Magdeburg l Als Benjamin Graßhoff im Sommer gemeinsam mit seinem besten Freund Tim Stephan das Traineramt bei den Fußballern von Germania Olvenstedt II übernahm, sah er sich vor keiner leichten Aufgabe. Der Kader war dünn besetzt, zehrte regelmäßig von der Unterstützung aus den Alten Herren. Noch dazu waren Erfolge Mangelware, konnten die Olvenstedter in den letzten drei Spielzeiten insgesamt nur neun Partien gewinnen.

Erstes Ziel bereits erreicht

„Oberstes Ziel ist es, wieder ein Fundament für die Zweite aufzubauen“, erklärte Graßhoff damals. Ein halbes Jahr später resümiert er überaus zufrieden: „Was wir in der kurzen Zeit geschafft haben, ist der Wahnsinn. Das hätte ich im Sommer selbst nicht für möglich gehalten.“

Nach sieben Partien steht die Germania-Reserve bei sechs Siegen und damit auf dem zweiten Tabellenplatz der Stadtliga. Noch dazu gelang im Stadtpokal die große Überraschung gegen die Stadtoberliga-Reserve des VfB Ottersleben. „Das war auf jeden Fall unser Highlight der bisherigen Saison“, erinnert sich Graßhoff nur zu gerne an den 2:1-Erfolg Anfang Oktober.

Die Stimmung ist zurück

Der Grund für den Aufschwung ist für den Übungsleiter, der zuvor selbst lange Jahre für die Olvenstedter Reserve kickte, leicht ausgemacht: „Die Stimmung innerhalb der Truppe ist zurück.“ So gelang es dem Trainerteam, ehemalige Mitspieler wieder auf den Platz zu locken. „Man merkt richtig, wie ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist. Die Jungs haben wieder richtig Bock“, erzählt Graßhoff.

Den sportlichen Erfolg macht der 31-Jährige auch an „drei wichtigen Eckpfeilern“ der Mannschaft fest: Sechser Richard Hartmann, Flügelflitzer Benjamin Salih Akdas und Sturmspitze Florian Bauch. „Richard ist ein richtiges Kampfschwein und geht als Kapitän voran, Benny bringt eine unglaubliche Geschwindigkeit mit und Bauch ist mit seinem Torriecher ohnehin ein Phänomen“, erklärt Graßhoff zu seinen Stützen. Zu diesen hätte er gerne auch Michael Müller in der Abwehrreihe gezählt, doch „er hat sich im Sommer leider langwieriger verletzt“.

Spektakel mit inbegriffen

So haben die Olvenstedter in der laufenden Saison schon zwei Spiele maßgeblich mit ihrer Offensive entscheiden müssen. Ob das 5:4 bei Lok Südost oder das 4:3 beim MSV Börde III, „das hat ganz schön Nerven gekostet“, erzählt Graßhoff. Überaus hilfreich ist es da, wenn man mit Bauch (elf Tore) und Akdas (sechs Tore, vier Vorlagen) sowohl den besten Schützen als auch den besten Scorer der Stadtliga in seinen Reihen hat.

Anstoß zur richtigen Zeit

Einzig im Heimspiel gegen den Post SV II wurde die torgefährliche Germania-Offensive kaltgestellt, was in einer 1:2-Niederlage resultierte. „Das war auch mit Abstand unser schlechtestes Saisonspiel“, erzählt Graßhoff, konnte darin aber auch etwas Positives ausmachen: „Vielleicht war es auch der Anstoß zur richtigen Zeit, dass eben doch nicht alles von alleine läuft und wir für unseren Erfolg hart arbeiten müssen.“

Dies tut die Germania-Reserve im Training wie lange nicht mehr. „Wir hatten noch keine Einheit mit weniger als zwölf Spielern“, berichtet der Trainer stolz und ergänzt: „Das sah in den vergangenen Jahren meist ganz anders aus.“ Umso mehr bedauert er die vorzeitige Unterbrechung: „Wir waren gerade gut in Form, hatten unsere Mannschaft bei einem richtig guten Fitnessstand.“

Spitzenspiel stand vor der Tür

Den hätte es auch gebraucht, schließlich stand das Stadtliga-Gipfeltreffen gegen den noch verlustpunktfreien SV Seilerwiesen unmittelbar bevor. „Es ist sehr schade, dass uns Corona da einen Strich durch die Rechnung gemacht hat“, so Graßhoff, der sich auch im Spitzenspiel eine „gute Chance“ ausgerechnet hatte.

„Wir haben Seilerwiesen gesehen, auch sie sind schlagbar“, ist er sich sicher. Einen Meisterschafts-Zweikampf möchte er damit aber nicht ausrufen: „Unser Ziel ist es, unter die Top drei zu kommen. Alles darüber hinaus wäre Zugabe.“