zeigte sich, dass die Automatismen beim Spitzenreiter nicht unter der spielfreien Zeit gelitten haben. Wie auf Schienen bewegten sich die Burger vor dem Gästetor und am Ende einer perfekten Laufwegkette konnte Christian Madaus unbedrängt einköpfen (32.).

„Wir sind zunächst überhaupt nicht mit dem stumpfen Rasenplatz klargekommen“, berichtete Post-Teammanagerin Janet Barth. „Die starken Burger haben dagegen jeden unserer Fehler sofort bestraft.“

Gäste wachen spät auf

Am bereits beschriebenen Bruch im Spiel der Burger hatten die Gäste aber auch ihren Anteil. Mit zunehmender Spielzeit fanden sie sich immer besser auf dem Rasenplatz zurecht und hatten in der zweiten Hälfte auch mehrere Chancen zur Resultatsverbesserung. Eine davon nutzte Anton-Lom Schmidbauer per Strafstoß zum zwischenzeitlichen 3:1 (62.). Zuvor war Tristan Wolff im Strafraum von den Beinen geholt worden.

Vor den zweiten 45 Minuten stellte Post-Trainer Patrick Lichter, der den erkrankten Jörg Grau an der Seitenlinie vertrat, noch einmal seine Mannschaft taktisch neu auf. „Mit der Leistung in diesen zweiten 45 Minuten können wir durchaus zufrieden sein. Zudem hatten wir auch einige Chancen zu weiteren Toren“, so Barth weiter.

Verdienter Erfolg des Spitzenreiters

Letztlich gehe aber der Erfolg, auch in dieser Höhe, in Ordnung. „Dafür waren die Burger in den ersten 45 Minute zu stark.“

Diese Niederlage wirft den Aufsteiger aber nicht um. „Unser klares Ziel ist der Klassenerhalt. Da sind wir auf einem guten Weg“, erklärt die Teammanagerin. In der nunmehr ausgeglichenen Tabelle sind die Postler Siebenter, haben sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Sicherlich kein Ruhekissen, aber eine gute Ausgangsposition für die in einer Woche mit dem Heimderby gegen den BSV 79 beginnende Frühjahresrunde.