Magdeburg l Ginge es nach ihren Eltern, wäre die kleine Nicole im heimatlichen Penig, einer Kleinstadt zwischen Leipzig und Chemnitz, Schwimmerin geworden. Nach ein paar Schnupperstunden entschied sich die Fünfjährige für Fußball. Anfangs noch im Kindergarten und mit den älteren Nachbars-Jungen.

Mit sechs in den Fußballverein

Doch bald reichte das Nicole nicht mehr. Im April 2009 meldeten ihre Eltern sie schweren Herzens im Fußballverein TSV Penig an. Dort spielte Nicole gemeinsam mit Jungs von den Bambinis bis zu den C-Junioren und ab Sommer 2011 bis Juni 2015 für die Mädchenmannschaft des Chemnitzer Fußballclubs. Ab der Saison 2013/14 trainierte die talentierte Blondine am DFB-Stützpunkt in Chemnitz, um sich für die Aufnahme an der Sportschule vorzubereiten.

Bei den sächsischen Hallenlandesmeisterschaften wurde Nicole als „fliegende“ Torhüterin eingesetzt. Der damalige Co-Trainer der U-12-Landesauswahl und Coach der D-Juniorinnen des FFV Leipzig, Jens Graßau, wurde auf Nicole aufmerksam und „verpflichtete“ sie kurzerhand als Torhüterin für den anstehenden U-12-Hallencup des NOFV in Sandersdorf. Fortan war Nicole Woldmann ein festes Mitglied der sächsischen Landesauswahl.

Als Zwölfjährige ins Internat

Mit der sächsischen U-14-Auswahl nahm Nicole im Mai 2015 am DFB-Länderpokal/Sichtungsturnier in Duisburg teil. Mit gerade einmal zwölf Jahren zog sie ins Sportinternat nach Leipzig, besuchte das Sportgymnasium und trainierte im Landesleistungszentrum beim FFV Leipzig. Durch die Insolvenz des Vereins zog es Nicole nur ein Jahr später weiter nach Magdeburg. Die sehr gute Infrastruktur mit Sportgymnasium, Internat und Trainingsstätte gaben den Ausschlag für einen Wechsel an die Elbe.

Im Bundesligateam der B-Juniorinnen des Magdeburger FFC erspielte sie sich mit ihren 13 Jahren schnell einen Stammplatz auf der Sechser-Position. Ihr damaliger Trainer Steffen Scheeler empfahl sie für den Sichtungslehrgang der U-15-Nationalmannschaft im Februar 2017 an der Sportschule in Hennef. Dort konnte sie sofort überzeugen.

Länderspieldebüt in Prag

Nur zwei Monate später absolvierte Nicole in Prag ihr erstes Länderspiel. Seither ist sie ein festes Teammitglied der DFB-Nachwuchsnationalmannschaften, aktuell der U 17. Gern wäre sie im vergangenen November mit zur U-17-WM nach Uruguay gefahren. Doch dafür war die Zeit für das junge Talent noch nicht reif.

Auf die Frage, ob sie lieber auf der Sechser-Position wie beim MFFC oder dem Flügel wie beim DFB spielt, antwortete die Sportgymnasiastin: „Ich fühle mich auf beiden Positionen sehr wohl, im Verein als Ballverteiler und beim DFB auf dem Flügel. Ich kann auf beiden Positionen meine Stärke sehr gut einbringen und beide machen mir sehr viel Spaß.“

Ab Montag in Edinburgh

Von Montag bis zum 27. März treffen die deutschen U-17-Juniorinnen in der EM-Qualifikationsrunde auf Gastgeber Schottland (20.03.), Irland (23.03.) sowie Norwegen (26.03.). Die Spiele finden im „Oriam Performance Center“ der Herriot-Watt-University in Edinburgh statt. Nicoles Eltern werden sich die Spiele live vor Ort anschauen. Inzwischen sind sie froh, dass sie ihre Tochter nicht zum Schwimmen überredet haben, verfolgen mit Stolz den erfolgreichen Weg der jungen Fußballerin.

„Ich denke, dass wir gute Chancen auf die Endrunde haben“, erklärte Nicole kurz vor der Abreise, erinnerte sich daran, dass der DFB mit sechs U-17-Titeln Rekordsieger ist.