Magdeburg l Als am Sonnabend der Schlusspfiff von Schiedsrichterin Elfi Schwander durch Ottersleben hallte, genügte ein Blick in die Gesichter beider Mannschaften, um zu erfahren, wie es um die Zufriedenheit stand. Ein Lächeln oder gar Freude war da bei keinem Beteiligten auszumachen. Schließlich verpassten mit dem 1:1 im Kellerduell der Landesliga Nord sowohl der VfB Ottersleben als auch der TuS 1860 Magdeburg-Neustadt mögliche Big Points im Abstiegskampf.

„Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen“, sagte TuS-Teammanager Hannes Pilz, „von daher können wir mit einem Punkt nicht zufrieden sein.“

Ottersleben startet gut

Dabei trat aus Sicht der Neustädter genau das ein, was sie unbedingt vermeiden wollten: „Wir sind schlecht ins Spiel gestartet und hatten zunächst wenig Zugriff auf den Gegner.“ Und trotzdem war es der Aufsteiger, der am Sonnabend vor knapp 100 Zuschauern den ersten Treffer erzielte. Nach einem Standard köpfte mit Ibrahim Al Mounif der „gefühlt kleinste Spieler auf dem Platz“ das Leder nach Kopfball-Ablage über die Linie. „Die Ecke haben wir schlecht verteidigt“, ärgerte sich Matthias Wölfer, Teammanager des VfB Ottersleben. „Eigentlich sind wir gut ins Spiel gestartet, haben TuS in der ersten halben Stunde weitestgehend dominiert.“

Tatsächlich hatten die Ottersleber zu diesem Zeitpunkt schon Pech, dass bei gleich mehreren verheißungsvollen Steilpässen der Assistent mit der Fahne wedelte. „Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn davon eine Szene laufen gelassen wird?“, fragte Wölfer. Und auch 1860-Coach Pilz wusste: „Das waren ein paar sehr knappe Entscheidungen.“

TuS 1860 geht in Führung

So aber kassierte der VfB nach einer halben Stunde das 0:1 und ging mit einem Rückstand in die Pause. Danach aber erwischten die Gastgeber den besseren Start – diesmal sogar inklusive Belohnung. Nur fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff versenkte Luca Hohmann die Kugel zum 1:1 im Neustädter Netz. „Wir haben gehofft, dass das der Knotenlöser gewesen sei“, meinte Wölfer. Doch es kam anders. „Wir haben zwar vielversprechend nach vorne gespielt, aber im letzten Drittel fehlte uns der entscheidende Bums.“

Was er meinte: Der VfB hatte durchaus die Gelegenheiten zum Sieg. Allein Torschütze Hohmann und Ilias Gkotzias. Und hinten standen die Hausherren bis auf einige brenzlige Standard-Situationen grundsolide. „Wir hatten dann in Hälfte zwei nochmal eine bessere Phase, aber so richtige Großchancen kamen daraus nicht zustande“, gestand Pilz ein.

So blieb es beim ungeliebten Remis. „Letztendlich kann sich nach diesem Spiel aber keiner über das Ergebnis beschweren“, meinte Wölfer.

Remis der weiteren Kellerkinder

Und zumindest etwas glücklich durften sich beide Manager dann doch schätzen. Schließlich endete auch das zeitgleiche Kellerduell zwischen Irxleben und Niegripp mit 1:1, so dass sich im Abstiegskampf an diesem Spieltag zumindest nichts zusätzlich gegen die beiden Magdeburger Vertreter wandte.

„Während wir auf das Ergebnis aus Irxleben gewartet haben, habe ich mir lange Gedanken gemacht, welcher Ausgang für uns wohl am besten wäre. Das 1:1 ist da schon das denkbar beste Ergebnis“, meinte Pilz und erhielt Wölfers Bestätigung. Sicher ist für beide jedoch auch: „Das Quartett im akuten Abstiegskampf hat sich erst einmal gefunden und sowohl TuS als auch Ottersleben gehören da dazu.“